Vorschriften für Deinen Garten

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Warum enthalten Bebauungspläne Regeln für die Gartengestaltung?

Ein Bebauungsplan regelt, was und wo gebaut werden darf. Doch viele Bauherren sind überrascht, wenn sie feststellen, dass auch für den Garten Vorschriften gelten.

Der Bebauungsplan regelt nicht nur die Bebauung

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Schon die Vorschriften, die ein Bebauungsplan für das neue Eigenheim trifft, sind für viele Bauherren ein Ärgernis, weil sie seine Freiheit dessen, was wo gebaut werden darf, nicht unerheblich einschränken.

Doch die meisten dieser Pläne beschränken sich nicht darauf, beispielsweise Grenzen für Dachneigung, Trauf- oder Firsthöhe des Hauses festzulegen, sondern stellen zusätzlich Regeln darüber auf, was auf den restlichen Grundstücksflächen geschehen soll.

Von der Vorgartengestaltung über die Art und Höhe von Hecken oder Zäunen bis hin zu Vorgaben, wie viele Bäume auf ein Grundstück zu pflanzen sind, kann hier alles mögliche gefordert oder untersagt werden.

Die Gemeinde, die diese Pläne aufstellt, hat allerdings nicht nur gute Gründe für solche Regelungen, sie ist sogar zu zahlreichen dieser Vorgaben gesetzlich verpflichtet.

Naturschutz

Gerade in unserem dicht besiedelten Deutschland finden sich nur noch vergleichsweise wenige unberührte Flächen, und jedes neue Gebäude, jede neue Straße, jeder Weg und jeder Parkplatz vernichtet dauerhaft ein Stück offene Landschaft.

Daher hat der Gesetzgeber jeden, der einen solchen Eingriff vornimmt, verpflichtet, für einen gewissen Ausgleich zu sorgen. Die gartenbezogenen Vorgaben im Bebauungsplan stellen in gewisser Weise den Beitrag dar, die der einzelne Bauherr für diesen Ausgleich leisten soll.

So gibt es beispielsweise häufig ein Verbot durchgängiger Koniferenhecken oder die Vorschrift, eine von der Grundstücksgröße abhängige Anzahl heimischer Laub- oder Obstbäume zu pflanzen.

Ziel solcher Festsetzungen ist es, auch im Siedlungsraum Lebensräume für wildlebende Arten zu erhalten, bzw. neu entstehen zu lassen und damit einen Beitrag zur Erhaltung unserer Artenvielfalt zu leisten.

Insbesondere die vielen Gartenbesitzern beliebten exotischen Bäume und Sträucher wie Thuja, Kirschlorbeer, Rhododendron oder auch Flieder, Forsythien und Zierkirschen bieten unseren an heimische Gehölze angepassten Insekten und Vogelarten kaum eine Lebensgrundlage.

Standortgerechte – und nicht weniger attraktive - Vorschläge finden sich in einer Pflanzliste, die einem Bebauungsplan in aller Regel beigefügt ist.

In vielerlei Hinsicht dienen solche Vorschriften allerdings auch gleichzeitig den Menschen im neuen Wohngebiet. Beispielsweise verhindern Laubbäume mit ihrer Verdunstungsleistung, dass sich im Sommer das Gebiet extrem aufheizt, sie binden zudem Luftschadstoffe, filtern Stäube und sorgen so für ein angenehmes Wohnklima.

Landschaftsschutz

Die Regelungen in einem Bebauungsplan sind darüber hinaus auch ein wichtiges Werkzeug zur Erhaltung eines intakten Landschaftsbildes.

Die meisten neuen Bauflächen werden an den Rand bestehender Ortschaften gebaut, wodurch ein ganz neuer Ortsrand entsteht. Während allerdings der frühere Ortsrand oft durch Gärten, Hecken und Obstwiesen allmählich in die offene Landschaft überging, wirken nun die Neubauten erst einmal wie Fremdkörper.

Um hier schnell wieder einen harmonischen Übergang entstehen zu lassen, schreiben Bebauungspläne für die außen liegenden Grundstücke oft einen privaten Pflanzstreifen vor, auf dem meist eine breite Hecke aus heimischen Gehölzen anzupflanzen ist.

Diese Hecke ist allerdings auch für die Grundstücksbesitzer von erheblichem Vorteil. Meist werden nämlich die angrenzenden Flächen noch intensiv landwirtschaftlich genutzt und dabei kann nicht nur der Maschinenlärm die Kaffeestunde auf der Terrasse stören, sondern es entstehen häufig auch wahre Staubwolken. Beides kann eine solche Hecke wirksam abschirmen.

Schaffung eines attraktiven Wohnumfelds

Aber ein Bebauungsplan soll auch dazu beitragen, dass ein harmonisches Ortsbild entsteht und auch hier haben insbesondere Vorgärten einen erheblichen Einfluss.

Wenn der Nachbar rechts sein Grundstück mit einer hohen Mauer umgrenzt, und links der Vorgarten für PKW und Mülltonnen komplett gepflastert wird, wirkt auch ein liebevoll in der Mitte angelegter ländlicher Vorgarten nur noch halb so reizvoll.

Ein derartiges Chaos mit zweifelhaftem optischem Reiz möchte wohl niemand gern in direkter Umgebung seiner eigenen Haustüre sehen.

Also schreiben die meisten Bebauungspläne vor, dass der Vorgarten gärtnerisch anzulegen ist, eine durchgehende Pflasterung nicht erlaubt ist, und auch die Höhe von Zäunen, Hecken oder Gartenmauern wird häufig begrenzt.

Das mag mancher Bauherr zwar als zu rigide wahrnehmen, dient aber letztendlich einem attraktiven Gesamtbild einer Siedlung – und damit ganz erheblich auch dem Wert jedes einzelnen Anwesens.

Fazit:

Ein Bebauungsplan, der Vorgaben für die private Gartengestaltung trifft, hat nicht nur den Schutz von Natur und Landschaft im Blick. Die Regeln tragen vor allem auch dazu bei, ein angenehmes, harmonisches Wohnumfeld zu schaffen.

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Experten Profil

Christiane Kremer ist Experte für Planung von lebendigen Gärten
Dipl. Ing. Raum- und Umweltplanung Christiane Kremer
aus Kaiserslautern
Experte für Planung von lebendigen Gärten
  • Kreative Ideen für Einzelfragen
  • Harmonische und umweltgerechte Gesamtkonzepte
  • Standortgerechte Pflanzenauswahl
Als freischaffende Gartenplanerin plant Christiane vor allem für Menschen, die ihren Garten in Eigenarbeit neu anlegen wollen und vermittelt zudem ihr Wissen in Kreativkursen. Darüber hinaus übernimmt sie als freie Mitarbeiterin eines Planungsbüros gelegentlich auch städtebauliche Aufgaben.

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