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Laub von Eichen, Walnuss und Kastanien ist ein super Dünger

Das Laub von Bäumen wie Eichen, Walnuss und Kastanien ist bei vielen Gärtnern unbeliebt, da es nur langsam verrottet. Verwandle diesen angeblichen Nachteil zu einem Vorteil, indem Du die Blätter als Langzeitdünger für Rhododendron und Heidelbeeren einsetzt.

Mit Laub von Eichen und Rhododendron düngen

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Viele Gartenbesitzer wissen im Spätherbst nicht, wohin mit ihrem Eichen-, Walnuss-, und Kastanienlaub. Schon ein Baum im Garten kann enorme Mengen davon produzieren, der nur zur Mulchung oder Frostabdeckung nicht aufgebraucht wird. Oft landen die Reste dann in Plastiksäcken verpackt auf dem Wertstoffhof - und das alles, weil sich hartnäckig das Gerücht hält, Laub dieser Baumarten würde bestenfalls einen minderwertigen Kompost abgeben, der auch noch langwierig im Entstehen sei.

Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Zum einen kommt es nämlich darauf an, welche Pflanzen mit dem Kompost gedüngt werden. Und zum Zweiten kann mit den richtigen Kompostiertechniken gerade aus Eichen-, Walnuss- und Kastanienlaub, und hier sei einfach mal eine der renommiertesten Stimmen des Faches zitiert, die englische "Royal Horticultural Society", der beste Naturdünger von allen werden.

Laubarten sind der ideale Kompostabfall

Drei Eicheln auf Laub

Fundstücke im Garten: Eicheln auf Herbstlaub

Grundsätzlich ist jede Laubart die absolut ideale Abfallart, um einen Komposthaufen zu bestücken, da der Kompostierungsvorgang bei Laub den idealen Verlauf nimmt. Dies liegt am alles entscheidenden Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff (C/N). Für eine problemlose (was nicht gleichzusetzen ist mit schneller) Kompostierung und die Produktion hochwertigen Komposts sollte das C/N-Verhältnis günstigstenfalls bei 25:1 bis 30:1 C/N liegen.

Die einzige Abfallart, die diesen Idealwert liefert, ist tatsächlich Laub. Durch den maßvollen Kohlenstoffgehalt sind die Mikroorganismen, die die Rotte verantworten, gut mit Stickstoff versorgt und können sich normal entwickeln und vermehren. Die eher langsame Rotte des Komposts wiederum ist günstig, da sie von einem so niedrigen Stickstoffvorkommen zeugt, das stabile Humusverbindungen Zeit haben sich zu formen.

Einfach mal kalken!

Buchempfehlungen:

Dennoch ist es auch die langsame Kompostierung gewesen, die den aufgezählten Laubarten ihren schlechten Ruf eingetragen haben, da sie die zügige Verrottung gemischter Komposthaufen verzögern und so die ganze Düngeplanung beeinflussen. Es kommt aber noch ein anderer Grund hinzu. Vor allem Eichenlaub erzeugt einen sauren Dung, der sich nicht für alle Pflanzenarten eignet.

Bevor aufgezählt wird, für welche Pflanzen andererseits Eichenlaub aber sehr gut geeignet ist, ein Wort zur anderweitigen Verwendung dieses Laubkompostes. Er kann nämlich simpel während des Rotteprozesses gekalkt werden und ergibt dann ausgezeichneten, sehr ergiebigen Kompost. Es werden einfach dünne Schichten des Laubes wechselseitig mit ebenso dünnen Schichten Muttererde und Kalk geschichtet. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass Buchenlaub deutlich weniger Kalk benötigt, als Eiche, Kastanie oder Walnuss. Was alles diese Laubarten - plus dem Laub der Platane - aber auszeichnet, ist ihr hoher Gerbstoffgehalt - und dieser wiederum hat eine nachgewiesene keimhemmende Wirkung.

Auch säurehaltiges Laub findet Verwendung

Wer allerdings Moorbeetflanzen wie Azaleen, Rhododendron oder Heidelbeeren sein eigen nennt, sollte einen extra Komposthaufen mit ungekalktem Eichen-, Kastanien- oder Walnusslaub aufsetzen. Ein vorheriges Zerkleinern der Blätter mit dem Häcksler beschleunigt den Kompostierprozess.

Allerdings kann trotzdem mit bis zu einem Jahr der Rotte gerechnet werden, bis wirklich guter Humus entsteht. Dann aber kann er für alle Pflanzen genutzt werden, die keine hohen pH-Werte in ihrem Boden vertragen. Durch seinen Säuregehalt senkt der Kompost den pH-Wert der Erde auf den idealen Wert ab.

Das im Herbst frisch gesammelte Laub hilft dem Gartenbesitzer in doppelter Weise: Es setzt bei der langsamen Verrottung als Streuware Säure frei und bietet zusätzlich für die Pflanzen einen wärmenden Winterschutz.

Übrigens: Bleibt noch Laub übrig, eignet sich dieses auch wunderbar als Mulch für alle diejenigen Pflanzen, deren natürliches Habitat der Wald oder der Waldrand ist. Unter der Blätter-Mulchschicht blühen sie oft zusehends auf und fühlen sich wahrhaftig wie zu Hause.

Fazit:

Eichen-, Walnuss-, und Kastanienlaub muss zwar länger in der Rotte bleiben, um zu gutem Humus zu werden - aber der wunderbare Kreislauf der Natur hat wieder einmal dafür gesorgt, dass es Pflanzen gibt, die eben diesen Humus als ideal für ihr Wachstum benötigen.

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