Gartentrend

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Der Stadtgarten als Gartentrend

Unter Stadtgarten sind hier die typischen Gärten der Städter zu sehen, also nicht die klassische angelegte Grünfläche, die unter dieser Bezeichnung dem Bürger als Park angeboten wird. Es geht um die Liebe der Menschen zur Natur, den Trend, sich etwas grüne Natürlichkeit in der grauen Umgebung der Städte zu schaffen.

Städtische Gartenkultur

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Vom Blumentopf zum Guerilla Gardening

Schnittlauch im Blumenkasten, eine Tomate im Putzeimer, so etwas findet man in vielen städtischen Haushalten, die oft noch nicht mal einen Balkon ihr Eigen nennen.

Angesichts der erbsengroßen Tomaten auf der Fensterbank, der Topf-Erdbeere, die seit Jahren tapfer bis zu drei Minierdbeerchen erzeugt, macht der Anblick von Brachflächen im Stadtgebiet gierig. Gierig, diese Flächen einfach zu nutzen.

Sicher fragst Du Dich auch, wieso um die Bäume in Deiner Straße nur Unkraut wächst. Ein Tütchen Blumensamen verwandelt diese Flächen in blühende Oasen. Das wäre dann schon der Beginn des Guerilla Gardening.

Ein Abrissgrundstück eignet sich zum Anbau eigener Kürbisse und auf den Flachdächern von Garagen stehen plötzlich Töpfe mit Paprika. Wer keine eigene Grünfläche hat, nutzt einfach herrenlose Freiflächen.

Samen kaufen, säen und abwarten. Kaum eine Fläche ist vor den Bürgern, die sich Ihre eigene grüne Zone erobern, sicher. Man findet Kartoffeln vom Bahndamm und Spinat von der Autobahnböschung.

Wenn es nichts wird, waren es ein paar Cent, die ausgegeben wurden, selbst wenn nur einzelne Früchte geerntet werden können, ist es schon ein großer Erfolg. Kein Wunder, dass selbst Rentner gerne zum Guerilla werden.

Balkone werden zu grünen Paradiesen

Wer einen Balkon hat, begnügt sich nicht mehr damit, einen Blumenkasten an die Brüstung zu hängen und zwei Geranien zu pflegen. Heute werden Kübelgärten angelegt, die manchen Gärtner vor Neid erblassen lassen.

Die geschützte Lage dieser Grünzonen ermöglichen es, Exoten zu ziehen, die sonst ein Gewächshaus benötigen würden, und so sitzt der glückliche Balkongärtner in einem kleinen subtropischen Paradies, vor den Blicken der Passanten durch rankende Bohnenpflanzen geschützt. Ein Blickschutz, der reiche Ernte verspricht.

Vereintes Gärtnern statt steriler Grünanlagen

Angesichts leerer Kassen sind manche Kommunen bereit, städtische Grünflächen den Bürgern zur Nutzung zu überlassen. Bürgerinitiativen bewirtschaften ganz legal Teile des Stadtparks, pflanzen zusammen mit Kindern des Kindergartens oder der Tagesstätten Obst und Gemüse und zeigen so Kindern, woher Erdbeeren und Tomaten kommen.

Bewohner von Mietshäusern übernehmen mit Vergnügen die Pflege der Grünanlagen um die Häuser, mit dem Segen der Hausverwaltung und zum Nutzen aller, denn so sinken die Nebenkosten der Miete.

Urbane Gartenkultur, die heute nicht mehr in erster Linie der billigen Erzeugung von Lebensmitteln dient, sondern das "Wir-Gefühl" der Bewohner unterstreicht. Gemeinsames Gärtnern und Ernten im neu geschaffenen Gemeinschaftsraum der Grünanlagen ums Haus.

Der Schrebergarten als eigener Stadtgarten

Kleingärten im Stadtgebiet, die für geringes Entgelt an Menschen vergeben wurden, die keine eigenen Gärten hatten, dienten ursprünglich dazu, Stadtbewohner preisgünstig mit Obst und Gemüse zu versorgen.

Außerdem sollte deren Kindern eine Spielmöglichkeit im Freien geboten werde, Vorsorge gegen Mangelerkrankungen und Rachitis. Noch heute enthalten die Statuten der meisten Kleingartenvereine Passagen, die verhindern sollen, dass die Gärten nur für die Freizeitgestaltung genutzt werden.

Trotz günstiger Preise für Obst und Gemüse erfreut sich der Schrebergarten größter Beliebtheit und oft gibt es lange Wartelisten für diese kleinen grünen Parzellen in den Städten.

Der Trend zu selbst Gezogenem ist groß. Es ist nicht nur der Wunsch nach biologisch angebauten Nahrungsmitteln, der Stadtmenschen zur Gartenarbeit treibt, es ist die Beschäftigung mit der Natur.

Das unnachahmliche Erlebnis, zu sehen, wie aus einem kleinen Samenkorn eine Pflanze wächst und das Wunder, wie aus einer kleinen Blüte eine große Frucht wird, ist der Reiz daran. Kinder erleben und begreifen Natur, eine Erfahrung, die immer mehr Eltern ihren Kindern ermöglichen wollen.

Fazit:

Der Stadtgarten als urbaner Garten ist Ausdruck des Wunsches, wieder mehr Natur in den Alltag zu lassen. Statt ein paar Topfpflanzen auf der Fensterbank werden im Stadtraum kleine grüne Oasen geschaffen, die das Leben schöner machen.

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