Baum des Jahres 2011

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Die Elsbeere (Sorbus torminalis Crantz) – Baum des Jahres 2011

Der in früheren Jahrhunderten wegen seiner Früchte und seines schönen, harten und zähen Holzes beliebte Baum ist heute sehr selten geworden und wird in vielen Regionen auf der Roten Liste der aussterbenden Arten als „gefährdet“ oder „potenziell gefährdet“ aufgeführt. Heimisch in den Wäldern und Waldrandzonen in Mittel- und Südeuropas, stammt er ursprünglich vermutlich aus dem Kaukasus und ist heute auch in Nordafrika zu finden.

Heilmittel, Genussmittel und Holzlieferant

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Allgemein

Die Elsbeere liebt Wärme und Licht, ist trockenresistent und wächst deshalb in Weinbaugebieten besonders gut, zumal sie auch mit steilen Hängen zurechtkommt.

Die Borke älterer Bäume ist rissig, so dass der Stamm Ähnlichkeit mit Eiche oder Birnbaum erhält. Ihre tief eingeschnittenen, gelappten Blätter erinnern an den Ahorn, und wie dieser verwandelt sich auch der Elsbeeren-Baum im Herbst in eine leuchtende Fackel von Rot- und Gelbtönen.

Schon allein deshalb sollte man diesem selten gewordenen Baum einen Platz im eigenen Garten gönnen – wenn der groß genug ist. Denn die Elsbeere kann 20 bis 25 Meter hoch wachsen (dafür lässt sie sich allerdings Zeit) und 200 bis 300, einzelne Exemplare bis zu 400 Jahre alt werden. Mit einem bis zu zwei Meter langen Pfahlwurzelsystem verankert sich der Baum im Bodens er wenig anfällig ist für Windbruch.

Das Rosengewächs ist mit den Ebereschen verwandt, und wie bei diesen wachsen die etwa haselnussgroßen Früchte, die wie Miniaturäpfel mit brauner Schale aussehen, an Trugdoldenrispen, die bis zu 50 Blüten tragen können.

Die Früchte sind ab Oktober und bis in den Januar hinein pflückreif – der Baum trägt allerdings erst nach frühestens 12 Jahren. Wer gern Vögel beobachtet, kann die Früchte aber auch hängen lassen: Amseln und Drosseln lieben die Beeren ebenfalls.

Nutzung der Elsbeere – Heilmittel, Genussmittel, Holzlieferant

Schon die alten Römer wussten die getrockneten Elsbeeren gegen Cholera und Ruhr oder sonstige Durchfall-Erkrankungen zu nutzen. Der Pfälzer Arzt und Botaniker Hieronymus Bock führt diese Nutzung der „Eschrössel“ in seinem „Kräuterbuch“ aus dem Jahr 1546 ebenfalls auf.

Wie viele Wildfrüchte, etwa Schlehen oder Mispeln, enthalten auch die Elsbeeren reichlich Gerbstoffe und werden erst nach dem ersten Frost schmackhaft. Pflückt man sie vor dem Frost, sollte man sie liegen lassen, bis sie eine teigige Konsistenz bekommen.

Ihr hoher Gehalt an Pektinen macht die süß-sauren Früchte besonders geeignet für Marmeladen und Frucht-Gelees. Sie schmecken aber auch getrocknet als Müsli-Zutat. Aus den Beeren wird ein teuer gehandelter Obstbrand hergestellt, außerdem kann man sie zu Likör verarbeiten. Wer eine Übersicht zu Elsbeeren Rezepten sucht, wird hier fündig.

Das dichte, feinfaserige und sehr teure Holz, das dem Birnbaumholz sehr ähnlich sieht und deswegen auch als „Schweizer Birnbaum“ gehandelt wird, lässt sich gut polieren. Es wurde und wird gern für hochwertige Musikinstrumente genutzt, so setzt man es beispielsweise beim Bau von Cembali und Spinetten oder Virginalen ein.

Fazit:

Wer einen großen Garten hat und in einem Weinbaugebiet lebt, sollte diesem sehr selten gewordenen, attraktiven Baum ein Plätzchen gönnen und sich am herbstlichen Farbspiel und den ungewöhnlichen Früchten erfreuen.

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Huiwui sagt am 21.02.2011 07:01
Hallo! Ich weiß ja nicht, wie das in anderen Gegenden ist, aber es erscheint mir notwendig zu erwähnen, dass die Elsbeere eine Wirtspflanze des Feuerbrands ist; bei uns jedenfalls (Steiermark, Österreich) ist die Pflanzung von Elsbeeren dezidiert _verboten_.

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Dipl. oec. troph. Maik Mohl
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Als Diplom Ökotrophologe ist Maik Experte für gesunde Ernährung - und gibt gern sein Wissen über vergessene Kulturpflanzen wie alte Obst- und Gemüsesorten, essbare Wildpflanzen und Kräuter weiter.

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