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Streitpunkt unter Nachbarn - Morsche Äste, Blätter und Fallobst

Wir klären die typischen Streitfälle in der Nachbarschaft und zeigen, wie man sich richtig verhält. So vermeidest Du, dass ein Streit vor dem Gericht landet.

Wenn Bäume die Nachbarschaft entzweien

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Äste aus Nachbars Garten ragen über den Zaun: Die Früchte daran laden zur Ernte ein, aber herabfallendes Laub empört den Ordnungssinn und morsche Baumteile lassen drohenden Schaden befürchten.

Rechtliche Fragen

Darf man überhängende Zweige kurzerhand abschneiden? Kann man dem Nachbarn einfach den Rechen in die Hand drücken, damit er das Laub entfernt?

Nicht alles, was dem Einzelnen probat erscheint, eine Situation zu bereinigen, ist auch erlaubt. Wo gegenseitige Rücksichtnahme und einvernehmliches Miteinander zwischen Grundstücksnachbarn zu kurz kommen, müssen in der Regel gesetzliche Vorgaben, und unter Umständen sogar richterliche Entscheidungen für Ruhe und Ordnung sorgen.

Abgesehen von einzelnen kommunalen Sonderregelungen (wie beispielsweise eine Baumschutzverordnung) oder bundeslandspezifischen Vorgaben basiert die Klärung des Nachbarschaftsrechts in der Bundesrepublik Deutschland auf den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) als zentraler Kodifikation des allgemeinen Privatrechts.

Nachbars Baum ragt über den Zaun

Ein Baum in der Nähe des Gartenzauns schafft oft Konflikte, auch wenn der vorgeschriebene Abstand zur Grenze eingehalten ist, denn es ragt doch der eine oder andere Ast über den Zaun und wird als störend empfunden.

Selber sägen

Das in §910 BGB behandelte Kapprecht gibt für einen solchen Fall eine klare Lösung vor. Der Nachbar, der sich durch die auf sein Grundstück überhängenden Äste beeinträchtigt fühlt, kann deren Beseitigung beim Baumeigentümer anmahnen. Er muss ihm für entsprechende Maßnahmen allerdings eine angemessene Frist einräumen.

Verstreicht diese Frist, ohne dass etwas geschieht, darf er die überhängenden Äste selbst entfernen. Allerdings muss er dazu nachweisen, dass er durch den Überhang in der Benutzung seines Grundstücks beeinträchtigt wird. Außerdem ist er verpflichtet, die störenden Zweige fachgerecht und baumschonend zu entfernen.

Er darf also nicht hergehen und das störende Astwerk abreißen oder mit einer Heckenschere zurechtstutzen, was ihm nicht genehm ist. Er muss, sofern er nicht einen Fachmann mit der Ausführung der Arbeiten betraut, mit geeignetem Werkzeug wie Baumschere oder Säge die Äste ordentlich und glatt abschneiden.

Verkehrssicherungspflicht

Ragt ein erkennbar morscher Ast über die Grenze, unterliegt der Baumeigentümer der Verkehrssicherungspflicht: Er hat dafür zu sorgen, dass von seinem Grundstück keine Gefährdung ausgeht und dieses überhängende Totholz - das jederzeit, auch ohne äußere Einwirkung wie beispielsweise Sturm herabfallen kann - entfernt wird. Ansonsten haftet er für Schäden durch solchermaßen vorhersehbare Schadereignisse.

Laub, Früchte auf Nachbars Rasen - Ärger vermeiden

Laub, Nadeln und eventuell auch Samen oder Zapfen, die von den Bäumen im Nachbargrundstück über den Zaun auf Beete und Rasen fallen oder vom Wind herübergetragen werden, rufen häufig Ärger hervor. Die Aussicht, immer wieder mit Rechen und Harke für Ordnung sorgen zu müssen, lässt manchen Gartenbesitzer nach dem Kadi rufen.

Mag herbstliches Laub im Garten auch als störend empfunden werden und seine Beseitigung aufwendig sein, gibt es doch in der Rechtsprechung keine allgemeingültige und zweifelsfreie Klärung dieses Problems. In der Regel muss der natürliche Laubfall geduldet werden, da er nicht zwangsläufig eine wesentliche Beeinträchtigung der Grundstücksnutzung darstellt. Bei zwingend erforderlichen richterlichen Entscheidungen sind deshalb die jeweiligen Umstände und insbesondere das Ausmaß der Beeinträchtigung urteilsentscheidend.

Hängen von einem Obstbaum fruchttragende Äste über den Gartenzaun ins Nachbaranwesen, gerät mancher in Versuchung zu ernten, wo er nicht gesät hat. Die Eigentumsverhältnisse an solchem Obst sind in §911 BGB jedoch eindeutig geregelt. Früchte, die noch am Baum hängen, sind Eigentum des Baumbesitzers. Nur er ist, von zwischennachbarlichen Sondervereinbarungen abgesehen, zur Ernte berechtigt. Fallen die Früchte allerdings zu Boden, gelten sie als Früchte des Grundstücks, auf dessen Boden sie liegen.

Grenzbäume - ein Grenzfall

Bäume oder Sträucher, die genau auf der Grenzlinie zwischen zwei oder mehreren Anwesen stehen, gehören allen beteiligten Grundstücksbesitzern zu gleichen Teilen. Dies gilt für das zu erntende Obst genauso wie für die bei einer eventuellen Fällung anfallenden Überreste.

Auch haben alle Besitzer das gleiche Recht, eine Entfernung oder Teilentfernung zu fordern, haben allerdings auch die Verpflichtung, gemeinschaftlich die Kosten für solche Maßnahmen zu gleichen Teilen zu tragen. Weigert sich einer der Baumeigentümer für den auf ihn entfallenden Betrag aufzukommen, verliert er dadurch jegliches Eigentumsrecht an dem infrage stehenden Objekt.

Fazit:

Mit einem besonnen geführten Gespräch lassen sich viele Streitfälle schon im Vorfeld vermeiden.

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