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Anis im Garten - ein kleiner Ratgeber

Anis gehört zu den geschmacks- und geruchsintensivsten Kräutern und wird bereits seit Jahrtausenden als Heilpflanze kultiviert. Als Gartenpflanze ist Anis eher anspruchsvoll, doch das Anbauen lohnt sich durchaus.

Kräuter aus dem eigenen Garten - Anis anpflanzen

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Was ist Anis und woher stammt er?

Anis ist ein Doldenblütler und stammt aus dem Mittelmeerraum. Das ungeschulte Auge verwechselt ihn gelegentlich mit Dill, da das Aussehen seiner Blätter vom Standort abhängt und nicht einheitlich ist. Schon die einjährige Pflanze kann eine Höhe von 50 cm erreichen.

Unter günstigen Bedingungen wächst sie üppig und verwildert manchmal. In der Heilkunde kommt ausschließlich der europäische Anis zur Anwendung. Verwechsle ihn nicht mit dem tropischen Sternanis, der ähnlich schmeckt und in der europäischen Weihnachtsbäckerei und der asiatischen Küche seinen Stammplatz hat.

Historischer Hintergrund

Die botanische Bezeichnung für die Anispflanze lautet Anisum pimpinella. Das antike Griechenland erkannte offensichtlich als erste Nation die geschmacklichen Vorzüge der Anissamen. Schon 1600 Jahre vor unserer Zeitrechnung buken die Griechen duftendes Brot mit Aniskörnern und handelten mit Anisölen.

Später schätzten die Römer die aromatischen Körner in Kleingebäck und Kuchen. Zu Zeiten des Kaisers Nero war es dann wieder ein Grieche in Diensten des römischen Militärs, der in einer umfassenden Arzneimittellehre schriftlich die medizinischen Eigenschaften von Anisum pimpinella dokumentierte.

Anisum pimpinella in der Heilkunde

Von der Anispflanze werden die Früchte verwendet, die gesund sind und gut schmecken. Ihr Gehalt an ätherischen Ölen ist hoch. Diese wirken lindernd bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Verschleimung durch Erkältung und Krämpfen und belebend im Fußbad. Anissamen werden ganz oder gestoßen, allein oder in Kombination mit anderen Früchten, innerlich und äußerlich, angewendet. Auch als aromatischer Zusatz ohne Heilbedarf sind sie in Tees sehr beliebt.

Anisrezepte

Für einen verdauungsfördernden Tee vermischst Du zu gleichen Teilen zerstoßene Anis- Fenchel- und Kümmelkörner. Pro Tasse genügt ein gehäufter Teeloffel. Den Tee musst Du 20 Minuten ziehen lassen, bevor Du ihn genießen kannst.

Du kannt ihn 3 bis 5 Mal am Tag trinken und auch Kindern bedenkenlos geben, die Kräuter im Tee häufig nicht besonders schätzen. Schon unsere Großmütter kannten die lindernde Wirkung von Aniswickeln bei Bauchschmerzen.

Fülle einen Leinenbeutel mit gekochten, auf Körpertemperatur abgekühlten Aniskörnern und lege ihn bis zur Abkühlung auf den schmerzenden Bauch. Ein Esslöffel Anissamen auf kochendes Wasser gegeben und gut durchgezogen ist ein entspannender Badezusatz bei Menstruationsbeschwerden und sonstigen Krämpfen.

Vom Mittelmeer in nordische Gärten - Anpflanzen, Ernte, Pflege

Anispflanzen sind einjährig, der Samen relativ empfindlich. Daher solltest Du Deine Aniskultur mit Sorgfalt anlegen. Aussaat ist im Frühjahr nach den Nachtfrösten in lockerem Boden, den Du schon im Herbst mit reichlich Kalk und Humus vorbereitest.

Du kannst auch zwischen Februar und Mai in Tontöpfen unter Glas an- und später aussäen. Die Samen musst Du im Fachhandel kaufen. Dort gibt es auch gelegentlich Triebe. Gesäte Samen musst Du leicht feucht halten und eventuell die Triebe auf 10 cm ausdünnen.

Regelmäßiges Jäten ist Pflicht, da Anispflanzen kaum Kraft gegen Unkraut haben. Wenn Du später Pflanzen aus geernteten Samen ziehen möchtest, solltest Du beachten, dass geerntete Samen nur noch 3 Jahre für die Aussaat taugen. Auch kannst Du aus dieser Aussaat nur noch Körner für den Verzehr, aber nicht mehr für die weitere Saat ziehen.

Anispflanzen lieben Standortwechsel. Schütze sie vor brennender Sonne, kaltem Wind und stehender Nässe. Ein warmes Plätzchen im Schutz einer Hecke ist ideal. Zwischen August und September sind die Früchte reif. Ernte an sonnigen Tagen ohne Dunst erst die reifen Mitteldolden.

Wenn die restlichen Früchte eine dunkle Farbe angenommen haben, schneidest Du die ganze Pflanze direkt über dem Boden ab. Die Dolden legst Du aus oder bündelst sie zum Trocknen. Danach kannst Du die Anisfrüchte ausschütteln oder dreschen.

Fazit:

Anis ist keine robuste Pflanze und verlangt dem Gärtner ein hohes Maß an Sorgfalt ab. Eventuell erlangst Du bei seiner Kultivierung die Erfahrung durch Enttäuschungen. Ein Experiment ist das aber sicher wert.

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