Pflanzen und Blumen
Kommentare (0)Herbstputz
Unsere Spezialistin gibt wertvolle Tipps, welche Arbeiten im Herbst auf den Gärtner zukommen und wie man sie optimal erledigt.
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Jedes Jahr stellen sich im Spätherbst die gleichen Fragen: Soll ich meine Beete „platt“ machen oder schneide ich Verwelktes erst im Frühjahr zurück? Wie bereite ich meine Beete am besten auf den Winter vor, muss Unkraut jetzt noch raus oder erledigt der Frost diese Arbeit?
Beim Staudenrückschnitt im Herbst scheiden sich die (Gärtner-)Geister. Schneiden oder stehen lassen, das ist die Frage. Ein Falsch oder Richtig gibt es nicht, viel mehr kommt es auf die Umstände wie Klima, Art der Bepflanzung und Gartengröße an. Wer in einer schneereichen Gegend lebt, wird kaum in den optischen Genuss zart eingepuderter Samenstände kommen, wenn diese unter Schneebergen begraben sind; wer einen großen Garten hat, wird allein aus Zeitgründen mit dem Ausputzen der Stauden schon im Herbst beginnen, weil die Arbeit im Frühjahr sonst überhandnimmt. So muss jeder für sich und seinen Garten den richtigen Weg finden, der meistens irgendwo zwischen den Optionen Kahlschlag und Gestrüpp angesiedelt ist.
Hin oder weg
Abschneiden sollte man im Herbst alle Stauden, deren Laub oder Blütenstände nach Frosteinbruch matschig oder unansehnlich werden oder besonders hoch sind. Dazu gehören unter anderem Herbstanemonen, Frauenmantel, einige Taglilien, Hosta, der hohe Sonnenhut (Rudbeckia nitida) und Topinambur (Helianthus tuberosus). Letzte Blüten kann man natürlich noch verblühen lassen oder für die Vase schneiden. Andere Stauden, wie einige Päonien oder Schneefelberich (Lysimachia clethroides), deren Laub eine schöne rötliche Herbstfärbung annimmt, können ganz nach Gusto stehen bleiben oder geschnitten werden.
Ungeschnitten schickt man alle Gräser in den Winter. Für Gräser geht die Gefahr im Winter meistens von Feuchtigkeit aus, die in die Mitte (das Herz) des Horstes dringt und das Gras dort zum Faulen bringt. Deshalb empfiehlt es sich, mittelhohe und hohe Gräser mit einem Strick zusammenzubinden, damit von oben keine Feuchtigkeit eindringen kann. So überstehen sie jeden Winter gut und sind gleichzeitig ein schöner Anblick in der kalten Jahreszeit. Auch die Fruchtstände niedriger Sonnenhutarten und anderer Samen ansetzender Stauden sind sowohl ein Blickfang im Garten als auch eine willkommene zusätzliche Nahrungsquelle für Vögel.
Bei frostempfindlichen Stauden können verwelktes Laub und Blütenstände als Winterschutz an der Pflanze bleiben oder abgeschnitten und dann darauf gelegt werden. Auch das Falllaub von Bäumen und Sträuchern – idealerweise vorher mit dem Rasenmäher zerkleinert – ist ein perfekter Pflanzenschutz. Mit Reisig fixiert, fliegt auch bei einem kräftigen Wintersturm nichts davon. Im Frühjahr können die Laubreste dann eingeharkt werden, sie lockern den Boden und dienen nach dem Zersetzen als organischer Dünger.
Das Kraut muss raus
Unkraut, Beikraut, Wildkraut – egal wie man es nennen möchte, aber alle ausdauernden Kräuter dieser Art, die in den Beeten unerwünscht sind, sollten noch vor dem Winter entfernt werden. Das Jäten ist eine meist ungeliebte, aber notwendige Arbeit, denn vor allem Gras wächst bei milden Temperaturen im Winter weiter. Damit man im Frühjahr nicht gleich eine geschlossene Rasendecke im Beet hat, sollte man sich die Mühe machen und gründlich jäten, eventuell gefallene Blätter aus den Beeten entfernen und erst die vom Unkraut befreite Erde mit gehäckseltem Laub abdecken. Auch wenn das „Unkrauten“ nicht zu den kreativsten Gartenarbeiten gehört, der meditative Aspekt dieser Tätigkeit ist nicht zu unterschätzen – und vielleicht entdeckt man dabei das eine oder andere Schneckengelege, das dann gleich noch entfernt werden kann.
Fazit:
Für die Aufräumarbeiten im Herbstgarten gibt es also kein Patentrezept. Wer seinen Garten beobachtet, wird bald wissen, welche Staude am besten bereits im Herbst abgeschnitten wird und welche noch bleiben darf. Und wenn die letzten Unkräuter sorgfältig entfernt wurden, kann man sich im Frühling der ungetrübten Freude hingeben, dass das erste Grün im Garten zu einem Frühblüher und nicht zu einem Beikraut gehört.
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