Pflanzen und Blumen
Kommentare (0)September - noch Sommer oder schon Herbst?
Im Herbst kann man Stauden durch Teilung einfach leicht selbst vermehren und erfreut sich dann im nächsten Jahr an ihrer üppigen Pracht.
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Stauden im Ziergarten
Dieser 9. Monat des Jahres hat es in sich, steckt er doch voller Widersprüche. Zuweilen sind die Tage so heiß, dass man einfach nur ins kalte Wasser springen möchte, aber ebenso sind auch Temperaturen möglich, die eher an einen milden Wintertag erinnern.
Beim Gang durch den Garten entdeckt man immer wieder Gegensätze: In voller Pracht blühen die Dahlien, der Sonnenhut strahlt im goldensten, sommerlichsten Gelb, doch ganz leise segeln auch die ersten verfärbten Blätter von den Bäumen, schmücken statt Blüten orangefarbene Hagebutten die Rosensträucher. Der September ist der Monat, in dem ich langsam anfange, mich vom vergangenen Gartenjahr zu verabschieden und das neue Gartenjahr vorbereite, indem ich meinen Ziergarten auf die Beauty-Farm schicke.
Stauden im Herbst - Neues pflanzen, Altes verjüngen und vermehren
Der September ist ideal, um neue Stauden zu pflanzen. Die Tage sind noch warm genug, um ihnen das Einwurzeln zu ermöglichen und damit die Voraussetzung für einen guten Start im neuen Jahr zu schaffen. Bei fast allen Stauden ist eine Herbstpflanzung problemlos, für im Frühjahr und Frühsommer blühende Stauden wie etwa Pfingstrosen (Päonien) empfiehlt sich diese sogar. Nur bei einigen Ziergräsern ist es besser, den Pflanztermin auf das Frühjahr zu verschieben, sind doch einige dieser
“Harfen”, wie Karl Foerster sie nannte, recht verstimmt, wenn sie sofort nach dem Pflanzen mit einem harten Winter konfrontiert werden.
Auch um alteingesessenen Gartenschönheiten zu neuem Glanz zu verhelfen, ist der Herbst die beste Zeit. Frühjahrs- und frühsommerblühende Stauden können jetzt am besten geteilt bzw. verjüngt werden. Viele Stauden werden mit den Jahren blühfaul oder vergreisen aus der Mitte heraus; hier hilft das Aufnehmen des Horstes und je nach Stärke des Wurzelgeflechtes ein beherzter Hieb mit dem Spaten, ein glatter Schnitt mit dem Messer oder ein vorsichtiges Auseinanderziehen mit den Händen.
Verjüngung
Soll die Pflanze verjüngt werden, so werden die äußeren Teile der Staude wieder eingesetzt, die alte, blühunwillige Mitte landet auf dem Kompost. Je nach Größe können aus einem großen Stock mehrere kleinere entstehen, die entweder alle wieder eingepflanzt oder getopft zu Geschenken oder Tauschobjekten werden. So wird für Neues Platz geschaffen oder mit Altem neu gestaltet. Zu den Stauden, die sich im Herbst problemlos teilen lassen, gehören z.B. Taglilien (Hemerocallis), Wieseniris (Iris sibirica) und die Polsterphloxe (Phlox subulata und Phlox douglasii).
Zweijährige Pflanzen
Zweijährige Pflanzen, also solche, die im ersten Standjahr eine Blattrosette bilden und im zweiten Jahr erst blühen und dann absterben, gehören streng genommen nicht zu den Stauden - eine Bereicherung des Ziergartens sind sie, genau wie die einjährigen Sommerblüher, allemal.
Jetzt im September ist die richtige Zeit, um selbstgezogene Pflänzchen aus den Anzuchttöpfen ins Freiland zu entlassen oder auch im Beet aufgelaufene Sämlinge an die gewünschte Stelle zu verpflanzen. Mit zu den bekanntesten Zweijährigen in unseren Gärten gehören Fingerhut (Digitalis purpurea), Stockrosen (Alcea rosea), Kronen-Lichtnelke (
Silene coronaria) und Vergissmeinnicht (Myosotis). Sie versamen sich bei zusagendem Standort recht kräftig und manchmal gefällt es ihnen so gut, dass sogar die alte, bereits abgeblühte Blattrosette nochmals treibt und ein weiteres Jahr zum Blühen kommt.
Was man so nicht plant
Bei allem Hin- und Hergepflanze, aller Umgestalterei und Pflanzenpflege - es ist selten, dass alles funktioniert, wie man es sich vorstellt. Habe ich im letzten Jahr noch voller Selbstvertrauen - und aller guten Ratschläge zum Trotz - meinen knallroten Mohn (Papaver orientale) mit seiner Pfahlwurzel ausgegraben und versetzt, durfte ich dieses Jahr feststellen, dass er farbenfroh wie immer an alter Stelle mit den pinkfarbenen Pfingstrosen um die Wette schreit.
Und so gibt es Stauden, die sich nicht teilen oder umpflanzen lassen wollen und unseren gestalterischen Vorstellungen einfach einen Strich durch die Rechnung machen und ihren Lebensraum selbst bestimmen. Und während ich noch für die umpflanzwilligen Kandidaten und Staudenneuzugänge im Garten die perfekten Plätze suche, fülle ich im Geiste schon die Zwischenräume mit den schönsten Zwiebelpflanzen, deren (Pflanz-)Zeit nun auch direkt vor dem Gartentor steht.
Fazit:
Stauden bieten eine faszinierende Vielfalt an Farben und Formen.
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