Pflanzen und Blumen

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Ziergräser im Garten: Ein kleiner Ratgeber

Mit ihren unterschiedlichen Wuchsformen und Höhen können Ziergräser jeden Garten auflockern und beleben. Sie erfreuen uns mit einem unendlichen Reichtum graziler Formen und Laubfarben. Häufig werden die Pflanzen für den Garten zuallererst nach ihren Blüten ausgewählt. Einzeln oder gruppenweise gepflanzt, bilden Ziergräser einen reizvollen Kontrast zu den kräftigen Farben der Gartenblumen. Ebenso apart können Pflanzenkombinationen von Ziergräsern mit immergrünen Gehölzen oder dunkel belaubten Sträuchern sein.

Mit Ziergräsern Akzente setzen

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Was sind Gräser

Seit jeher haben Gräser als Nutzpflanzen eine herausragende Bedeutung. Unsere Wiesen und Weiden bestehen zumeist aus Mischungen hochwertiger Futtergräser, alle Getreidearten sind Gräser, und auch Mais ist ein Gras.

Die meisten als Gras bezeichneten Pflanzen gehören botanisch zur Pflanzenfamilie der Süßgräser (Poaceae; veraltet: Gramineae). Zu den so genannten Sauergräsern gehören Gräser aus den Familien der Binsengewächse (Juncaceae) und der Riedgräser (Cyperaceae).

Durch das Kultivieren verschiedener Gräser entstanden die heute als Ziergräser bekannten Arten. Ein reiches Sortiment an mehrjährigen Ziergräsern steht zur Auswahl. Weniger bekannt sind einjährige Ziergräser, obwohl ihre Aussaat und Pflege für Hobbygärtner höchst unkompliziert ist.

Ziergräser im Garten

Bei der Gartengestaltung lassen sich Ziergräser vielseitig einsetzen. Große, straff aufrecht wachsende Gräser werden als Solitär zum Blickfang. Ziergräser mit auffallender Laubfärbung setzen Farbakzente.

Niedrige Sorten eignen sich als Beeteinfassung oder Bodendecker. In Verbindung mit Blütenstauden und Gehölzen sorgen zierliche Gräser mit fein verästelten Blütenständen für Auflockerung.

Beliebte Arten und Sorten

Bis zu mannshoch wachsende Sorten – wie China-Schilf (Miscanthus) oder Elefantengras (Miscanthus giganteus) – eignen sich vortrefflich als Sichtschutz. Pampasgras (Cortaderia) und Reitgras (Calamagrostis) kommen in Alleinstellung am besten zur Geltung.

Ziergräser mit weißgeränderten Blättern wie verschiedene Sorten von Seggen (Carex morrowii) können Beetränder im lichten Schatten aufhellen, weil sie auch im Halbschatten gut zurechtkommen.

Einen vollsonnigen Platz wünscht das früh blühende Engelshaargras (Stipa tenuissima), dessen lange, fedrige Spitzen zum Blickfang werden. Sonnenliebhaber sind auch der zarte Blaustrahlhafer (Avena sempervirens) und das Schwingelgras (Festuca glauca).

Das kräftig gefärbte Laub der Rutenhirse (Panicum virgatum) mit ihren Sorten ‚Shenandoah’ (weinrot) und ‚Prairie Sky’ (blaugrün) setzt farbige Akzente. Niedrige, immergrüne Polster bildet das Bärenfellgras (Festuca gautieri).

Blauschwingel (Festuca cinerea) wächst in Form igelartiger, flacher Horste mit blauen Halmen.

Einjährige Gräser

Mit einer Vielzahl flaumig behaarter Blüten verwöhnt das mittelhoch wachsende Hasenschwanzgras (Lagurus ovatus). Das wärmebedürftige Fontänengras (Pennisetum setaceum) wird bis zu 70 Zentimeter hoch und begeistert durch seine violette Färbung im Herbst.

Purpurne Blüten zieren die Mähnengerste (Hordeum jubatum). Nebelgras (Agrostis nebulosa) und Schmielenhafer (Aira elegantissima) sind ob ihrer filigranen Zartheit beliebt.

Pflege von Ziergräsern

Ziergräser sind pflegeleichte Pflanzen, die fast überall gedeihen und Hobbygärtner lange erfreuen. Als Sonnenliebhaber mögen Ziergräser zwar sonnige Plätze; viele von ihnen gedeihen aber auch an halbschattigen Standorten befriedigend.

Selbst unterschiedlichen Bodenverhältnissen passen sich Ziergräser willig an. Wichtig sind durchlässige Böden. Mehrjährige Ziergräser werden am besten im Frühjahr gepflanzt und sind im ersten Winter dankbar für einen Winterschutz aus Laub oder Reisig.

Pflanzen, die ihr Laub nicht einziehen, werden im Frühjahr auf etwa zehn Zentimeter zurück geschnitten. Ein Rückschnitt der Ziergräser im Herbst ist nicht empfehlenswert, da in die hohlen Halme eindringendes Wasser zu Fäulnis führen kann.

Einjährige Ziergräser können im Zeitraum von Ende März bis Ende April zumeist an Ort und Stelle ausgesät werden. Alle einjährigen Ziergräser bevorzugen einen vollsonnigen Standort. Schwere, kalte und undurchlässige Böden sollten vermieden werden.

Ziergräser auf dem Balkon

Da Ziergräser ausgesprochen anspruchslos und pflegeleicht sind, gedeihen sie auch als Kübelpflanzen meist problemlos. Entsprechend der Wuchshöhe sind ausreichend große Pflanzgefäße auszuwählen. Ausdauernde Ziergräser auf dem Balkon sollten einen Winterschutz erhalten.

Fazit:

Ziergräser verbreiten natürlichen Charme und sollten in keinem Garten fehlen. Ihre oft bizarr geformten Blütenstände und die farbenfrohe Laubfärbung vieler Arten begeistern immer wieder. Selbst im Winter sorgt der Raureif auf unseren Ziergräsern für wundervolle Effekte.

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Huiwui sagt am 14.02.2011 12:14
Bringt\'s was, die Samen aus den Wedeln vom Pampasgras einzusetzen? Und wenn ja: wann?
Doreen von Gartenwelt.de sagt am 14.02.2011 11:43
Pampasgras ist eine tropische Pflanze und braucht zum Ausreifen der Samen höhere Temperaturen. Die Samen können bei unseren Temperaturen leider nicht ausreifen. Wir können uns hier in Deutschland nur an den prächtigen Wedeln erfreuen. Die Pampasgras-Samen haben beim Keimen ein sehr hohes Wärmebedürfnis und sind Lichtkeimer. Die Samen sollen bei der Aussaat also nicht mit Erde bedeckt werden. Es ist besser keimfähigen Samen aus dem Fachhandel zu kaufen. Pampagras wird bei uns durch Stecklinge oder durch Teilung von der Mutterpflanze vermehrt.
Huiwui sagt am 15.02.2011 11:15
OK, thx! Sieht ja auch wirklich mickrig uas, was da aus den Wedeln rieselt.
Christine Heidecke sagt am 15.03.2011 13:15
Welche Gräser eignen sich für schattigen Standort?
Annika von Gartenwelt.de sagt am 15.03.2011 15:13
Hallo Christine, leider ist die Auswahl an Gräsern für einen schattigen Ort in Deinem Garten nicht allzu so groß. Für einen halbschattigen bis schattigen Standort würden sich: Japan-, Blut- und Goldflattergras anbieten. Bedenkenlos kannst Du Farne (z.B.: Filigran-, Rotschleier-, Waldfrauen- oder Trichterfarn) pflanzen. Ich hoffe, das hilft Dir weiter!

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