Pflanzen und Blumen

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Schnitt von Stauden und Sträuchern

Unser Gartenexperte Sebastian steht Dir mit Rat und Tat zur Seite. Diesmal beleuchtet er den optimalen Schnitt von Stauden und Sträuchern

Sträucher schneiden

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Für den Hobbygärtner ist der Schnitt seiner Pflanzen eine der arbeitsreichsten, aber bei richtiger Handhabung auch dankbarsten Arbeiten im eigenen Garten.

Unter Berücksichtigung einiger Regeln kann man durch gezielte und sinnvolle Schnittmaßnahmen die Blühfähigkeit der Sträucher, deren Form und Wuchspotential zur vollen Entfaltung bringen. Aus Platzmangel wird hier nur auf die wichtigsten Punkte des Ziergehölz- und Staudenschnitts eingegangen, der für Obstgehölze wichtige Schnitt wird ausgeklammert.

Technik und Werkzeug entscheidend

Wie bei jeder Arbeit gilt auch hier, ohne gutes Werkzeug und ein wenig Technik kann auch beim Schnitt von Gehölzen wenig erreicht werden. Deswegen kurz die wesentlichen Punkte:

  • Scharfe Gartenschere und eine gute Baumsäge
  • Ein Rückschnitt dicht über der Knospe, im rechten Winkel zum Trieb
  • Ein Schnitt dicht an der Ansatzstelle der Triebe oder Äste ausführen (Wundränder heilen schneller)
  • Beim Rückschnitt sollten kleine Stümpfe vermieden werden
  • Rindenabrisse entstehen nur, wenn vorher die Äste nicht von unten eingeschnitten wurden (20-30 Zentimeter entfernt vom Stamm)
  • Wundpflege nur an großen Schnittwunden (mehr als 5 Zentimeter im Durchmesser)
  • Lackbalsam nur auf die Wundränder auftragen, nicht die gesamte Fläche
  • Die Hauptschnittzeit ist in der Vegetationsruhe. An sehr früh blühenden Sträuchern kann der Schnitt schon nach Florende ausgeführt werden

Mehrjährige Stauden

Mehrjährige Stauden, wie zum Beispiel Funkien, Phlox oder Rittersporn, werden in der Regel im Herbst bis auf den Wurzelansatz geschnitten. Den richtigen Zeitpunkt erkennt man, Wenn sich die Pflanzensäfte in die Wurzeln und Rhizome zurückziehen und die oberirdischen Pflanzenteile beginnen sich gelb zu verfärben. Jetzt werden alle oberirdischen Teile der Staude mit einer scharfen Gartenschere geschnitten, um Fäulnis und Krankheiten zu vermeiden.

Sträucher und Büsche

(Zier-)Gehölze, wie Büsche oder Sträucher, werden in der Regel geschnitten, um ihre Größe zu regulieren, sie zu verjüngen, mehr Blüten zu bekommen oder der Pflanze eine Form zu geben. Eine Faustregel besagt, dass man Büsche in der Regel um ein Drittel ihrer Größe zurück schneiden kann. Dies ist allerdings eine sehr grobe und allgemeine Aussage, die sich bei weitem nicht auf jedes Gehölz anwenden lässt.

Einige Sträucher kann man nach jeder Vegetationsperiode bedenkenlos auf 50 Zentimeter oder weniger zurückschneiden, für andere wäre dies der sichere Tod oder wenigstens eine völlige Zerstörung ihrer charakteristischen Wuchsform. Um Büsche und Sträucher richtig zu schneiden, muss die Art ihres Wuchses berücksichtigt werden. Es gibt unterschiedliche Wuchsformen, die jeweils besonders geschnitten werden müssen; die beiden wichtigsten für Büsche und Sträucher sind:

Basitoner Wuchs

Die Triebe kommen aus der Wurzel (Basis) und verzweigen sich im oberen Teil. Diese Kategorie umfasst Sträucher, deren Zweige eher aufrecht wachsen und sich im oberen Teil verzweigen beispielsweise: Hasel, Pfaffenhütchen und Rhododendron. Herausgeschnitten werden die ältesten, nicht mehr voll blühfähigen Triebe, um jungen Schösslingen Platz zu machen.

Mesotoner Wuchs

Bei dieser Gruppe sind Sträucher zu finden, deren Triebe schon nach kurzer Zeit überhängen und flache Bögen bilden. Auf der Bogenoberseite, aber auch vom Stock aus, entwickeln sich laufend Schösslinge, beispielsweise Forsythia, Wildrose, Berberitze. Der Schnitt beschränkt sich hier auf das Auslichten. Schwache Jungtriebe können um die Hälfte, bis ein Drittel eingekürzt werden. Geschnitten wird aber eher im späten Winter.

Bei Blütensträuchern mit Blütenknospen an den diesjährigen Trieben (beispielsweise Hortensien, Schmetterlingsflieder und Spierstrauch) frieren die Jungtriebe meistens zurück, schlagen aber im nächsten Jahr wieder aus. An diesen neuen, krautigen Ausschlägen bilden sich im gleichen Jahr die Blüten, somit kann an diesen Sträuchern auch stark geschnitten werden.


An Blühsträuchern (beispielsweise Forsythie, Weigelie, Deutzie und so weiter), die am „alten Holz“ blühen, muss ein Rückschnitt im Herbst, Winter und Vorfrühjahr behutsam erfolgen, da sonst zu viele der blühfähigen Knospen entfernt werden und somit die Blüte durch starken Rückschnitt „ausfallen“ kann. Am besten schneidet man diese Sträucher direkt nach dem Ende der Blüte.

Immer- und wintergrüne Gehölze benötigen in der Regel keinen Schnitt und werden nur, genau wie Zwerggehölze, geschnitten, wenn sie über ihren vorgesehenen Platz hinauswachsen.

Schling- und Klettergehölze (Wilder Wein, Efeu, Waldreben) werden sehr unterschiedlich geschnitten, hierzu sollte Rat bei einem örtlichen Fachmann gesucht werden. Rosen werden üblicherweise erst im Frühjahr großzügig geschnitten, da sie am diesjährigen Holz blühen und den Winter selten ohne Frostschäden überstehen. Dennoch kann durchaus im Herbst ein Rückschnitt erfolgen, um nach dem Florende potentielle Orte für Fäulnis zu entfernen.

Fazit:

Ob der Gärtner nun durch den Schnitt ein Blütenfeuer entfachen will oder nur die Größe regulieren möchte, die meisten Gehölze sind pflegeleichte Patienten und können auch ohne viel Schnittpflege Freude bereiten. Wesentlich ist es, die jeweiligen Blühzeiten zu kennen und zu berücksichtigen und zu verstehen, wie die Pflanze aufgebaut ist, also sich von der Wurzel erneuert (Basiton), oder sich eher verzweigt und wenige Haupttriebe besitzt, also Mesoton ist. Auf jeden Fall ist es für den erfahrenen Gärtner faszinierend zu beobachten, wie sich die Pflanze auf den Schnitt einstellt und sich entsprechend entwickelt. Der vielfältig bepflanzte Garten bietet eine optimale Versuchsfläche, in der sich vom Blütenberg bis zum Bonsai mit der scharfen Schere alles umsetzen lässt!

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Sebastian Steinhof ist Experte für Gartenbau
Dipl. Ing. Gartenbau Sebastian Steinhof
aus Berlin
Experte für Gartenbau
  • Gartenbau
  • Pflanzenschnitt
Sebastian beschäftigt sich als ausgebildeter Ingenieur gerne mit Schädlingen oder dem richtigen Schnitt von Pflanzen. Er behält als Profi den Überblick, liebt es aber auch, sich in Details zu vertiefen.

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