Vorkultur von Sommerblumen

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Der Garten auf der Fensterbank

Auch wenn die meisten einjährigen Sommerblumen durchaus direkt ins Beet oder den Balkonkasten gesät werden können, so lohnt sich doch bei den meisten dieser Einjährigen – genauso wie bei Tomaten, Paprika und anderen Pflanzen für den Nutzgarten – eine Vorkultur im Zimmer. Denn vorgezogene Sommerblumen kommen eher zur Blüte als ihre im Beet ausgesäten Kollegen und sind außerdem im gefährdeten Keimlings- und Sämlingsstadium vor Schneckenangriffen geschützt.

Vorkultur einjähriger Sommerblumen im Zimmer

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Der Garten auf der Fensterbank

Auch wenn die meisten einjährigen Sommerblumen durchaus direkt ins Beet oder den Balkonkasten gesät werden können, so lohnt sich doch bei den meisten dieser Einjährigen – genauso wie bei Tomaten, Paprika und anderen Pflanzen für den Nutzgarten – eine Vorkultur im Zimmer.
Denn vorgezogene Sommerblumen kommen eher zur Blüte als ihre im Beet ausgesäten Kollegen und sind außerdem im gefährdeten Keimlings- und Sämlingsstadium vor Schneckenangriffen geschützt.

Früher Vogel fängt den Wurm?

Der Gedanke, möglichst früh mit der Aussaat zu beginnen, um dann zeitig blühende Pflanzen zu bekommen, ist natürlich verlockend.
Doch auch bei der Anzucht im Zimmer gilt die Aussage: „Alles zur rechten Zeit!“ Für die erfolgreiche Vorkultur im Zimmer sind nicht nur entsprechende Temperaturen, die relativ problemlos zu bieten sind, nötig, sondern auch die richtigen Lichtverhältnisse. Deshalb lohnt es sich kaum, vor Anfang März mit der Zimmerkultur zu beginnen und auch dann musst Du Deinen Aussaaten den hellsten Platz am Fenster geben, den Du zu bieten hast. Denn bei Lichtmangel vergeilen Deine Jungpflanzen, das heißt, sie entwickeln – auf der Suche nach Licht – besonders lange, schwache Triebe mit kleinen, hellgrünen Blättern, die unter Chlorophyllmangel leiden.

Das richtige Gefäß für die Saat

Hier hast Du die große Auswahl, denn Du kannst eigentlich in jedes Dir zur Verfügung stehende Gefäß säen:

  • Aussaatschalen
  • Minigewächshäuser
  • Blumentöpfe
  • Anzuchttöpfe aus organischem Material
  • Kokos- oder Torfquelltöpfe und -tabletten
  • Plastikschalen von Gemüse, Joghurtbecher, Eierkartons, Papprollen von Küchenrollen oder Toilettenpapier oder selbst gebastelte Töpfe aus Zeitungspapier, sogenannte Paperpotts. Anleitungen zum Falten findest Du im Internet (zum Beispiel hier)

Die Verwendung von Gefäßen aus kompostierbarem Material wie Torf, Kokos, Papier oder Pappe ist praktisch, weil Du die Jungpflanzen später direkt mit den Anzuchttöpfen auspflanzen kannst und somit die oft sehr empfindlichen Wurzeln nicht beschädigt werden.
Für Quelltabletten werden spezielle Minigewächshäuser mit Ausbuchtungen im Boden angeboten, so dass die späteren Töpfe relativ sicher stehen.
Verwendest Du Pflanzgefäße aus Pappe oder Papier, solltest Du sie dicht an dicht in eine Schale stellen, so dass sie sich gegenseitig stützen.

Eine große Auswahl bester Aufzuchtschalen findest Du im Gartenwelt.de-Shop »

Große Samen, kleine Samen

Die Wahl des Aussaatgefäßes ist auch von der Größe der Samen abhängig.
Kleine, feine Samen lassen sich besser breitwürfig in Schalen oder größere Blumentöpfe säen.
Besonders kleine Samen kannst Du mit feinem, trockenem Sand vermischen, dann lassen sie sich gleichmäßiger ausbringen.
Größere Samenkörner legst Du in Reihe in Saatschalen (dann musst Du rechtzeitig in Töpfe umpflanzen, damit die Wurzeln ausreichend Platz zum Wachstum haben) oder gleich – je nach Samengröße – ein bis drei Samen in Anzuchttöpfe, Blumentöpfe, Plastikbecher oder (dann einzeln) in Quelltöpfe oder -tabletten.
In jedem Fall müssen Töpfe und Becher gut gereinigt sein, bevor sie befüllt werden. Zur Aussaat verwendest Du am besten spezielle Aussaaterde, die feiner und nährstoffärmer ist als normale Blumenerde. Dies begünstigt ein gutes Wurzelwachstum.

Die Aussaat

Das Substrat sollte zur Aussaat durchfeuchtet, aber nicht triefend nass sein.
Je nachdem, ob die Samen der von Dir ausgewählten Pflanzen Licht- oder Dunkelkeimer sind, werden sie entweder nur leicht angedrückt oder mit einer gesiebten Erdschicht bedeckt, die in etwa so stark sein sollte, wie die Samen dick sind. Dann leicht mit Wasser übersprühen (Sprühflasche) und mit einer durchsichtigen Plastiktüte, Frischhaltefolie, einer Glasscheibe oder dem Deckel vom Minigewächshaus abdecken, um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten.
Ab und zu solltest Du lüften, damit sich kein Schimmel bildet.
Die richtigen Bodentemperaturen zur Keimung liegen bei den meisten Sommerblumen zwischen 18°C und 24°C. Wenn Du eine Fensterbank aus Stein hast, solltest Du die Aussaatgefäße auf eine Styroporplatte oder ein Holzbrett stellen.

Und dann? Warten!

Die Keimdauer hängt von der Art der Pflanze, der Qualität des Saatgutes und den äußeren Bedingungen wie Licht, Temperatur und Feuchtigkeit ab. Deshalb ist Geduld auch bei der Sämlingsanzucht die wichtigste Gärtnertugend.
Wenn es dann so weit ist und die Keimlinge das Licht der Welt erblicken, kannst Du nach dem Erscheinen des ersten Blattpaares (Keimblätter) die Abdeckung entfernen, musst aber gut darauf achten, das Substrat feucht zu halten. Das gelingt am besten mit einer Sprühflasche; Staunässe ist tödlich, Trockenheit genauso.

Pflege der Sämlinge

Wenn die Samen nicht schon einzeln in Töpfe gesät wurden, müssen sie spätestens wenn sie anfangen, sich gegenseitig zu bedrängen, pikiert, das heißt vereinzelt werden.
Der früheste Zeitpunkt für das Pikieren ist nach der Bildung des ersten „richtigen“ Blattpaares nach den Keimblättern. Zum Pikieren fasst Du die Pflanzen am besten vorsichtig an einem Blatt oder am Stiel direkt über der Substratoberfläche (die Stiele sind oftmals stark druckempfindlich), lockerst die Erde mit einem Holzstäbchen und hebst den Sämling heraus.
Dieser bekommt jetzt einen eigenen kleinen Topf in dem er kräftige Wurzeln bilden kann. Wenn die Tagestemperaturen dauerhaft im positiven Bereich angelangt sind, können die Sämling dann später ins (auch nachts) frostfreie Gewächshaus umziehen.
Sind die Jungpflanzen kräftiger, stellst Du sie an schönen Tagen zum Abhärten an einen halbschattigen Platz im Garten (tagsüber), bis Du sie dann nach den letzten Nachtfrösten endlich ins Beet oder den Balkonkasten pflanzen kannst.

Fazit:

Um auf die speziellen Bedürfnisse Deiner von Dir zur Aussaat ausgewählten Arten einzugehen, ist es wichtig, die Hinweise auf den Samentütchen bezüglich Kultur und Pflege genau zu lesen und natürlich zu befolgen. Und dann wirst Du bald mit Stolz auf Deine ersten eigenen blühenden „Kinder“ schauen können.

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Antje Lindner ist Experte für Hobbygarten
Antje Lindner
aus Augsburg
Experte für Hobbygarten
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  • Experimentierfreudig
Antje schreibt zu saisonalen Themen und über aktuelle Aktivitäten im Garten. Besonders gerne gestaltet sie ihren Garten um, legt Beete an und probiert neue Methoden aus.

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