Pflanzen und Blumen
Kommentare (0)Was blüht denn da … jetzt noch?
Auch im Herbst gibt es noch zahlreiche Pflanzen, die zu der kühleren Jahreszeit eine wunderschöne Blütenpracht tragen
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Eine Vielzahl von Herbstblühern zeigt, dass der Blütenausklang im Garten durchaus mit der Farbigkeit und Formenvielfalt von Frühlings- und Sommerblumen mithalten kann. Hier ist alles vertreten: Zarte Blüten und Farbtöne der Herbstanemonen, leuchtende Farben der Astern, filigrane Gräser, kräftige Fetthennen – und dies alles vor der farbenprächtigen Kulisse des Herbstlaubes.
Wenn beim morgendlichen Gartenrundgang auf einmal alle Spinnennetze zu sehen sind, die sich in den Sommermonaten davor gut getarnt haben, dann ist es gewiss, der Herbst ist da. Fast wäre der Herbst meine Lieblingsjahreszeit, wenn sich nicht beim Gedanken an den nachfolgenden Winter und damit die Garten(arbeits)lose Zeit ein wenig Wehmut und Melancholie mit einschleichen würde. Dabei sind die Farben und Formen des Herbstes so gar nicht dafür gemacht, Trübsinn aufkommen zu lassen.
Herbstliche Blütenpracht
Zu den bekanntesten Herbstblühern gehören die verschiedenen Herbstanemonen. Ihre Blütezeit erstreckt sich von August bis in den Oktober hinein, aber sowohl ihre Farbpalette - von weiß über zartrosa bis hin zu einer kräftigen rosa Färbung - als auch ihre zarte Gestalt erinnern eher an Frühlingsblumen. Und doch gehören sie zu den robustesten Spätsommer- und Herbstblühern, wenn sie sich etabliert haben. Anemone tomentosa wächst in jedem frischen Gartenboden auf sonnigen bis halbschattigen Plätzen. Da sie gern Ausläufer treibt, sollten Gartenbesitzer mit wenig Platz sie mit einer Wurzelsperre versehen oder auf weniger ausbreitungsfreudige Arten wie Anemone hupehensis oder Anemone Japonica-Hybriden und deren verschiedene Sorten zurückgreifen.
In fast allen Gärten sind die Herbstastern vertreten, meistens findet man Glattblattastern (Aster novi-belgii), die einen sonnigen Standort mit frischem, gleichmäßig feuchtem Boden bevorzugen und Raublattastern (Aster novae-angliae), die es ebenfalls sonnig mögen. Niedrigere Varianten sind die Kissenastern (Aster dumosus), die mit Höhen bis maximal 50 cm weit unter den Erstgenannten bleiben, welche locker Höhen zwischen 1 m und 1,50 m erreichen können. Außergewöhnlicher und auch für halbschattige Standorte geeignet sind Wildaster (Aster ageratoides) und Waldaster (Aster divaricatus), die mit ihren zarten Blütenköpfen und ihrer Blütenfülle einen ganz eigenen Charme besitzen.
Fetthennen sorgen für kräftige Strukturen im Herbstgarten. Vor allem die Hohen Fetthennen (Sedum telephium, Sedum spectabile, Sedum Hybriden), die es in verschiedenen Blütenfarben und Blattfärbungen gibt, sind ein echtes Highlight und immer von Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten umschwärmt. Besonders dunkellaubige Sorten ('Matrona', 'Karfunkelstein', 'Purple Emperor' und andere) sind gut mit rötlichen Gräsern zu kombinieren, die jeden Garten bereichern. Ein perfektes Paar sind Gras und Fetthenne auch deshalb, weil viele Gräser und alle Sedumarten einen durchlässigen, eher nährstoffarmen Boden bevorzugen.
Eines der leuchtendsten Gräser ist Imperata cylindrica 'Red Baron', das Japanische Blutgras. Nicht immer ganz frosthart, sollte es zur Sicherheit im Winter mit einer Schicht aus Laub und Reisig abgedeckt werden. Wunderschön sind die Lampenputzergräser (Pennisetum), hier sollte man beim Kauf aber genau auf die Art achten, denn nicht alle sind in unseren Breiten winterfest, gerade das oft im Herbst angebotene Pennisetum setaceum 'Rubrum', das rote Lampenputzergras, ist nur bedingt frosthart. Doch es gibt genügend Gräser, die starke Fröste überstehen und deshalb bis in den Winter hinein ein wertvoller Gartenschmuck sind, so wie die verschiedenen Sorten der Rutenhirse (Panicum virgatum) oder des Chinaschilfes (Miscanthus sinensis).
Blüten, Blätter, Früchte
Eingerahmt und ergänzt werden die Herbstblüten von Blattschmuckstauden wie rot- oder orangelaubigen Heuchera (Sorten 'Cappuccino', 'Caramel', 'Plum Pudding' …), dem farbigen Laub von Sträuchern wie dem rotlaubigen Perückenstrauch und den roten Früchten von Zierapfel oder Cotoneaster. Und wenn auf einmal der Geruch des Sommers in der Luft liegt, dann hat man wohl das Glück noch eine duftende, bis in den späten Herbst blühende Rose zu besitzen oder der Wind hat den wunderbaren Duft der im Baumschatten wachsenden September- oder Oktobersilberkerze (Cimicifuga) zu uns herüber getragen.
Fazit:
Herbstblühende Stauden wie Astern, Herbstanemonen, Fetthennen, Silberkerzen oder Gräser sollten in keinem Garten fehlen, denn sie schmücken den Garten bis in den späten Herbst hinein mit farbenfrohen Blüten, leuchtendem Laub und strukturgebenden Formen. Die hier vorgestellten Pflanzen können nur eine Auswahl sein, die Zahl der Arten und Sorten für die verschiedensten Standortbedingungen ist kaum überschaubar.
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