Gartenküche

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Eine echte Alternative zu Schnittlauch und Co.

Man nennt ihn auch "Wilder Knoblauch", die Franzosen sagen "Ail des Ours" („Bärenknoblauch“) zu ihm, und selbst sein lateinischer Name lautet "Allium ursinum". Der Bärlauch ist eine beliebte Gemüsepflanze mit würzendem Charakter, der leider eine nicht ganz ungefährlich Verwechslungsgefahr birgt. Wir stellen ihn vor.

Gesund und lecker: Bärlauch im Garten

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Ein altbewährtes Kraut

Das Liliengewächs Bärlauch ist artverwandt mit Schnittlauch, Knoblauch und auch der Zwiebel (allesamt Lauch-Arten). Bärlauch ist ein Wildgemüse und zählt somit eigentlich nicht direkt zu den (klassischen) Kräutern, obwohl wir es in der Küche häufig als solches verwenden.

Tatsächlich ist der Bärlauch sogar näher verwandt mit Narzissen-Arten und Lilien als mit den meisten heimischen "echten" Küchenkräutern. Durch seine europaweite Verbreitung, und eine dichte, wenn auch vergleichsweise seltene, Population ist der Bärlauch nicht nur weitläufig bekannt, sondern auch bereits seit etlichen Jahrhunderten geschätzt und bewährt - schon im alten Germanentum war die Pflanze sowohl als Gemüse wie auch als Heilkraut hoch angesehen. Seine Popularität nahm jedoch im Laufe der Zeit immer mehr ab. Erst seit einigen Jahren erfährt das Kraut wieder eine Renaissance in Garten und Küche.

Vom Würzen und Heilen

Der Bärlauch ist charakterisiert durch seinen, deutlich an Knoblauch erinnernden, Geruch und Geschmack, hat jedoch auch heilende Wirkung. Aus moderner, wie volksmedizinischer Sicht wird dem Bärlauch eine antibakterielle sowie den Blutdruck senkende Wirkung zugeschrieben.

Die antibakteriellen Stoffe werden allerdings durch Erhitzen weitestgehend zerstört, weshalb es sich empfiehlt, den Bärlauch frisch, also roh, zu verwenden. Da er bereits sehr früh im Jahr wächst, bietet er sich als Ersatz für spätere Kräuter an, wie beispielsweise Schnittlauch oder Zwiebelkraut.

Durch seinen hohen Vitamin-C Gehalt stellt Bärlauch zudem einen wertvollen Nährstofflieferanten dar. Schon sehr früh, im Mittelalter, wurde der Pflanze eine spirituelle Bedeutung zuteil; sie sollte Unheil abwehren, und lebenszehrenden Geistern und Dämonen entgegen wirken.

Er war Bestandteil von vielerlei Heiltrunken, deren Wirkung heute jedoch eher angezweifelt werden darf, da - wie bereits erwähnt - die Pflanze durch Hitze an wertvollen, und Heil versprechenden Inhaltsstoffen verliert.

Der Bärlauch im Garten

Obwohl es sich um einen Mythos handelt, dass der Bärlauch als Pflanze unter Natur- und Artenschutz steht, ist sein Vorkommen in freier Natur doch eher selten. Die Pflanze kommt, wenn überhaupt, nur in nährstoffreichen und schattigen Regionen vor - hier dann jedoch ziemlich geballt, in Form dicht besiedelter Horste.

Aufgrund dieser raren Gelegenheiten, auf Bärlauch zu stoßen, ist das Anpflanzen im Garten die beste Alternative zum Pflücken in freier Wildbahn. Nicht zuletzt auch, weil eine Blütezeit lediglich von Mai bis April dauert und man die Pflanze als Laie nur in dieser Zeit von ähnlichen Gewächsen unterscheiden kann.

Der Anbau im eigenen Garten hat so den Vorteil, dass insbesondere eine zufällige Verwechslung mit dem Maiglöckchen vermieden werden kann, das als äußerst giftig gilt.

Bärlauch anpflanzen

Das Lauch verbreitet sich auf zweierlei Arten - sowohl als Zwiebel wie auch durch seine Samen. Die Zwiebel ist den Samen allerdings vorzuziehen, da sie - von Bodenfrost abgesehen - das ganze Jahr über austreiben kann. Der Samen hingegen ist ein sogenannter Kaltkeimer und benötigt mindestens eine Frostperiode bis er auskeimt.

Bärlauch wächst mehrjährig und vermehrt sich quasi von selbst, so lange wie die Zwiebel in der Erde verweilt. Ein abgestecktes Beet ist daher sinnvoll, um wild wuchernde Pflanzen möglichst einzudämmen. Auf ein mittleres Beet erster Bepflanzung sollten zwischen 10 und 20 Zwiebeln ausreichen, in Gruppen von um die 5 Zwiebeln arrangiert.

Wobei den einzelnen Gruppen in etwa 30cm Spielraum zueinander verbleiben sollte. Ernte und Weiterverwendung Obwohl gelegentlich gegenteiliges verlautbart wird ist die gesamte Bärlauch-Pflanze uneingeschränkt genießbar.

Mythen, dass Bestandteile des Krauts giftig wären, resultieren vermutlich aus regelmäßigen und verheerenden Verwechslungen mit dem Maiglöckchen, und deren Verzehr. Trotzdem werden auch heute noch meist nur die einzelnen Blätter verwendet.

Diese sollten in den ersten Monaten des Austreibens geerntet werden, da sie sonst durch die Erwärmung von Bodensubstrat und Umgebungstemperatur,vergilben - in dieser Zeit verströmen die Blätter ihren typischen Knoblauchgeruch, die Zwiebeln beginnen außerdem Nährstoffe zu sammeln für die nächste Periode.

"Ausgehungerter" Boden sollte spätestens hier entsprechend mit Nährstoffen angereichert werden. Bärlauch findet überwiegend in der Rohkost-Küche Verwendung, also beispielsweise beigemischt unter Salate.

Erhitzt verliert er nicht nur wichtige Nährstoffe sondern auch deutlich an Geschmack, seine Verwendung als Gewürz, wie z.B. für Soßen, sollte daher möglichst gegen Ende der Kochzeit erfolgen. Besonders lecker macht er sich in Form von Pesto, das gerade im Sommer mit frischer Pasta einfach herrlich schmeckt!

Fazit:

Bärlauch ist eine leicht zu pflegendes und wohlschmeckende Pflanze, die in keinem Kräutergarten fehlen sollte. Das Anpflanzen im Garten lohnt sich vor allem, weil man so Verwechslungen mit giftigen Pflanzen vorbeugen kann.

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