Pflanzen und Blumen

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Wuchsformen – Welcher Baum für welchen Garten?

Der Wuchs eines Baumes ist vor allem in kleinen Gärten für den Gesamteindruck entscheidend, denn die meiste Zeit des Jahres tragen Gehölze weder Blüten noch Früchte und auch die Herbstfärbung hält nicht lange. Deswegen solltet Ihr bei der Auswahl Eurer Gartengehölze die Silhouette und die endgültige Form Eurer Pflanzen im Auge behalten. Hier erfahrt Ihr, welche Faktoren zu beachten sind.

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Bei wenig Platz solltet Ihr besser auf ein kegel- oder säulenförmiges Exemplar zurückgreifen, denn dann nimmt der Baum weniger Platz als ein ausladend wachsendes Exemplar derselben Höhe.

Säulenförmiger Wuchs

Als „säulenförmig“ bezeichnet man einen Baum, der in seiner Wuchsform eher aufstrebend, also aufrecht wächst. Seine Silhouette ist also eher höher als breit. Die Seiten der Krone sind zum Stamm fast parallel. Besonders wuchtig wachsende Exemplare nennt man „breit säulenförmig“; sie werden oftmals kaum höher als breit. Schlankere Exemplare werden als „schmal säulenförmig“ bezeichnet. Da diese, mit schlankem Habitus ausgestatteten Gehölze in einem kleinen Garten weniger Platz beanspruchen und zudem weniger Schatten werfen, hat man in seinem Wurzelraum mehr Pflanzmöglichkeiten als bei ausladenden Bäumen. Ein weiterer Vorteil säulenförmiger Bäume ist, dass sie fast wie Statuen wirken und somit einen guten Blickfang darstellen und/oder sich als Solitär anbieten. Zudem bildet ihr Habitus einen reizvollen Gegensatz zu ausladenden bzw. überhängenden Gehölzen.

Auf engem Raum solltet Ihr schmale Gehölze einem ausladenden Wuchs vorziehen

Schmale Gehölze lassen sich oft effektvoll paarweise oder in Gruppen arrangieren. Zum Beispiel könnten drei Säulenkiefern (Pinus sylvestris „Fastigiata“) eine reizvolle Situation bilden, die evtl. sogar weniger Platz einnimmt als ein ausladender Solitär. Auch Wege werden gern von säulenförmig wachsenden Gehölzen gesäumt. Genauso gut eignen sich säulenförmige Gehölze als Sichtschutz, aber auch zur Flankierung von Hofeinfahrten und Toren.

Kegelförmiger Wuchs

Auch diese Wuchsform ist höher als breit und wächst ähnlich aufrecht wie ihre säulenförmigen Verwandten. Die Seiten ihrer Krone verlaufen jedoch nicht parallel, sondern bogenförmig zur Stammachse. Man kann auch sagen, dass sie sich nach oben hin verjüngen. Dabei variiert das Verhältnis von Breite zur Höhe stark. Ausladende Exemplare sind eher „breit kegelförmig“, schlankere Exemplare „schmal kegelförmig“. Diese Gehölze werden besonders gerne als Solitäre verwendet, machen sich aber auch wegen ihrer Formenvielfalt in Mischrabatten sehr gut.

Rundlicher bis ausladender Wuchs

Als „rundlich bis ausladend“ bezeichnet man Bäume mit einer Krone, die breiter als hoch ist. Diese Gehölze haben eine sehr ansprechende Form, nehmen aber mehr Platz ein als aufrecht wachsende Exemplare. Aber berücksichtigt bitte bei der Auswahl eines Baumes immer seine endgültige Form, weil viele in ihrer Jugend schlanke Bäume mit zunehmendem Alter ausladender werden! Bei der Pflanzung müsst ihr daran denken, dass ein Gehölz später ein anderes nicht überwächst oder an eine Mauer stößt. Überlegt auch, was ihr unter den Baum sonst noch pflanzen möchtet. Ausladende Kronen werfen einen breiten Schatten; manche lassen viel, andere überhaupt kein Sonnenlicht durch. Bäume mit dichtem Laubdach bieten einen guten Lebensraum für schattenliebende Pflanzen als Unterbepflanzung.

Überhängender Wuchs

Bäume mit überhängendem Wuchs haben sehr oft einen ausladenden Habitus mit nach unten gebogenen Zweigen. Jedoch gibt es auch schmale Formen, wie zum Beispiel die Rotbuchenzüchtung Fagus sylvatica „Aurea Pendula“. Besonders für kleine Gärten geeignet sind Spezialzüchtungen, bei denen niedrige, breitwüchsige Gehölze auf etwa ein bis zwei Meter hohe Stämme gepfropft werden. Ihre an sich kriechenden Äste hängen dann im eleganten Bogen herunter. Einen besonders attraktiven Überhang entwickeln zum Beispiel Sorten wie die Erbsenstrauchzüchtung Caragana arborescens „Pendula“, die Zwergmispel – Hybride Cotoneaster „Hybridus Pendula“ und die Zierkirsche Prunus „Kiku-shidare-zakura“

Einige Beispiel für Bäume mit auffälligem Wuchs:

Breit Kegelförmig

  • Cornus macrophylla
  • Malus tschonoskii
  • Trochodendron aralioides

Schmal Kegelförmig

  • Abies koreana
  • Betula populifolia
  • Pyrus calleryana “Chanticleer”

Breit Säulenförmig

  • Acer palmatum „Shishigashira“
  • Prunus „Spire“
  • Encryphia glutinosa

Schmal Säulenförmig

  • Juniperus chinensis “Spartan”
  • Picea pungens f. glauca
  • Prunus “Amanogawa”

Breit Ausladend

  • Catalpa bignoioides “Aurea”
  • Genista aetnensis
  • Sorbus sargentiana

Überhängend

  • Buddleja alternifolia
  • Caragana arborescens “Pendula”
  • Ilex aquifolium “Argentea Marginata Pendula”

Fazit:

Wer einen kleinen Garten hat und sich bei der Gestaltung des Gartens nicht nur auf wenige Gehölzarten beschränken will, kann mit Hilfe von säulen-, kegelförmig oder überhängend wachsenden Gehölzen eine große Pflanzenvielfalt in seinen Garten bringen und zudem noch interessante Effekte erzielen. Aber auch bei großzügigen Gärten, kann durch eine, zum Beispiel mit Säuleneichen oder Pappeln bepflanzte, Auffahrt, einen geradezu herrschaftliche Atmosphäre erzielt werden. Allerdings sollte auf eine gewissenhafte Planung und Gehölzauswahl wert gelegt werden. Das erspart unnötige Schnitt- und Fällarbeiten wenige Jahre später!

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Sebastian Steinhof ist Experte für Gartenbau
Dipl. Ing. Gartenbau Sebastian Steinhof
aus Berlin
Experte für Gartenbau
  • Gartenbau
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Sebastian beschäftigt sich als ausgebildeter Ingenieur gerne mit Schädlingen oder dem richtigen Schnitt von Pflanzen. Er behält als Profi den Überblick, liebt es aber auch, sich in Details zu vertiefen.

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