Vorschriften für Deinen Garten II

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Bei der Gartengestaltung müssen auch Regeln des Bebauungsplans beachtet werden

Ein Bebauungsplan kann zahlreiche Inhalte umfassen, die die Gartengestaltung betreffen. Beachtet der Bauherr sie nicht, begeht er in der Regel eine Ordnungswidrigkeit, die gegebenenfalls teuer werden kann. Doch welche Vorschriften gibt es?

Der Bebauungsplan und die Gartengestaltung

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Bebauungspläne sind örtliches Recht und daher individuell auf die Besonderheiten eines Plangebietes hin abgestimmt. Daher können auch die Inhalte, die die Freiflächen betreffen, sehr verschieden sein. Meist wird allerdings folgendes geregelt:

Bepflanzungen der nicht überbaubaren Grundstücksflächen

Nicht überbaubare Grundstücksflächen“ sind die Bereiche eines Baugrundstückes, die auf dem Plan außerhalb des „Baufensters“ liegen, in welchem das Wohngebäude errichtet werden darf.

Für diese Bereiche kann festgeschrieben werden, dass beispielsweise je nach Grundstücksgröße eine Anzahl von Laub- oder Obstbäumen einer gewissen Größe gepflanzt wird. Mitunter wird auch festgelegt, dass bestimmte Prozentanteile der Freiflächen mit (heimischen) Gehölzen, also auch Heckenpflanzen, zu bepflanzen sind. Welche Pflanzen dafür in Frage kommen, kann man beigefügten Pflanzlisten entnehmen.

Außerdem dürfen in den nicht überbaubaren Bereichen oft keine großflächigen Befestigungen vorgenommen werden, so dass beispielsweise Sitzbereiche oder Wege in diesen Flächen bestenfalls mit Kies, Schotter oder Rindenmulch ausgeführt werden dürfen.

Die Stellung von Nebenanlagen

Ein Bebauungsplan regelt oft auch die Stellung von Gartenhäusern, beispielsweise mit der Vorgabe, sie nicht außerhalb der „überbaubaren Grundstücksfläche“ zu errichten. Oft sind jedoch Ausnahmen erlaubt, sofern eine klar definierte Größe nicht überschritten wird.

Ziel solcher Festsetzungen ist es, überbordenden „Wildwuchs“ von Gartenhäusern zu vermeiden, durch den auch nachbarschaftliche Konflikte (Schatten) entstehen können, oder ein besonderes Orts- und Landschaftsbild gestört werden könnte.

Parkplätze und Zufahrten…

…sind in wasserdurchlässigem Material herzustellen: Bebauungspläne schreiben solches inzwischen regelmäßig vor, damit im Gebiet so wenig Regenwasser wie möglich anfällt.

Dieses Wasser muss zum Schutz vor Hochwasser beispielsweise in Auffangbecken oder -gräben zurückgehalten werden, von wo es versickert oder nur langsam in Flüsse und Bäche weitergeleitet wird. Damit diese Becken aus Kostengründen so klein wie möglich bleiben können, sind gepflasterte Flächen auf ein Minimum zu begrenzen.

Stützmauern, Aufschüttungen und Abgrabungen

Solche Anlagen werden vor allem zum Schutz des Orts- und Landschaftsbildes, aber auch der Sicherheit im Hangbereich auf eine bestimmte Höhe, bzw. Böschungsneigung begrenzt. Zusätzlich wird oft geregelt, mit welchen Materialien die Wände herzustellen sind, und/oder es wird eine flächige Begrünung vorgeschrieben.

„Der Vorgarten ist gärtnerisch anzulegen…“

Vorgärten bestimmen ganz wesentlich das Erscheinungsbild eines Straßenraumes. Daher wird für diese Flächen von vielen Gemeinden vorgeschrieben, dass sie nicht komplett gepflastert werden dürfen (was der eine oder andere ganz praktisch fände), sondern begrünt werden müssen. Da auch offen herumstehende Müllbehälter die Optik nicht verbessern, ist zusätzlich oft vorgeschrieben, sie beispielsweise mit Rankgerüsten zu kaschieren.

Einfriedungen

Bei Einfriedungen wird oft unterschieden zwischen solchen, die an öffentliche Straßen und Wege grenzen, und denjenigen zwischen den einzelnen Grundstücken. In beiden Fällen wird dabei meist die Höhe der Hecken oder Zäune begrenzt und die Materialwahl eingeschränkt.

Ziel solcher Begrenzungen ist natürlich einerseits das Ortsbild, aber auch die Sicherheit im Straßenraum, da hohe Hecken oder Mauern an Straßenkreuzungen und Grundstücksausfahrten gefährliche Sichthindernisse darstellen können. Die Begrenzung der Hecken und Zäune zwischen Nachbargrundstücken soll helfen, Konflikte zum Beispiel durch Schattenwurf hoher Hecken zu vermeiden.

„…vorzugsweise aus den beigefügten Pflanzlisten“

Den meisten Bebauungsplänen werden inzwischen Pflanzlisten beigefügt, die nicht nur für die privaten Bauherren gelten, sondern die auch bei der Bepflanzung öffentlicher Grünflächen zu beachten sind. Dementsprechend finden sich dort auch zahlreiche Baum- und Straucharten, die für die verhältnismäßig kleinen Privatgrundstücke wenig geeignet sind, und für diese auch gar nicht vorgeschlagen werden. Aber in aller Regel finden sich für alle Grundstückssituationen zahlreiche Arten.

Da die Pflanzlisten sich an den besonderen Standortbedingungen des Plangebietes orientieren, sind dort Pflanzen aufgelistet, die optimal an die dortigen Boden- und Klimaverhältnisse angepasst sind. Für den Bauherren hat dies entscheidende Vorteile: sie sind oft günstiger erhältlich und deutlich robuster gegenüber Krankheiten und Klimabedingungen als Exoten. Letztere sind natürlich nicht verboten, sollten aber in der Minderheit bleiben.

Fazit:

Wer vor der Gartengestaltung den Bebauungsplan liest, vermeidet nicht nur, eine Ordnungswidrigkeit zu begehen und teure Änderungen vornehmen zu müssen. Er dient damit auch dem Natur- und Landschaftsschutz und erleichtert sich die Auswahl passender Pflanzen.

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Christiane Kremer ist Experte für Planung von lebendigen Gärten
Dipl. Ing. Raum- und Umweltplanung Christiane Kremer
aus Kaiserslautern
Experte für Planung von lebendigen Gärten
  • Kreative Ideen für Einzelfragen
  • Harmonische und umweltgerechte Gesamtkonzepte
  • Standortgerechte Pflanzenauswahl
Als freischaffende Gartenplanerin plant Christiane vor allem für Menschen, die ihren Garten in Eigenarbeit neu anlegen wollen und vermittelt zudem ihr Wissen in Kreativkursen. Darüber hinaus übernimmt sie als freie Mitarbeiterin eines Planungsbüros gelegentlich auch städtebauliche Aufgaben.

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