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Mondkalender und Bauernregeln – Lediglich Mythen?

Früher hat man die Bauernregeln oft nicht ernst genommen. Inzwischen hat man sie statistisch überprüft und festgestellt, dass, wenn man das Entstehungsgebiet der jeweiligen Regel kennt und die Verschiebungen durch die Einführung des gregorianischen Kalenders beachtet, Bauernregeln als Erfahrungswerte relativ oft zutreffen, wie beispielsweise ein Merkspruch: „Viele Eicheln im September – viel Schnee im Dezember.“

Mythos oder Wahrheit?

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Früher kulturell begründet und dem Überleben dienend, sind Mondkalender und Bauernregeln heute hauptsächlich in der Esoterik bekannt und werden gerne auf gärtnerische Tätigkeiten angewandt. Ob es sich dabei um Wahrheit oder Mythos handelt, ist umstritten und verdient eine nähere Betrachtung der Thematik.

Bauernregeln und Einfluss des Mondes

In Zeiten, als es noch keine wissenschaftliche Überwachung und Wettervorhersage gab, waren die Bauern auf Naturbeobachtungen und eigene Erfahrung angewiesen. Es galt, den besten Zeitpunkt für Aussaat und Ernte zu ermitteln, extreme Wetterverhältnisse vorausahnen zu können und sich den Naturgegebenheiten entsprechend anzupassen. Sie beobachteten zu diesem Zweck das Wetter, das Verhalten der Tiere, die Mondphasen sowie die Entwicklung der Pflanzen und der Ernte. Aus der Kombination aller Beobachtungen zogen sie Rückschlüsse auf Zusammenhänge zwischen verschiedenen Naturphänomenen mit dem Wetter und dem Zustand der Pflanzen.

Bei vielen Völkern gab es Mondkulte, deren Kalender das Mondjahr zugrunde lag. Der aktuelle, auf dem Sonnenjahr basierende Kalender existiert in dieser Form erst seit dem 16. Jahrhundert. Wie heutige Erkenntnisse sich eher auf den Sonnenlauf stützen, hatten sie einst Mondbeobachtungen zur Grundlage. Doch noch heute wissen wir, dass ein Einfluss des Mondes und der Sonne auf die Erdoberfläche und das Wasser besteht, deutlich sichtbar am Wechsel von Ebbe und Flut. Auch die Dauer des weiblichen Zyklus ähnelt der des Mondes. Pflanzen stehen während Zeiten der Flut und bei Vollmond stärker im Saft als bei Ebbe und Neumond. So ist es nicht verwunderlich, dass bereits in grauen Vorzeiten aus solchen Beobachtungen Regeln abgeleitet wurden, welche die Zusammenhänge zwischen Mond und Pflanzenwelt verdeutlichen. So waren günstige und ungünstige Zeiten für die Aussaat, die Ernte wie auch für das Beschneiden und Umsetzen von Pflanzen bekannt.

Wahrheit oder Aberglaube?

Alte Uhr

Arbeit im Garten nach alten Mustern

Bei der Gartenarbeit ist es durchaus sinnvoll die Naturvorgänge zu berücksichtigen, zu denen auch die Mondzyklen gehören. Auch Wetterbeobachtungen und Erfahrungen der früheren Bauern einzubeziehen, schadet nicht, selbst wenn wissenschaftliche Beweise fehlen. Dass wir heute einen völlig anderen Lebensstandard mit zahlreichen modernen Hilfsmitteln haben und weniger naturverbunden leben, macht es schwierig, zwischen Stichhaltigkeit und Mythos zu unterscheiden. Bauernregeln und Mondkalendar sind bei Naturvölkern aus einem inneren Wissen heraus gelebt worden, während wir heute nur theoretische Abhandlungen mit Angaben zu Kalendertagen und Mondphasen zur Verfügung haben.

Die Bauern richteten sich nach wiederkehrenden Ereignissen in der Pflanzenwelt, beruhend auf Wetter- und Mondbeobachtungen. So lassen sich nicht alle Überlieferungen einfach als Humbug abtun. Schenkt man den Regeln keinen Glauben, kann es im Umkehrschluss aber auch nicht schaden, sie anzuwenden. Sind die alten Weisheiten dagegen wahr, wie von der Esoterik behauptet, können die Menschen und damit die Gartenpflanzen durchaus davon profitieren.

Letztendlich kann nur jeder für sich entscheiden, sich an die Überlieferungen zu halten, ihnen Glauben zu schenken, Arbeiten im Garten nach Bauernregeln und unter Berücksichtigung des Mondeinflusses durchzuführen. Jeder Mensch hat die Möglichkeit, eigene Beobachtungen anzustellen und diese mit den Erkenntnissen alter Traditionen zu vergleichen. Problematisch dürfte dabei sein, dass der gregorianische Kalender nicht der damaligen Zeitrechnung der Bauern entspricht, sodass die in den Bauernregeln angegebenen Kalendertage nicht mit den heutigen übereinstimmen. Für eine stichhaltige Überprüfung müssen also zunächst die korrekten Zeitpunkte ermittelt werden, für die die einzelnen Regeln aufgestellt wurden.

Fazit:

Kritiker mögen sich sträuben, schaden wird dem heimischen Garten keine angewandte, auf Naturbeobachtungen beruhende Bauernregel, auch nicht, wenn sie esoterisch anmutet. Andererseits haben zahlreiche Gärtner kräftige, gesunde Pflanzen, auch ohne sich danach zu richten.

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