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Winter-Gründüngung

Viele Gartenfreunde wollen ihrem Garten etwas Gutes tun. Da ist Gründünger das Mittel der Wahl. Es belastet nicht wie Stallmist das Grundwasser, sondern fällt kostenlos beim Schneiden von Pflanzen an

Natürlicher Dünger aus Pflanzenabschnitten

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Mittlerweile hat es sich unter Gartenbesitzern herumgesprochen: Durch Gründüngung kann der Gartenboden schnell und einfach belebt werden. Immerhin führt eine gute Gründüngung dem Boden fast ebenso viel organische Masse zu wie eine Düngung mit Stallmist, jedoch ohne deren Nachteile.

Gründüngung verbessert die Bodenqualität, indem grüne Pflanzen oder abgewelktes Pflanzenmaterial wie Ernterückstände oder Stroh in den Boden eingebracht wird oder Pflanzen eigens zu diesem Zweck ausgesät werden, beispielsweise Klee, Sonnenblumen, Raps, Weißer Senf oder Phacelia (Bienenfreund). Durch diese Grünpflanzen wird die Humusbildung unterstützt und Bodenerosion sowie einem Auswaschen der Pflanzennährstoffe vorgebeugt.

Verwendet man schnell wachsende Gründünger, werden zudem unerwünschte Unkräuter zurückgedrängt. Gründünger wie Sonnenblumen wiederum wurzeln tief und lockern so den Boden von tiefgreifend auf. Bei der Verwendung von Hülsenfrüchtlern wie beispielsweise Ackerbohnen, Erbsen oder auch Lupinen als Gründünger wird der Boden zusätzlich mit Stickstoff angereichert.

Gründünger abschneiden oder liegen lassen

Bei der gewöhnlichen Gründüngung sät man schnellwüchsige Pflanzen dorthin, wo in den nächsten Wochen mit kahlen Stellen im Garten zu rechnen ist. Anschließend kann man diese Pflanzen dann vor der Blüte, spätestens jedoch vor der Samenbildung abschneiden und das Abgemähte einfach liegen lassen. Dann verrottet es auf dem Boden oder es kann im angewelkten Zustand in den Boden einarbeitet beziehungsweise eingefräst werden.

Nicht winterharte Gründüngung friert im Winter ab und bedeckt den Boden mit einer schützenden Hülle, winterharte Gründüngung ist die schützende Hülle.

Die Aussaat der Winter-Gründünger wird zwischen August und Oktober vorgenommen. Sie nutzen im Herbst jene Restnährstoffe im Boden, die üblicherweise ausgewaschen würden. Zwei Wochen vor der geplanten Nutzung des Bodens im Frühjahr werden sie dann flach in den Boden eingearbeitet. Möchten Sie den Boden als feines Saatbeet nutzen, arbeiten Sie den Gründünger nicht in den Boden ein, sondern räumen ihn auf den Kompost ab.

Winterroggen

Gut geeignet für eine späte Gründüngung ist die Aussaat von Winterroggen. Von diesem werden ca. 200 Gramm Saatgut pro zehn Quadratmeter auf frei gewordenen Gemüsebeeten breitwürfig ausgesät, mit einem Rechen oder Krail leicht in den Boden eingearbeitet und kräftig angegossen, um eine rasche Keimung zu erreichen. Diese setzt im Regelfalle auch innerhalb weniger Tage ein, das Beet ist bald von einer grünen Pflanzendecke eingehüllt.

Die Einarbeitung des Winterroggens dann erfolgt üblicherweise im November, doch kann man ihn auf sehr sandigen und humosreichen Böden auch bis zum Frühjahr stehen lassen und erst kurz vor Bestellung der neuen Pflanzungen eingraben. Kurz vorher meint hier, dass drei Wochen nach dem Einarbeiten der Gründüngerpflanzen das erste Frühjahrsgemüse gepflanzt werden kann.

Alternativen

Statt zum Winterroggen zu greifen, lässt sich für die winterharte Gründüngung auch Winterspinat, Winterraps oder Zottel- bzw. Winterwicke verwenden. Auch Klee und Luzerne gelten als winterhart, sie werden nach Winterende abgemäht, das Abgemähte verbleibt auf dem Beet und verrottet. Sobald es der Boden zulässt, sollte es eingearbeitet werden.

Auch hier gilt: Entwickeln die Wintergründünger zu viel oder zu holzige Grünmasse, müssen sie abgemäht und auf den Kompost verbracht bzw. als Mulch verwendet werden. Beim Abmähen ist darauf zu achten, dass die Wurzeln der Gründüngerpflanzen im Boden verbleiben.

Wichtig ist auch, dass die Gründüngerpflanzen einer anderen Pflanzenfamilie entstammen als die nachfolgende Kultur. Nur so können Krankheiten erfolgreich vermieden werden. Getreide wie der Winterroggen sind mit keiner Gemüsepflanze verwandt, weshalb sie bedenkenlos in jede Kulturfolge eingebaut werden können.

Trend zur winterharten Gründüngung

Obgleich die meisten Heim- und Hobbygärtner (noch) auf nicht winterharte Gründüngung setzen, erfreut sich die winterharte Gründüngung insbesondere bei ökologisch orientierten Gärtnern zunehmender Beliebtheit. Neben den bereits angesprochenen Vorteilen wie reduzierte Nährstoffauswaschung, Bodenauflockerung, Stickstoffbindung, Erosionsschutz, Unkrautunterdrückung und Steigerung des Humusgehalts wirkt sie ganz ohne Chemie gegen Nematoden – winzige Fadenwürmer, die zum Wurzelsterben der angebauten Pflanzen beitragen können und mitverantwortlich für die sogenannte Bodenmüdigkeit sind. Auch trägt die Gründüngung zur Bodenbeschattung und somit zu einem ausgeglichenen Temperatur- und Wasserhaushalt des Bodens bei. Schließlich bremst sie Regentropfen und trägt dafür Sorge, dass die Feuchtigkeit langsam und dosiert in den Boden gelangt. Die Bodenpartikel werden so nicht verschlämmt, sondern – bedingt durch die zahlreich vorhandenen Bodenlebewesen - zu einer optimalen Bodenstruktur verklebt.

Fazit:

Wintergründünger bringt viele Vorteile er schützt den Boden vor Witterungseinflüssen wie Sonne, Kälte, Schnee und Wind. Außerdem verhindert er die Ermüdung des Bodens und versorgt ihn statt dessen mit wertvollen Nährstoffen.

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