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Kommentare (0)Woher kommt unsere Grillkohle?
Sommerzeit ist Grillzeit. In Supermärkten, Gartencentern und selbst Tankstellen gemahnen Säcke voller Grillkohle an gemütliches Grillen im Freundeskreis. Dafür verbraucht Deutschland alljährlich rund 120 000 Tonnen Grillholzkohle. Doch woher kommt sie? Werden dafür Regenwälder abgeholzt?
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Deutsche Hersteller
Auf sie zurückzugreifen, sollte erste Wahl sein. Immerhin haben heimische Laubhölzer nur kurze Transportwege, ihr Nachwachsen erzeugt keine nennenswerten Umweltschäden. Zudem dienen sie zur Herstellung besserer Holzkohle im Vergleich zu tropischer.
Diese hat einen niedrigeren Brennwert, was ihren zunächst günstigeren Preis nunmehr relativiert. Vereinzelt gibt es in Deutschland noch immer Köhler, die in aufwändigen Prozessen Holzkohle selbst herstellen. Dort kannst Du Deine Grillkohle – wenngleich teurer, dafür aber raucharm und bestbrennend dank guter Glutbeständigkeit – direkt beziehen.
Doch Fakt ist: Dank der Verwendung von Holzpellets zur Befeuerung unserer Öfen stehen in Deutschland immer weniger nutzbare Holzarten zur Verfügung. Und so erfährt die heimische industrielle Herstellung von Grillkohle einen starken Rückgang.
Import der Grillkohle
Die Holzkohle unter unseren Grillrosten stammt überwiegend aus Südamerika und Afrika. Hauptlieferant mit 24 Prozent ist hierbei Paraguay, das für unsere Grillpartys alljährlich rund 50 000 Tonnen exportiert.
Als zweitwichtigstes Lieferland gilt sein südamerikanischer Nachbar Argentinien mit knapp 28 000 Tonnen. So wird einer der drei größten Anbieter für Grillholzkohle auf dem deutschen Markt, das Holzkohlewerk Lüneburg, aus Chaco in Argentinien beliefert. Weitere Importeure sind Nigeria, Indonesien und Namibia.
Lediglich ein Viertel der Grillkohle stammt aus europäischer Produktion: Hier sind Polen und die Ukraine zu nennen. In Deutschland wird lediglich abgefüllt. Zwar werden die Verpackungen häufig mit der Aufschrift „Kein Tropenholz“ versehen. Doch im Gegensatz zu Möbelholz etwa besteht keine Chance, persönlich zu überprüfen, welche Baumart dafür herhalten musste.
Nachweis nachhaltiger Forstwirtschaft
Für den Nachweis nachhaltiger Forstwirtschaft steht das FSC-Siegel mit seinem stilisierten Baum. Es soll garantieren, dass beim Abholzen von Bäumen strenge ökologische und soziale Vorschriften eingehalten wurden.
Allerdings ist dieses Zertifikat selten zu finden – ebenso wenig wie Hinweise zur Herkunft der Ware, über die sich häufig ausgeschwiegen wird. Da die Erteilung des FSC-Zertifikates recht kostspielig ist, leisten es sich überwiegend die in Lateinamerika oder Afrika tätigen Großkonzerne.
Auch stellt dieses Industriesiegel keine Sicherheit dar, wie Ökotest bereits mehrere Male und auch der WDR-Marktscanner kritisiert haben. In Labortests wurde Tropenholz nachgewiesen.
Dieses nämlich – trotz vieler unterschiedlicher Baumarten – weist eine jeweils extrem ähnliche Struktur auf im Vergleich zu Holz aus gemäßigten Breiten mit seinen individuellen Erkennungsmerkmalen. Säcke, auf denen ausdrücklich der Vermerk „kein Tropenholz“ steht, enthalten dennoch vielfach Holz aus tropischen oder subtropischen Regionen.
Die Abholzung von Regenwäldern
Zwar sind es weniger die tropischen Regenwälder, die für unsere kulinarischen Vorlieben herhalten müssen, wie in Labortests nachgewiesen wurde. Auch werden keine Urwaldriesen mit ihrem wertvollen Holz für unseren Grill gefällt.
Doch die Rodung subtropischer Wälder mit ihrem großen Artenreichtum stellt eine Gefährdung von Landschaft und Umwelt dar. In Paraguay wurden dem Ethnologen Marcos Andrés Glauser Ortiz zufolge im vergangenen Jahr 1000 Hektar Wald gerodet – und zwar täglich.
Nicht anders sieht es in Argentinien aus: Trotz angeblich strenger Kontrollen hinsichtlich Herkunft des Holzes aus nachhaltiger und legaler Forstwirtschaft gelingt es laut Greenpeace Argentinien den Behörden nicht, die Abholzungen effektiv zu regulieren.
Vielmehr wird Kahlschlag mit Bulldozern an dem bei Grillexperten so beliebten Quebracho-Baum praktiziert. Der steht mittlerweile auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN, da er vom Aussterben bedroht ist.
Man schreckt auch nicht vor großflächiger Abholzung kleinerer Bäume und Büsche zurück – mit der Folge großer ökologischer Schäden durch die daraus entstehende Brache. Und diese Rücksichtslosigkeit setzt sich bei den sozialen Bedingungen der dortigen Waldarbeiter fort: Vielfach sind es Kinder, die unter extremen Bedingungen schuften müssen.
Alternative Grillbriketts
Versuche es doch mal mit Grillbriketts aus gepressten Kokosnussschalen. Diese sind als nachwachsender Rohstoff eine gute Alternative zu Holzkohle – und es muss nicht ein einziger Baum gefällt werden. Zudem sind sie in raschester Zeit einsatzbereit und glühen bei guter Hitzeentfaltung und konstanter Temperatur über einen langen Zeitraum.
Noch effektiver sind Grillbriketts aus gepresstem Holzkohlestaub, mit Stärke gebunden. Zwar brauchen sie etwas länger bis zur Weißglut, dafür aber sind sie ausdauernder und dies bei konstanterer Temperatur.
Hier lohnen sich Premium-Grillbriketts vom Markenhersteller, die gar mehrere Stunden lang Grillvergnügen bereiten. Weitere Möglichkeiten, einen Grill zu beheizen, bestehen in Gas oder Strom. Doch der „echte“ Griller wird davon wohl weniger Gebrauch machen.
Fazit:
Achte doch einfach mal beim Kauf Deiner nächsten Grillkohle auf das Siegel und das angegebene Herkunftsland.
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