Schädlinge im Garten

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Dickmaulrüssler im Frühjahr bekämpfen

Dickmaulrüssler im Frühjahr auch bei niedrigen Bodentemperaturen bekämpfen. Ein spezieller Nematoden-Mix macht es möglich!

Der Gefurchte Dickmaulrüssler (siehe Artikelbild) gehört zu den hartnäckigsten Schädlingen an Ziergehölzen, Stauden und Kübelpflanzen. Gegen seine gefährlichen Larven hat sich der Einsatz von Heterorhabditis-Nematoden bewährt. Sie müssen aber konsequent einige Jahre im Frühjahr und im Herbst eingesetzt werden. Leider ist das nicht immer möglich. Haupthindernis: niedrige Bodentemperaturen. Eine noch wenig bekannte Nematoden-Mischung schafft genau hier Abhilfe.

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Dickmaulrüssler: klein, nachtaktiv und meist weiblich

Dickmaulrüssler auf Blatt

Dickmaulrüssler mit Schadbildblatt

Der Gefurchte Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus) ist ein 10 bis 15 Millimeter kleiner grauer Käfer, der sich schnell verbreitet. Mehr als 90 Prozent der Dickmaulrüssler sind weiblich und legen bis zu 1.000 Eier ab. Der Schädling wird aber leider selten bemerkt, da die Tiere nur in der Nacht aktiv sind - und zwar zu Fuß. Problemlos überwinden die Käfer auch große Strecken in Reihenhaussiedlungen oder Gartenkolonien. Genauso mühelos krabbeln sie auf Balkone und Dachterrassen.

Erste Befallszeichen: buchtenförmige Fraßstellen am Blatt

Schaden am Blatt

Schaden durch Dickmaulrüssler

Das Wirtspektrum der Dickmaulrüssler ist sehr groß, besonders gerne werden Rhododendren, Eiben, Kirschlorbeer, Buchsbaum, Clematis und Rosen befallen. Aber auch Beerenobst, Weinreben sowie Stauden und Kübelpflanzen werden erfasst. Erste Zeichen sind die buchtenförmigen, halbrunden Fraßstellen an den Blatträndern. Der Blattfraß schädigt die Pflanzen allerdings kaum, er ist eher ein dekoratives Ärgernis.

Die Larven fressen die Wurzeln ab

Nahaufnahme Dickmaulrüsslerlarve

Larve des Dickmaulrüsslers

Den eigentlichen Schaden richtet der zahlreich im Boden lebende Nachwuchs - die 7 bis 10 Millimeter großen, weiß-gelblichen Larven - an. Sie schädigen durch monatelangen Fraß an Wurzeln und Knollen. Die Folge: Im Sommer ist eine plötzliche Welke und Verkümmerung der Pflanzen zu beobachten. Neben dem Wasser- und Nährstoffverlust dringen über die angenagten Wurzeln Pilze und Bakterien ein. Selbst große, gesunde Gehölze können so zum Absterben gebracht werden.

Bio-Torpedos gegen die gefährlichen Larven

Gegen Dickmaulrüsslerlarven

Heterorabditis-Nematoden

Zur Bekämpfung hat sich seit Jahren eine gezüchtete einheimische Nematodenart (Heterorhabditis bacteriophora) bei vielen Hobbygärtnern bewährt. Diese nur im Boden aktiven Fadenwürmer, mit einem Durchmesser von nur 0,03 Millimeter funktionieren wie ein Torpedo: sie spüren die im Boden lebenden Dickmaulrüsslerlarven auf, dringen über die Atemöffnungen in deren Blutbahn ein und geben dort spezielle Bakterien ab. Durch die Infektion stirbt die Larve innerhalb von zwei bis drei Tagen ab. Der Wirkungsgrad bei dieser Nematodenart beträgt rund 90 Prozent.

Ungefährlicher und einfacher Einsatz der Nematoden

Nematoden gegen Dickmaulrüsslerlarven

Einrühren des Nematodenpulvers

Die Nematoden können Hobbygärtner problemlos einsetzen, denn für Menschen, Tiere und Pflanzen ist diese Nematodenart völlig ungefährlich. Auch der Aussatz der mikroskopisch kleinen Tiere ist problemlos. Sie werden in einer Art Winterstarre in Pulverform geliefert. Zum Einsatz wird das Pulver in Wasser aufgelöst und damit werden alle befallenen Pflanzen abgegossen. Damit die Tiere gut jagen können, sollte der Boden danach zwei bis sechs Wochen leicht feucht gehalten werden.

Niedrige Bodentemperaturen behindern die Bekämpfung

Dickmaulrüssler müssen zweimal im Jahr (Frühjahr und Herbst) und meist über mehrere Jahre lang bekämpft werden. Bei der Frühjahrsbekämpfung mit Heterorhabditis-Nematoden erfolgt der Einsatz ab Mitte April. Voraussetzung für eine erfolgreiche Bekämpfung ist eine stundenweise Bodentemperatur (Minimum vier Stunden) von mindestens 12 Grad Celsius. Erst ab dieser Temperatur werden die Nematoden wirkungsvoll aktiv. Leider liegen diese Temperaturen nicht immer überall sicher und länger vor. Die Folge: eine uneffektive Bekämpfung sowie große Verunsicherungen bei vielen Hobbygärtnern: „kann ich die Nematoden jetzt noch einsetzen?"

Der Nematodemix wirkt bereits bei 8 Grad Celsius

Nametoden in Pulverform zum Auflösen

10 Mio. Nematoden im Mineralpulver!

Für Hobbygärtner in kälteren Regionen gibt es eine spezielle Nematodenmischung. Sie funktioniert bereits bei einer stundenweisen Bodentemperatur von nur 8 Grad Celsius. Der Mix besteht aus Heterorhabditis und Steinernema feltiae-Nematoden. Die beiden Arten ergänzen sich, die geringere Aktivität der H-Nematoden wird durch Steinernema feltiae die bei 8 Grad Celcius wirkungsvoll aktiv ist, gut ausgeglichen. Einziges Manko: der Mix hat einen geringeren Wirkungsgrad (ca. 70 Prozent). Dafür können eilige Hobbygärtner früher anfangen, die mit den kälteren Böden sind damit auf der sicheren Temperaturseite.

Bestellen kannst Du diesen Nematidenmix bei insekten-schützen-pflanzen.de in zwei Größen: für 20 Quadratmeter Fläche oder eine 100 Quadratmeter Fläche.

Fazit:

Hobbygärtner, die bisher auf eine frühzeitige und wirkungsvolle Bekämpfung der Dickmaulrüssler verzichten mussten, haben mit dem Nematodenmix jetzt eine gute Lösung in der Hand.

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Markus Winnig ist Experte für Biologischen Pflanzenschutz mit Nützlingen
Dipl.-Ing. Gartenbau (FH) Markus Winnig
aus Berlin
Experte für Biologischen Pflanzenschutz mit Nützlingen
  • Nützlingseinsatz
  • biologischer Pflanzenschutz
Markus berät seit Jahren Klein-und Hobbygärtner zum biologischen Pflanzenschutz mit Nützlingen. Im Onlineshop seiner Firma sind diverse Nützlinge, wie z.B. Marienkäfer, Schwebfliegenlarven oder Nematoden erhältlich. Sie werden direkt vom angeschlossenen Produktionsbetrieb innerhalb weniger Tage nach Hause geliefert. Gern berät er Dich per E-Mail oder telefonisch.

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