Buchrezension
Kommentare (0)Rezension: Das ultimative Buch der Gartengestaltung
Rezension – Tim Newbury(Callwey Verlag): Das ultimative Buch der Gartengestaltung. Für jedes Budget und jedes Grundstück.
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Rezension – Tim Newbury: Das ultimative Buch der Gartengestaltung. Für jedes Budget und jedes Grundstück.
Der Untertitel verrät es bereits: Tim Newburys Werk „Das ultimative Buch der Gartengestaltung. Für jedes Budget und jedes Grundstück“ will ein echter Allrounder sein auf dem weiten Feld der Ratgeber, die Hinweise zur Gartenplanung geben.
Inhalt des Buchs
Der Autor gliedert sein Buch in drei Abschnitte und richtet sich dabei an der Interessengrundlage seiner Leser aus, die zunächst eine appetitanregende Einführung in die Grundlagen der Gartengestaltung erhalten und in den folgenden zwei Teilen mit vertiefenden Informationen zu den basalen Elementen eines Gartens vertraut gemacht werden: Strukturelemente wie Zäune, Terrassen und Teiche sowie Pflanzen, die ein Gartenplanungsschema mit Leben füllen.
Im ersten und umfassendsten Teil erwartet den Leser eine interessante Übersicht über verschiedenste Stilrichtungen der Gartengestaltung verknüpft mit historischen und regional-kulturellen Einblicken. Anhand von reichbebilderten Musterbeispielen zeigt Newbury auf, welche Möglichkeiten sich dem Gartenfreund hinsichtlich der thematischen Ausrichtung seiner grünen Oase bieten.Dabei finden auch spezielle Interessen seiner Leser Berücksichtigung wie Wassergärten, behindertengerechte Gärten und Waldgärten mit dichtem Baumbestand.
Alle Beispiele werden mit unterhaltsamen und leicht verständlichen Texten vorgestellt sowie von einer kurzen Zusammenfassung eingeleitet, in der Newbury klare Angaben dazu macht, für welche Gärten und welche Gärtner das jeweilige Gestaltungsbeispiel geeignet ist. Der Aspekt Familientauglichkeit spielt dabei häufig eine besonders große Rolle.
Highlights im Buch
Besonders gelungen sind die Zeichnungen, die kurz kommentiert und mit Himmelsrichtung versehen eine sinnstiftende Ergänzung zu den traumhaft schönen Fotos, die jedes Gestaltungsbeispiel begleiten, darstellen.
Der Autor präsentiert stets mehrere und einfallsreiche Varianten für jeden Gestaltungsstil, die viel Spielraum für Anpassungen an spezielle räumliche Voraussetzungen lassen.
Auffällig ist hierbei, dass die vorgestellten Mustergärten bis auf wenige Ausnahmen eine beachtliche Mindestgröße voraussetzen, damit Newburys Vorschläge umgesetzt werden können. Wer Tipps zur Gestaltung einer eher überschaubaren Grünfläche in Innenstadt-Lage sucht, wird in diesem Garten-Ratgeber nicht erschöpfend fündig. Allerdings soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Zeichnungen häufig mit einer Größenangabe abgebildet werden, so dass der Leser die Umsetzbarkeit der Gestaltungshinweise schnell abschätzen kann.
Hinsichtlich der Budget-Vorgabe hält der Untertitel des Buches, was er verspricht, auch wenn der Autor der Frage nach den Kosten der Umsetzungsvorschläge zumeist zu wenig Beachtung schenkt. Die teilweise ausgefallenen Bepflanzungs- und Strukturpläne sind jedoch auch mit günstigen einheimischen Pflanzen und einfacheren Materialien statt mit teuren Hybriden und kostenintensiven Baustoffen zu verwirklichen – Grundkenntnisse im Gärtnern oder eigenständige Recherche und handwerkliche Erfahrung vorausgesetzt.
Was Gartenwelt darüber denkt...
Letztere ist auch bei der Umsetzung von Newsburys Vorschlägen zu den Strukturelementen eines Gartens erforderlich. Anschaulich schildert er zahlreiche Ideen zum wirkungsvollen Einsatz von Steingarten, Pergola und Co., die allesamt optisch und praktisch anspruchsvoll erscheinen – die praktischen Hinweise kratzen jedoch nur spärlich an der Oberfläche des Informationsbedarfs des unerfahrenen Lesers.
Die Pflanzenvorschläge im letzten Abschnitt des Buchs lassen wenig Vielfalt erkennen. Zumeist stellt Newbury Hybriden und Exoten vor, deren Gedeihen an hiesigen Standorten alles andere als gesichert ist und die noch weniger eine Besiedelungsgrundlage für heimische Tierarten bieten – der Fokus des Autors bei der Pflanzenauswahl scheint eindeutig auf dem visuellen Beitrag zu liegen, den die Gewächse zu der Gestaltung des Gartens leisten können.
Naturnahes Gärtnern findet in diesem Ratgeber nur als spezielles Beispiel für Gartengestaltung Beachtung. Die Standort- und Pflegehinweise zu den einzelnen Arten fallen spärlich aus und setzen grundlegende Kenntnisse der Pflanzen voraus, über die ein unerfahrener Leser nicht zwangsläufig verfügt. Unterstützend wäre eine Illustration zu jeder Pflanze wünschenswert, damit zumindest das visuelle Gestaltungspotential der Pflanzen von Lesern ohne Vorkenntnisse leichter eingeschätzt werden könnte.
Fazit:
Ein Allrounder ist Tim Newburys Gartengestaltungsratgeber nur hinsichtlich seines Überblickscharakters. Die Hinweise des Autors stellen eine gute Anregung dar, sind jedoch längst nicht in jedem Garten und mit jedem Budget unverändert umsetzbar. Dieses Buch ist guter und optisch ansprechender Einstieg in das Thema Gartengestaltung – jedoch keineswegs ein Ratgeber für Garten-Einsteiger. Für Spezialisten scheint das Buch jedoch auch nicht geeignet zu sein, da aufgrund der Breite der bereitgestellten Informationen detaillierte Hinweise kaum Platz finden. Wer sich in diesem Werk Appetit auf die anspruchsvolle Gestaltung seines Gartens geholt hat und sich nun konkrete Anleitungen wünscht, dem seien Tim Newburys weiterführende Ratgeber mit leicht verständlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen empfohlen.
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