Schädlinge im Garten
Kommentare (2)Maulwurfsgrillen – bequem und ungiftig bekämpfen!
Abgefressene Pflanzen, löchrige Kartoffeln und kahle Stellen im Rasen. Folgen eines Maulwurfsgrillenbefalls. Die Bekämpfung dieser recht bizarren Grillenart ist schwer. Chemische Mittel gibt es nicht und „selbst gebraute Hausmittel“ wirken wenig bis gar nicht. Im professionellen Gemüseanbau dagegen setzten die Gärtner eine spezielle Fadenwürmerart mit Erfolg ein. Auch der Hobbygärtner kann diese natürlichen Gegenspieler gezielt bei sich einsetzen. Wichtig sind dabei die Bodentemperaturen und der richtige Zeitpunkt.
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Eine krebsartige, im bodenlebende Heuschrecke
Maulwurfsgrillen (Gryllotalpa gryllotalpa) manchmal auch Werren genannt, gehören zu den heimischen Heuschrecken. Die bis zu 10 Zentimeter großen Tiere sehen etwas unheimlich aus: krebsähnlicher behaarter gelb-brauner Körper, sowie große grabschaufelartige Vorderfüße. Sie sind draußen meist ab Mitte April aktiv und wie der Name ahnen lässt -unterirdisch! Maulwurfsgrillen lieben lockere, warme und etwas feuchte Erde. Die Tiere findet man daher häufig in Gemüsebeeten, im Rasen, sowie in Gewächshäusern. Dort legen sie, dicht unter der Oberfläche, ein weit verzweigtes Gang- und Kammersystem an. Das bleibt nicht ohne Folge: durch die starke Wühltätigkeit können sie ganze Beete und Neuanlagen ruinieren.
Nützlich aber auch schädlich
Zu sehen bekommt man diese bizarren Tiere nur selten. Tagsüber fressen sie in ihren Gängen und an die Oberfläche kommen sie meist nur in der Dämmerung. Maulwurfsgrillen sind eigentlich recht nützliche Tiere. Sie ernähren sich von Schädlingen wie Engerlingen, Drahtwürmern und Schnecken. Allerdings stehen – wenn reichlich vorhanden - auch junge Wurzeln, Knollen sowie die oberirdischen Teile von vielen Gemüsearten auf ihrem Speiseplan. An- und abgefressene Pflanzen sind daher typische Anzeichen eines Maulwurfsgrillenbefall. Treten sie zudem auch in größerer Zahl auf, wird eine Bekämpfung notwendig.
Hier werden ratlose Gärtner schon mal extrem
Maulwurfsgrillen sind mit herkömmlichen Mitteln nur schwer wieder loszuwerden. Da auch keine chemischen Mittel zugelassen sind, behelfen sich viele Hobbygärtner mit dem Eingießen von Geschirrspülmitteln oder Öl/Wasser-Gemischen in die Gänge. Manch einer greift in seiner Verzweiflung auch zu Bauschaum und Propangas. Aber auch das hilft wenig. Die gepanzerten Miniwühlmäuse sind ausgezeichnete Schwimmer und Läufer und reagieren auf die kleinsten Erschütterungen mit blitzartigem Bau von Fluchttunneln.
Abhilfe: Bekämpfungsmethode aus dem Gemüseanbau
Weit erfolgreicher und ungiftiger ist dagegen eine biologische Bekämpfungsmethode, die im professionellen Gemüseanbau Standard ist: gezüchtete SC-Nematoden als Maulwurfsgrillenjäger. Die mikroskopisch kleinen Fadenwürmer legen sich in den Gängen auf die Lauer. Ihr Ziel: auf vorbeilaufende Maulwurfsgrillen aufzuspringen, über die Atmungsöffnung in die Blutbahn vorzudringen und dort tödliche Bakterien abzugeben. Durch die Infektion verendet die Maulwurfsgrille innerhalb von 10 Tagen. Für Menschen, Tiere und Pflanzen sind diese Bakterien, wie auch die Nematoden dagegen völlig ungefährlich.
Die Nematoden gegen Maulwurfsgrillen kommen per Versand mit der Post. Sie müssen nicht sofort ausgebracht werden, sie sind vier Wochen lang gekühlt haltbar. Zwei Größen sind erhältlich: Eine kleine Packung für 20 qm Fläche, sowie die die große Packung für 100 qm.
SC-Nematoden: Bequeme Bekämpfung mit der Gießkanne
Die Ausbringung der kleinen GSG 9 ist ungefährlich und einfach. Die Nematoden werden in Pulverform in einem Plastikbeutel per Post geliefert. Das Nematoden-Pulver wird in Wasser aufgelöst und, mit einer Gießkanne ausgebracht. Die kleinen Jäger sind etwas UV-empfindlich, die beste Bekämpfungszeit ist daher der frühen Morgen bzw. am Abend. Abgegossen werden damit alle Stellen, wo Maulwurfsgrillen aktiv sind bzw. waren. Mindestens zwei Wochen lang sollten die behandelten Flächen dann leicht feucht gehalten werden. Foto: Ausbringung der Nematoden mit einer Gießkanne
Nur die rechtzeitige Bekämpfung führt schnell zum Erfolg
Voraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz ist eine stundenweise Bodentemperatur von 12 Grad Celsius sowie der richtige Zeitpunkt. Die Nematoden sollten möglichst noch vor der Paarungszeit der Maulwurfsgrillen zum Einsatz kommen. Der ideale Zeitraum ist in der Regel von April bis Anfang Mai. Da die Tiere im Gewächshaus und Frühbeet früher erscheinen, kann dort der Nematodeneinsatz schon früher erfolgen. Wichtig: ein späterer Einsatz bis in den Juli hinein ist zwar möglich aber uneffektiv. Grund: die Behandlung mit Steinernema carpocapsae-Nematoden erzielt nur bei den erwachsenen Maulwurfsgrillen einen Wirkungsgrad von über 80 %. Bei den Larven dagegen ist die Wirkung sehr gering.
Bitte beachte:
Die Tiere können in warmen Gewächshäusern bald (Mitte bis Ende März) eingesetzt werden. Im Freiland dagegen wird der Einsatz voraussichtlich erst gegen Mitte April möglich sein. Faustregel: sobald die ersten Maulwurfsgrillen aktiv sind, kann in der Regel die Bekämpfung nach einigen Tagen starten. Falls Du Dir unsicher bist, kannst Du mir über meine Homepage (insekten-schuetzen-pflanzen.de) gerne Fragen stellen!
Die Nematoden gegen Maulwurfsgrillen kommen per Versand mit der Post. Sie müssen nicht sofort ausgebracht werden, sie sind vier Wochen lang gekühlt haltbar. Zwei Größen sind erhältlich: Eine kleine Packung für 20 qm Fläche, sowie die die große Packung für 100 qm.
Fazit:
Hobbygärtner die im April/Mai aufgewühlte Beete und abgefressene Jungpflanzen bei sich vorfinden, sollten ruhig mal einen Blick unter die Erde wagen. Dort tummelt sich neben der Wühlmaus noch so einiges an Schädlingen. Mit ein paar Litern „hochkonzentrierte Natur“ kann man sie aber schnell und bequem bändigen.
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grille in der laube wie werde ich sir los.von dem krach in der nacht kann man nicht schlafen
Hallo Rolf,
Maulwurfsgrillen (Gryllotalpa gryllotalpa) leben im Garten in einem verzweigten Erdsystem und sind besonders unbeliebt, da sie an jungen Pflanzenwurzeln nagen und uns im Sommer mit ihrem Gesang manchmal stören.
Eine Bekämpfung im Garten ist mit den Nematoden Steinernema carpocarpsae möglich. Unser Experte Markus Winnig hat dazu einen Gartentipp auf seiner Homepage veröffentlicht. Auf dieser Seite besteht auch die Möglichkeit nützliche Nematoden gegen Grillenbefall zu erwerben.
Der Handel vertreibt Geräte, die hochfrequente Signale aussenden und die Grillen vertreiben sollen, die für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbar sind. Allerdings ist hierbei der finanzielle Aufwand (ab 25 €) meist zu groß.
Weiherhin besteht noch die Möglichkeit am Abend die Türen der Laube aufzulassen, so dass die Grille ihren Weg allein wieder nach draussen finden kann. Längerfristig solltest Du darauf achten, dass sich die Grillen nicht in Gemüse- oder Frühbeeten oder im Kompost ansiedeln können. Besonders wenn sich die Beete oder der Kompost in der Nähe der Laube befinden, ist es häufig möglich, dass Du nächtlichen Besuch von Grillen bekommst.
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