Frühlingsboten

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Die Sehnsucht nach dem Frühling – Frühlingsboten fürs Zimmer

Da im Garten der Winter noch allgegenwärtig ist, sind die Verlockungen in Gartencentern, Baumärkten und sogar beim Discounter besonders groß, wenn uns Krokusse, Tulpen und Narzissen ihre Blüten entgegenstrecken. Dieser Art der Versuchung sollten wir guten Gewissens nachgeben, denn die bunten Frühblüher sind meist nicht teuer, sorgen dafür aber für unbezahlbare Frühlingsstimmung und gute Laune. Und wenn Du gleich ein bisschen gärtnern willst, versuchst Du es selbst einmal mit der Zwiebeltreiberei.

Frühblüher im Haus

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Frühblüher für Eilige

Wenn Du schnell in den Genuss der bunten Frühlingsboten kommen möchtest, dann kannst Du die jetzt im Handel angebotenen, vorgetriebenen Blumenzwiebeln kaufen, die innerhalb weniger Tage ihre Blütenpracht in Deinen Wohnräumen entfalten werden.

Nach dem Kauf solltest Du kontrollieren, ob die Zwiebeln fest im Substrat sitzen. Wenn nicht, drücke sie vorsichtig an und wässere gründlich, achte aber darauf, dass keine Staunässe entsteht.

Natürlich kannst Du sie auch umpflanzen und ein gemischtes Arrangement zum Beispiel mit Narzissen und Traubenhyazinthen gestalten, jedoch sollten die Zwiebeln, wenn sie zusammenhängen, so bleiben und nicht auseinandergerissen werden.

Um möglichst lange Freude an der Blüte zu haben, stehen Krokusse, Narzissen und all die anderen Frühblüher am besten so kühl, wie es im Hause möglich ist, schon der nächtliche Aufenthalt in einem ungeheizten Raum verlängert ihre Blütezeit. Stehen sie zu warm, ist es schnell vorbei mit dem Frühlingsintermezzo.

Blumenzwiebeln treiben

Die meisten frühblühenden Zwiebelpflanzen brauchen einen Kältereiz, um zur Blüte zu gelangen. Die jetzt blühenden Blumenzwiebeln sind vorgetrieben, das heißt, sie wurden einem entsprechenden Kältereiz ausgesetzt und dann im wärmeren Gewächshaus mit den passenden Lichtverhältnissen zum Treiben angeregt.

Du kannst Dich aber auch selbst in der Blumentreiberei versuchen, die besten Erfolge erzielt man beim Treiben von Hyazinthen und den, bei uns leider nicht winterharten Tazetten-Narzissen (Narcissus tazetta), die einen umwerfenden Duft haben.

Das Ziehen dieser Blumenzwiebeln kann in einem durchlässigen Sand-Erde-Gemisch, besser aber über einem mit Wasser gefüllten Glas beziehungsweise auf Steinen in einem Gefäß erfolgen, denn so kann man wunderbar das Wurzelwachstum beobachten, einen Vorgang, der den Gärtnerblicken meistens verborgen bleibt.

Klassische Hyazinthen-Treiberei

Schon Mitte des 18. Jahrhunderts war das Treiben von Hyazinthen in Europa „en vogue“. Wie es Moden so an sich haben, ging auch diese im Laufe der Zeit wieder verloren, doch in den letzten Jahren kann man wieder vermehrt Hyazinthen und entsprechende Hyazinthengläser zum Treiben im Handel bekommen.

Verwendet werden meistens Zwiebeln, die eine spezielle Wärmebehandlung erhalten haben und so früher zum Treiben kommen. Doch oft funktioniert es auch mit unbehandelten Zwiebeln. In die Hyazinthengläser, die oben bauchig, dann schmal und dann wieder breiter geformt sind, kommt abgekochtes Wasser, die Zwiebel wird aufgesetzt, darf das Wasser aber nicht berühren!

Jetzt muss die Zwiebel kühl (5°C bis 10°C) und vor allem dunkel stehen, damit das Wurzelwachstum einsetzt. Die Zwiebel kann man mit gekauften oder selbst gebastelten Hütchen oder einfach nur mit einer Papiertüte abdecken. Ab und zu solltest Du kontrollieren, ob noch ausreichend Wasser im Glas ist und bei Bedarf nachfüllen.

Wenn die Wurzeln kräftig gewachsen sind und sich der Austrieb zeigt, stellst Du das Glas heller und etwas wärmer. Den Austrieb vorsichtig ans Licht gewöhnen, die Abdeckung aber erst vollständig entfernen, wenn der Austrieb anstößt. Ein kühler Standort, wenigstens nachts, verlängert die Blütezeit.

Narcissus tazetta, die Duftende

Die Tazetten-Narzissen lassen sich ähnlich leicht wie Hyazinthen treiben. Da ihre Zwiebeln kleiner sind, setzt man immer mehrere zusammen. Am besten kommen sie in einem Glasgefäß zur Geltung, dessen Boden Du mit Kieselsteinen, Blähton, Dekosteinen aus Glas oder Ähnlichem füllst.

Dann Wasser einfüllen, die Zwiebeln auf die Steine legen und mit kleineren Steinen oder Perlen auffüllen, damit die Zwiebeln halt haben. Deinen kreativen Ideen sind hier keine Grenzen gesetzt. Wie bei den Hyazinthen darauf achten, dass die Zwiebeln selbst nicht mit dem Wasser in Berührung kommen, sonst faulen sie.

Dann stellst Du das Gefäß in einen kühlen Raum und bereits nach wenigen Tagen wachsen die Wurzeln. Wenn Du immer darauf achtest, dass die Zwiebeln Wasser zu Verfügung haben und Du sie auch während der Blüte nicht zu warm hältst, wirst Du mehrere Wochen Freude an den wunderbar duftenden Blüten der Narzissen (Sorte 'Paperwhite') haben.

Nach der Blüte

Wenn Deine Frühblüher – egal, ob selbst getrieben oder vorgetrieben gekauft – abgeblüht sind, solltest Du sie noch so lange weiter pflegen, bis das Laub gelb wird und einzieht. In dieser Zeit freuen sie sich über eine Portion Dünger, denn nach der Blüte lagern die Zwiebeln Nährstoffe für die neue Saison ein.

Damit Deine Frühlingszwiebeln im nächsten Jahre wieder blühen, solltest Du sie, wenn der letzte Frost vorbei ist, im Garten auspflanzen. Die meisten Zwiebelblumen werden im kommenden Jahr wieder blühen, vielleicht pausieren einige und bekommen ein Jahr lang nur Blätter, aber wenn Du ihnen auch im folgenden Jahr wieder etwas Dünger spendierst, können sie Dir noch viele Jahre Freude im Garten machen.

Eine Ausnahme sind leider die Tazetten-Narzissen, doch einen Versuch ist es wert, sie an geschützter Stelle auszupflanzen und im nächsten Winter mit einem zusätzlichen Winterschutz zu versehen. Und im milden Weinbauklima überraschen die Diven dann vielleicht doch mit ungeahnter Robustheit.

Fazit:

Narzissen, Tulpen, Hyazinthen – sie und andere Frühblüher verkürzen uns das Warten auf den Frühling mit ihrem Duft und ihren fröhlichen Farben und können uns dann noch viele Jahre im Garten mit ihren Blüten erfreuen!

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Antje Lindner ist Experte für Hobbygarten
Antje Lindner
aus Augsburg
Experte für Hobbygarten
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  • Experimentierfreudig
Antje schreibt zu saisonalen Themen und über aktuelle Aktivitäten im Garten. Besonders gerne gestaltet sie ihren Garten um, legt Beete an und probiert neue Methoden aus.

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