Gartentechnik

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Vertikutieren - eine Kur für den Rasen

Im Laufe der Zeit tendiert Rasen zur Verfilzung. Diesem unangenehmen Phänomen sollte man mit regelmäßigem Vertikutieren entgegenwirken

Rasen belüften und Unkraut entfernen

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Blickst Du auch oft seufzend in Nachbars Garten und fragst dich verzweifelt: Warum habe ich nicht so einen schönen, dichten, sattgrünen Rasen? Dann hast Du bei Deiner Rasenpflege vermutlich eine Tätigkeit versäumt, der oft zu wenig Bedeutung beigemessen wird: das Vertikutieren.

Verstopfter Rasen

Zwischen den Grashalmen sammeln sich mit der Zeit abgestorbene Pflanzenteile und Schnittgut vom Rasenmähen an.

Dieses Material verdichtet sich zu einem schwer wasserdurchlässigen Rasenfilz, der das Wachstum hemmt und Staunässe bewirkt. Der Rasen wird undicht und die Trittfestigkeit geht verloren.

Pilze und Bakterien breiten sich aus, die Ursache vieler Rasenkrankheiten. Das Wachstum von robusteren Unkräutern wird begünstigt.

Verjüngungskur

Für einen gesunden Rasen ist das regelmäßige Vertikutieren entscheidend.

Und so geht’s:

Mähe erst den Rasen tief ab und entferne anschließend Rasenfilz, Moos und etwaiges Unkraut. Das kann mit einer engzahnigen Harke (nur bei ganz kleinen Gärten) erledigt werden.

Weniger kraftraubend und gleichmäßiger arbeitet ein Vertikutiergerät, das die Sperrschicht optimal beseitigt (die Messer dringen nur wenige Millimeter in den Boden ein). Das herausgearbeitete Material ist ideal für einen Kompostbehälter. Vermischt mit etwas Erde, ergibt das im Herbst oder im nächsten Frühjahr eine gute Komposterde.

Wann am besten Vertikutieren?

Der richtige Zeitpunkt zum Vertikutieren ist das Frühjahr, wenn der Boden dauerhaft eine Mindesttemperatur von 10 Grad Celsius aufweist.

Bei sehr viel Unkraut und Moos entstehen größere Kahlstellen, die eine Nachsaat erfordern. Dann ist der Mai die bessere Alternative, die Zeit des intensivsten Rasenwuchses. Einmal Vertikutieren im Jahr genügt, nur in „schweren Fällen“ sollte man den Vorgang im Herbst wiederholen. Aber Vorsicht! Nicht übertreiben, da die Grasnarbe dabei leicht beschädigt wird und sich regenerieren muss.

Vertikutiergeräte

Es gibt eine verwirrend große Anzahl von Vertikutiergeräten am Markt.

Wir sagen Dir, worauf Du achten musst.

Grundsätzlich arbeiten alle nach dem gleichen Prinzip: An einer Walze befinden sich senkrecht rotierende Messer, die in den Boden eindringen und den Rasenfilz, Moos und Unkraut herausschneiden. Die Auswahl richtet sich nach der Größe und Beschaffenheit der Rasenfläche. Handvertikutierer erfordern relativ große Kraftanstrengung und eignen sich nur für sehr kleine Gärten.

Größere Flächen bearbeitet man mit einem – allerdings teureren - Elektrovertikutierer. Der Nachteil ist das Stromkabel, das bei verwinkelten Flächen sowie Bäumen und Sträuchern im Rasen ziemlich nervig sein kann. Noch teurer sind Benzinvertikutierer. Dafür aber ist man frei beweglich, sie sind meist stärker und kommen mit allen Gartengrößen und mit sehr stark verfilzten Rasenflächen zurecht. Wichtig sind auch große Räder (durchschnittlich 15-20 Zentimeter); damit sind die Geräte leichter zu bewegen.

Nach dem Vertikutieren ist vor dem Vertikutieren

Zunächst sieht Dein Rasen furchtbar zerzaust und zerrupft aus. Aber keine Panik. Das ist ganz normal. Du musst nur gleich anschließend auf den kahlen Stellen Rasensamen nachsäen. Am besten einen speziellen Regenerationsrasensamen, der die Lücken schnell wieder begrünt.

Zusätzlich bringst Du auf die gesamte Rasenfläche einen Startdünger auf, um das rasche Anwachsen des Rasens zu gewährleisten. Gleichmäßiger als von Hand geht das mit einem Streuwagen. In drei bis vier Wochen sind die Grashalme ca. 10 cm hoch und Du kannst den Rasen mähen.

Weitere Rasenpflege

Ein gesunder, dicht bewachsener, sattgrüner und unkrautfreier Rasen braucht regelmäßige Pflege.

Mit dem Vertikutieren im Frühjahr hast Du bereits die härteste Arbeit des Jahres hinter Dich gebracht und einen wichtigen Grundstein für Deinen Traumrasen gelegt. Während des restlichen Jahres ist es einfacher: regelmäßiges Mähen (möglichst einmal pro Woche, nicht zu tief), Bewässern (als Richtwert gilt 2 – 3-mal pro Woche je 45 Minuten lang, bei extremer Hitze und Trockenheit 4-mal) und Düngen hält Deinen Rasen gesund.

Faustregel

Als optimal gilt eine Düngung im Frühjahr, eine zweite im Sommer (Juni/Juli) und dann nochmals im Herbst, also etwa alle 3 Monate. Vorzugsweise nimmt man Langzeitdünger, die die Nährstoffe langsam und gleichmäßig abgeben. In Fachgeschäften und in den Baumärkten gibt es spezielle Dünger für jeden Zweck mit der richtigen Nährstoffzusammensetzung (Startdünger, Frühjahrs- und Herbstdünger etc., aber auch Spezialdünger bei Nährstoffmangel).

Eine große Auswahl bester Vertikutierer findest Du im Gartenwelt.de-Shop>>

Fazit:

Wenn Du Deinen Rasen auf diese Weise behandelst, bleibt er gesund und künftig werden nicht mehr Sie bei den Nachbarn, sondern die Nachbarn bei Ihnen am Zaun stehen und das Rasenwunder bestaunen.

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Annika sagt am 07.10.2010 09:50
Mein Rasen freut sich auch immer wieder über eine Belüftung. Sieht meiner Meinung immer total krass aus, was da für Mengen an Moos und trockenem Gras rauskommt.

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