Pflanzen und Blumen

  Kommentare (0)

Baldrian im eigenen Garten anpflanzen

Dass Baldrian beruhigt, weiß beinahe jeder. Doch Baldrian, der auch als Katzenkraut und Hexenwurzel bekannt ist, hilft auch bei vielen anderen kleinen und großen Übeln. Dazu lässt er sich ganz einfach anpflanzen und verwerten.

Baldrian aus dem eigenen Garten

Die Themen in diesem Artikel:

Diesen Artikel weiterempfehlen:

diesen Artikel weiterempgfehlen

Ein altbewährtes Heilmittel

Die botanische Bezeichnung für Baldrian lautet Valeriana officinalis. Schon in der Antike wurde er als Heilpflanze verwendet. Zum Einsatz kam er im Laufe der Geschichte bei Menstruationsbeschwerden, zur Förderung des Harndrangs, als Aphrodisiakum und sogar gegen die Pest. Weil Katzen von dem Blütengeruch der Pflanze magisch angezogen werden, wurde sie gelegentlich mit Hexenkünsten in Verbindung gebracht. Heute ist sie eine der wenigen Kräuter, die ausschließlich zu Heilzwecken genutzt werden.

Die heilende Wirkung

Kein Zweifel, Baldrian ist gesund. Die größte Wirkstoffkonzentration befindet sich bei Valeriana officinalis in der Wurzel, aus der Du Urtinktur und Tee herstellen kannst. Die Blüten kannst Du für Tee und Tinktur verwenden. Tees und Tinkturen helfen bei Schlafstörungen, Magenkrämpfen, Reizbarkeit, Nervosität, Menstruationsbeschwerden, Beschwerden der Wechseljahre, Migräne und Angstzuständen. Äußerlich nutzt man Tinkturen und Salben mit Baldrianzusatz für Wunden und Hautreizungen.

Baldrian als Gartenpflanze

Die Baldrianpflanze ist eine mehrjährige Staude, die auf verschiedenen Kontinenten beheimatet ist und große Ähnlichkeit mit der Schafgarbe besitzt. Sie kann strauchartige Fülle erreichen und mehr als einen Meter in die Höhe wachsen. Baldrian ist dekorativ und winterfest.

Die Aussaat

Am besten säst Du Deine Valeriana officinalis im Frühjahr in Saatkästen aus und lässt die Saat unter Glas, bis die Nachtfröste vorbei sind. Dann kannst Du die Pflänzchen mit etwa 60 Zentimeter Abstand anpflanzen. Sorge für einen sonnigen Platz, beständige leichte Feuchtigkeit und einen Boden mit mittlerer Durchlässigkeit. Übe Dich in Geduld. Die Stauden wachsen langsam, und erst die Wurzeln des zweiten Jahres werden geerntet.

Einfache Vermehrung

Zur Vermehrung Deiner Baldrianpflanzen drückst Du einen langen, kräftigen Pflanzenteil auf die Erde und befestigst ihn. Bald bildet sich dort, wo die Pflanze Kontakt mit der Erde hat, ein neues Wurzelgebilde. Dieses kannst Du nun von der Mutterpflanze trennen und allein anpflanzen.

Die Ernte

Von der Baldrianstaude werden die Wurzeln und Blüten geerntet. Von Juli bis August kannst Du die Blüten ernten, im Oktober die Wurzeln. Plane die Ernte für den frühen Morgen. Aufgrund der noch niedrigen Temperatur der Pflanze ist der Gehalt an Wirkstoffen dann besonders hoch. Bereite Dich bei der Wurzelernte auf einen unangenehmen Geruch vor. Manche Gärtner glauben an eine Relation zwischen Mondphasen und günstigem Erntezeitpunkt. Danach sollen Wurzeln bei zunehmendem Mond geerntet werden.

Die Weiterverarbeitung

Entferne von der Wurzel zunächst die Wurzelfasern. Für Tee aus der Baldrianwurzel trocknest und raspelst Du diese, verwendest 2 Esslöffel pro Tasse oder kochst sie im ganzen mindestens 20 Minuten im Emailletopf aus. Für die Herstellung von Urtinktur durch Lagern in Alkohol ist Trocknen nicht notwendig.

Blüten werden immer getrocknet und zerfallen dann von selbst bei der Handhabung. Für Tee aus Blättern lässt Du einen Teelöffel Blätter 10 Minuten in einer Tasse heißen Wassers ziehen. Tinktur stellst Du her, indem Du Blütenblätter mit Weingeist oder Doppelkorn bedeckst und 2 bis 6 Wochen ziehen lässt.

Vorsicht vor eventuellen Nebenwirkungen!

Baldrian macht nicht abhängig, kann aber sehr wohl Entzugserscheinungen auslösen, die von Schlaflosigkeit und Unruhe bis zum Delirium reichen. Über die Wechselwirkung mit anderen in der Phytotherapie genutzten Pflanzen besteht keine völlige Klarheit.

Einige Quellen schreiben dem Baldrian eine ungünstige Wechselwirkung mit Hopfen zu. Diese Kombination befindet sich in vielen im Supermarkt erhältlichen Gesundheitsprodukten. Eindeutig ist jedoch, dass Baldrian die Wirkung von Narkosemitteln verstärken kann.

Fazit:

Baldrian gehört in die Naturheilkunde. Seine Kultivierung ist unkompliziert und macht Freude. Dies sollte Dich jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass er, wie viele Kräuter und Naturheilmittel, nicht unbedingt immer harmlos ist. Daher ist eine korrekte Anwendung sehr wichtig.

Hast Du eine Frage zu diesem Artikel oder Thema, dann stell sie hier »
    weiterempfehlen drucken
  •   Kommentare(0)
  • Kommentar schreiben
Es wurde noch kein Kommentar zu diesem Artikel abgegeben!
Hast Du eine Frage zu diesem Artikel oder Thema? Dann schreib doch den ersten Kommentar!

Deine Frage / Dein Kommentar

Name:
Fragen / Kommentar:
 
 
Artikel per E-Mail weiterempfehlen
(ein Link zu diesem Artikel ist in der E-Mail automatisch enthalten)

absenden schließen
Zum Shop