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Vielseitig und langlebig: die Tanne ist ein Baum mit Tradition

Die Tanne ist neben der Fichte der Deutschen liebster Weihnachtsbaum. Das traditionsreiche Nadelgehölz kann jedoch weitaus mehr. Die Tanne ist nach wie vor ein wichtiger Holz-Lieferant und eine gefragte Holzart. Seit je her ranken sich Mythen und Geschichten um das immergrüne Koniferen-Gewächs.

Alles Wissenswerte über die Tanne

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Aufrichtig: das ist die Tanne!

Die Tanne (Abies) zählt zur Pflanzenfamilie der Kieferngewächse (Pinaceae). Besonders bekannt bei uns sind die Nordmanntanne (Abies nordmanniana), die Weiß- und die Blau-Tanne (Abies alba, Abies procera Glauca), sowie die Korea Tanne. (Abies koreana).

Als tiefwurzelndes Gehölz verankert sie sich mit ihrem Pfahlwurzelsystem fest im Boden, was ihr auch bei starken Stürmen sicheren Halt gibt. Als Schattenbaumart bevorzugt die Tanne gut durchlüftete und nicht zu feuchte bzw. zu trockene Standorte. Mit humosen und basenreichen Böden kommt sie gut zurecht, während sie eine saure Umgebung jedoch meidet.

Manche Tannen erreichen mit bis zu 600 Jahren ein beachtliches Alter. Die Rinde der Tanne ist im Vergleich zu der eher rötlichen Rinde der Fichte weißlich. Bei jungen Bäumen ist sie verhältnismäßig glatt, graubraun bis dunkelgrau und im Alter rauh-schuppig, silber- bis weißgrau.

Die nadelförmigen Blätter sind flach, leicht biegsam, nicht stechend und tragen auf der Unterseite zwei helle Wachsstreifen. Ein entscheidendes Merkmal der Tanne ist, dass sie ihre Zapfen aufrecht trägt, wodurch sie sich eindeutig von der Fichte unterscheiden lässt.

Die Zapfen der Tanne sind männlicher und weiblicher Natur, was bedeutet, dass sie zu den einhäusigen Samenpflanzen zählt. Die Schuppen werden nach der Samenreife bereits am Baum abgeworfen, so dass es anders als bei der Fichte meist nicht möglich ist, Tannenzapfen am Boden aufzusammeln.

Tannenholz - viel mehr als nur Brennholz

Das Holz der Tanne ist hell gelblich bis grau-weiß. Es weist keine Kernverfärbung auf und ist in der Regel frei von Harz. Das weiche Tannenholz ist von geringem Gewicht und von hoher Elastizität.

Es ist im Vergleich zu anderen Holzarten besonders beständig gegenüber Alkalien und Säuren, weshalb es im Sauna-Bau und für chemische Behälter verwendet werden kann. Besonderen Gefallen findet es auch bei Orgel- und Geigenbauern zur Herstellung von Musikinstrumenten.

Aufgrund seiner hohen Dauerhaftigkeit hat sich das Holz früh im Wasserbau bewährt. Bekannt sind zum Beispiel die sogenannten „Holländer-Tannen". Hier wurden den Aufzeichnungen nach zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert große, mächtige Tannenstämme aus dem Schwarz- und Frankenwald von Holzhändlern aufgekauft, um die holländische Handelsflotte mit Mastbäumen zu versehen.

Heute arbeitet die Möbelindustrie gerne mit dem Furnierholz der Tanne. Daneben findet der Rohstoff als Bauholz, in der Zellstoffherstellung und als Brennholz Gebrauch.

Nicht nur Christen schätzen die Tanne

Beständigkeit und ein langes Leben - Die Tanne gilt seit jeher als Sinnbild der Stärke und der Hoffnung. In der überlieferten Baumsymbolik wurden ihre Zapfen und ihre immergrünen Zweige früher als Symbole für Fruchtbarkeit und Lebenskraft, aber auch als Zeichen von Größe, Kraft oder Weisheit angesehen.

Die Geschichte des Weihnachtsbaumes findet keinen eindeutigen Anfang. Verschiedene Urkunden belegen, dass es Christbäume bereits im 16. Jahrhundert gab. Ob es sich bei den Bäumen um Tannen handelte ist weitgehend unklar. Als sicher gilt aber, dass sich der Brauch zunächst bei besser betuchten Familien etablierte.

Das Schmücken des Baumes verbreitete sich im 19. Jahrhundert von Deutschland aus über die ganze Welt. Die Tanne als Weihnachtsbaum erweist sich dabei als gute Wahl. Ihre stabilen Äste geben zum einen auch bei schwereren Dekorationen nicht leicht nach, zum anderen tragen sie ihre Nadeln weitaus länger als die Fichte.

Das meist fehlende Harz erspart unangenehm klebrige Finger. Da die Tanne jedoch in der Regel zu den langsam wachsenden Holzgewächsen zählt, ist sie im Verkauf häufig teurer als die Fichte

Tannenduft tut gut!

Tannen, insbesondere Tannennadeln enthalten ätherische Öle und Vitamine, was ihnen einen besonders intensiven, aromatischen Duft verleiht. Aufgrund der anregenden und desinfizierenden Wirkung der unterschiedlichen Inhaltsstoffe finden Tannen-Extrakte als belebende Sauna-Aufgüsse oder in der Aroma-Therapie Verwendung.

Die verschiedenen Essenzen werden traditionell auch zur Linderung von Rheumatismus, Erkältungen und Husten verwendet. Die einzelnen Tannentriebe sind reich an Vitamin C.

Fazit:

Die Tanne kann auch außerhalb der Weihnachtszeit und mit ein wenig Wissen um ihre Eigen- und Besonderheiten viel Freude bereiten.

Zu Beginn des Frühlings oder Herbstes im Garten gepflanzt wächst sie auch im Schatten größerer Bäume. Nadelverlust kann ein Hinweis auf Nährstoff- beziehungsweise Wassermangel oder Schädlingsbefall sein. Gelblich verfärbte Nadeln können durch eine Magnesium-Unterversorgung auftreten. Zur unterstützenden Behandlung bei Krankheiten oder Mangelsymptomen sind Düngemittel mit verschiedenen Zusätzen im Handel erhältlich.

Der  Gartenfreund findet in der Tanne sowohl im Sommer, als auch im Winter ein langlebiges und traditionsreiches Koniferen-Gehölz.

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Experten Profil

Nadine Neuburg ist Experte für Bäume
Studentin der Forstwirtschaft (B.Sc.) Nadine Neuburg
aus Göttingen
Experte für Bäume
  • Naturschutz
  • Umweltschutz
  • Ressourcenschutz
Nadine sammelte während eines Australienaufenthaltes viele prägende Eindrücke vom Land und der Kultur. Sie studiert Forstwirtschaft und engagiert sich im Umweltschutz.

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