Wasserwelt

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Anlegen eines Gartenteiches

Für den allerersten kleinen Tümpel reicht ein Duschvorhang aus. Doch wer einen Teich professionell anlegen will, der benötigt mehr Materialien. Über weiterführende Details kannst Du Dich im Text informieren.

Planung eines Teichs

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Meinen ersten Gartenteich habe ich aus einem alten Duschvorhang im Sandkasten angelegt. Da Duschvorhänge mitunter Fungizide enthalten, war das bestimmt keine ideale Wahl. In meinem Fall entwickelte sich das kleine Biotop jedoch prächtig. Wasserflöhe und anderes Kleingetier siedelten sich nach dem Pflanzenbesatz binnen weniger Wochen an und meine Eltern waren so begeistert, dass sie schon bald eine richtige Teichfolie kauften.

Die Standortbestimmung

Über die Jahre hat sich mein anfangs begrenztest Wissen stets erweitert. Vom spontanen Einfall mit dem Duschvorhang rate ich mittlerweile ab. Stattdessen halte ich eine ganze Menge davon, einen Gartenteich gründlich zu planen.

Zunächst wären da der Standort und die Größe des Teiches zu bestimmen. Direkt unter einem Baum sollte man den Teich beispielsweise nicht anlegen, da er durch das im Herbst herabfallende Laub stark verunreinigt wird.

Ein guter Standort bietet dem Wind ausreichend Angriffsfläche und schützt das Gewässer zudem vor zu starker Sonneneinstrahlung. So wird der Teich ausreichend durchlüftet und im Sommer erwärmt er sich nicht so schnell. Sechs Stunden direktes Sonnenlicht gelten in der Fachliteratur gemeinhin als ideal. Zuviel Sonne führt zu verstärkter Algenbildung.

Wie groß soll der Teich werden?

Der Umfang des Teiches hängt natürlich ganz wesentlich von der Größe des Gartens ab. Wer viel Platz hat und den finanziellen Aufwand nicht scheut, kann sich sogar überlegen, einen Schwimmteich anzulegen. Wer Fische einsetzen möchte, sollte mit einer Wasseroberfläche von mindestens 6 Quadratmeter planen.

Grundsätzlich gilt: Je größer der Teich, desto eher bleibt er im ökologischen Gleichgewicht. Wem es in erster Linie auf Wasserpflanzen ankommt, dem reicht mitunter aber auch schon ein Miniaturteich.

Sind Standort und Ausmaß festgelegt, kann man sich Gedanken über die Form machen. Dazu legt man einfach einen Gartenschlauch aus und schiebt, solange herum, bis man eine Vorstellung von den Ausmaßen des Teichs hat. Beim Bau sollte der Gartenschlauch durch eine Spur aus Sägemehl oder Kalk ersetzt wird.

Die Teichzonen

Ein natürliches Gewässer hat in der Regel drei Zonen, die auch im Gartenteich nicht fehlen sollten. Die flachste Zone ist die sogenannte Sumpfzone. Diese hat eine Tiefe von 10 bis 20 Zentimetern und sollte etwa ein Drittel der Teichoberfläche ausmachen. Direkt daran schließt sich die 20 bis 60 Zentimeter tiefe Flachwasserzone an. Diese kann je nach Teichgröße zwischen 30 und 50 Zentimeter breit sein.

Als Letztes folgt die Tiefwasserzone. Diese beginnt bei etwa 60 Zentimetern Tiefe. Beim Besatz mit Fischen sollte sie allerdings einen Meter oder mehr betragen und eine Fläche von drei bis vier Quadratmetern haben. Bei zu geringer Wassertiefe würden die Tiere, die sich im Winter im tiefen Schlamm eingraben, ansonsten erfrieren.

Pflanzen lassen sich entweder in Körben einsetzten oder direkt in den Teich pflanzen. Dabei sollte man allerdings kein normales Erdreich verwenden, da dieses zu viele Nährstoffe enthält und im Sommer eine regelrechte Algenblüte auslösen würde. Auch Teicherde ist nur bedingt geeignet. Am besten verwendet man nur Sand, Lehm und Kieselsteine. Zum Befestigen der Pflanzenwurzeln sind etwa faustgroße Steine gut geeignet.

Plastikbecken, Teichfolie oder Naturgrund?

Zum Abdichten der Teichgrube bieten sich drei Möglichkeiten: Zunächst wäre da das Teichbecken. Damit ist man zwar am schnellsten fertig, allerdings auch auf eine vorgegebene Form festgelegt und in der Größe begrenzt. Wer seiner Kreativität freien Lauf lassen möchte, greift also besser zur Teichfolie. Die lässt sich nach Belieben auslegen und wird in unterschiedlichen Stärken und aus unterschiedlichen Materialien angeboten.

Die benötigte Stärke ist aufgrund des Wasserdrucks in erster Linie von der Tiefe des Teiches abhängig. Sobald man die kennt, zieht man am besten den Fachverkäufer zurate. Die Folienmenge ermittelt man, indem man zur Länge und Breite jeweils die Tiefe Mal zwei addiert. Für den Rand sind nochmals 50 bis 60 Zentimeter aufzuschlagen.

Hinsichtlich der Materialwahl entscheiden sich viele für die Folie aus PVC, da diese am günstigsten ist. Umweltfreundlicher sind Folien aus Polyethylen. Die längste Haltbarkeit hat mit bis zu 30 Jahren synthetischer Kautschuk (EPDM).

Wer es ganz natürlich mag, verwendet Ton oder Lehm. Da diese Materialien allerdings schnell ins Geld gehen, für starke Gefälle ungeeignet und außerdem schwer zu verarbeiten sind, werden sie eher selten verwendet. Wer noch nie mit Ton oder Lehm gearbeitet hat, sollte sich vorher gut informieren oder einen Fachmann zu Hilfe holen.

Von einem Grund aus Zement ist grundsätzlich abzuraten, da dieser durch das im Winter gefrierende Wasser gesprengt wird und sich mit der Zeit Risse bilden.

Anlegen des Teiches

Nach dem Ausheben der Grube müssen Steine und Wurzeln gründlich entfernen werden. Damit das Wasser nicht abfließen kann, sollte man sich zudem vergewissern, dass der Rand überall gleich hoch ist. Eine Leiste, Zollstock sowie Wasserwaage können hier hilfreich sein.

Zum Ausgleichen etwaiger Unebenheiten kann man den Aushub verwenden.
Wer sich für ein Teichbecken entschieden hat, sollte dieses einpassen und die Grube dann noch einmal um 10 bis 15 Zentimeter erweitern, um Platz für eine Sandschicht zu schaffen. Diese schützt nicht nur das Becken, sondern erleichtert auch dessen Ausrichtung in der Waagerechten. Außerdem lassen sich Hohlräume zwischen Beckenrand und Erdreich mit Sand am leichtesten einschlämmen.

Bei der Teichfolie reicht eine Sandschicht von fünf bis zehn Zentimetern. Dabei ist es ratsam, außerdem noch einen Teichvlies über der Sandschicht auszulegen. Besonders beim Einfüllen des Wassers entlastet dieser die Folie zusätzlich.

Zum Schluss sollte man noch einen etwa 10 Zentimeter hohen Rand aufschütten, über den die Teichfolie gelegt wird. Damit verhindert man den Eintrag von Dünger und Gartenerde aus der Umgebung. Zum Abdecken und fixieren der Teichfolie verwendet man am besten Steine oder Gehwegplatten.

Zu guter Letzt

Pflanzen lassen sich leichter einsetzen, solange der Teich noch nicht mit Wasser gefüllt ist. Regenwasser ist besser als Leitungswasser, da es weniger Phosphat enthält und damit weniger Pflanzennährstoffe. Mit dem Besatz von Fischen sollte man nach der Befüllung noch eine Woche warten.

Im Sommer ist der Einsatz einer Wasserpumpe eine gute Idee, da diese den Teich zusätzlich mit Sauerstoff versorgt und der Algenbildung vorbeugt. Wer keine Kabel verlegen möchte, kann dazu auch auf solarbetriebene Geräte zurückgreifen.

Fazit:

Ein Gartenteich belebt den Garten und spendet Freude. Wichtig sind eine gute Vorbereitung, Ausführung und kontinuierliche Pflege, um auch langfristig das kleine Paradies genießen zu können.

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