Schädlinge
Kommentare (2)Trauermückenbekämpfung mit Nematoden
Auf der Fensterbank, im Gewächshaus und Wintergarten beginnt im März und April die Pflanz- und Aussaatzeit. Überall werden Sämereien und Erden für wenig Geld angeboten. Der erste Pflanzenspaß wird einem aber sehr schnell verdorben, wenn sich dabei ein Schädling einmischt. Ein Schädling, der wie magnetisch von feuchter warmer Erde angezogen wird: Die Trauermücke!
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Trauermücken – eingeschleppt über Topfkräuter
Trauermücken gehören zu den nicht stechenden Mückenarten. Die schwarz-braunen, ein bis sieben Millimeter großen Tiere haben auffällig lange Beine und werden häufig über die ersten Frühjahrsblüher sowie Topfküchenkräuter eingeschleppt. Meist bemerkt man sie erst beim Gießen, denn Trauermücken fliegen bei jeglicher Störung sofort auf.
Trauermücken (siehe Artikelbild) ernähren sich hauptsächlich von Flüssigkeiten aus dem Pflanzensubstrat. Sie leben nur wenige Tage - hauptsächlich um massig Eier abzulegen. Dafür finden sie in den Anzuchtschalen gute Bedingungen.
Jungpflanzen ohne Chance: Larven fressen die Wurzeln ab
Angelockt durch Wärme und Feuchtigkeit legt jedes Trauermückenweibchen bis zu 200 Eier in die Anzuchterde ab. Die daraus schlüpfenden, ein bis zwei Millimeter großen, weiß-glasigen Larven leben vier bis fünf Wochen – und das mit verheerenden Folgen für die Pflanzen.
Sie fressen die ersten zarten Wurzeln der neuen Pflanzen ab oder bohren sich in die Stängel hinein.
Wirkung: Die Pflanzen verkümmern langsam oder sterben gleich komplett ab. Trauermückenlarven sind daher eine echte Gefahr für alle Aussaaten, Ableger und Jungpflanzen.
Gelbtafeln wirken nicht gegen die Larven
Gegen Trauermücken werden bevorzugt Plastiktafeln mit klebriger Beschichtung, so genannte Gelbtafeln, angeboten. In unmittelbarer Nähe von Pflanzen und Aussaatkästen platziert, locken die gelben Mückenfänger allerdings nur die erwachsenen, fliegenden Tiere an. Als Frühwarnsystem sind sie ideal, zur direkten Bekämpfung der Larven in der Erde dagegen völlig wirkungslos.
Sehr gute Erfolge werden dagegen mit speziell gezüchteten Nematoden erzielt. In der Pflanzenproduktion setzen Profis im Erwerbsgartenbau schon seit Jahren Steinernema feltiae-Nematoden gegen Trauermückenlarven ein.
SF-Nematoden: natürliche Gegenspieler
Steinernema feltiae-Nematoden sind nur in der Erde lebende, mikroskopisch kleine Fadenwürmer. Für Pflanzen, Tiere und den Menschen ist diese einheimsche Nematodenart völlig ungefährlich.
Sie greifen aber Trauermückenlarven an und das auf eine fast schon teuflische Art: Die nur 0,03 Millimeter großen Nützlinge suchen aktiv den Schädling auf, dringen über den Mund und die Atemöffnungen in ihn ein und geben in seiner Blutbahn tödliche Bakterien ab. Durch die starke Vermehrung der Bakterien verenden die Trauermückenlarven innerhalb weniger Tage.
Eine kleine Packung mit 10 Millionen SF-Nematoden reicht für gut 20 qm Aussaatfläche. Wer mehr braucht, sollte zur größeren Packung mit 50 Mio. Tieren greifen, damit können 100 qm Fläche behandelt werden.
Einfacher Nematoden-Einsatz: einrühren - gießen und fertig!
Diese mikroskopisch kleinen Nützlinge sind in Pulverform erhältlich. Damit ist der Einsatz der Tiere kinderleicht: Das „Nematodenpulver“ wird in Wasser aufgelöst und das „Nematodenwasser“ auf die Erden der Aussaaten und Pflanzen gegossen.
Wichtig: Es sollten auch alle weiteren Pflanzen in den Räumen damit gegossen werden. Schließlich kann man nie wissen, wo sich die Biester noch eingenistet haben. Innerhalb von zwei bis drei Tagen verenden die ersten Trauermückenlarven. Nach rund zehn Tagen sind in der Regel rund 3/4 aller Larven sicher abgetötet.
Die Nematoden gegen Trauermücken kommen per Versand mit der Post und können drei bis vier Wochen im Kühlschrank ohne Schaden gelagert werden. Eine kleine Packung mit 10 Millionen SF-Nematoden reicht für gut 20 qm Aussaatfläche. Wer mehr braucht, sollte zur größeren Packung mit 50 Mio. Tieren greifen, damit können 100 qm Fläche behandelt werden.
Fazit:
Wenn die eigene Anzucht nicht gelingen will, liegt es nicht immer am fehlenden „Grünen Daumen“- sondern an den glasigen Würmern einer kleinen Mücke.
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Kannman danach das Gemüse Essen ?
Hallo Franz, in Rücksprache mit Herrn Winnig, kann ich Dir sagen: Das Gemüse kann jederzeit gegessen werden, da diese Nematodenart nur an die Larven von bestimmten Schädlingen geht. Für Mensch, Tier und Pflanze besteht keinerlei Gefahr, weder von Seiten der Nematoden noch deren Bakterien.
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