Schattenpflanzen im Garten
Kommentare (0)Farne – Schönheiten im Schatten
Farne sind wunderbare Blattschmuckpflanzen, die vom Frühjahr bis zum Herbst (wintergrüne Arten sogar im Winter) Akzente im Garten setzen. Für halbschattige und schattige Bereiche sind sie die ideale Bepflanzung, sie sind schneckenresistent und kommen oft mit minimalem Pflegeaufwand aus. Doch in unseren Gärten sind sie, wenn überhaupt, meist nur spärlich vertreten. Dabei lohnt es sich, einen Blick auf die Vielfalt der Farne zu werfen.
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Der Lebensraum der Schattenkinder
Farne können entwicklungsgeschichtlich auf einen sehr langen Zeitraum zurückblicken, sie existieren bereits mehrere Millionen Jahre. Auch heute sind sie noch weltweit mit mehr als zweihundert Gattungen und um die zehntausend Arten verbreitet und das vorwiegend in schattigen, luftfeuchten Gebieten der Tropen oder Subtropen und der gemäßigten Klimazone.
Auch in unseren Gärten fühlen sie sich am wohlsten, wenn sie im leicht feuchten Schatten oder Halbschatten auf humosen, lockeren Böden wachsen dürfen.
Je feuchter (nicht dauernass!) der Boden ist, desto sonniger darf der Standort sein.
Die meisten Gattungen bevorzugen sauren Boden, aber hier gibt es einige Ausnahmen, deshalb solltest Du Dich beim Kauf genau über die bevorzugten Bodenverhältnisse des von Dir gewählten Farnes informieren.
Außerdem gibt es einige wenige Farne, die sogar mit zeitweiser Trockenheit und Sonne zurechtkommen und zum Beispiel trockene Felsspalten besiedeln können.
Bei sommergrünen Farnen sollten die im Herbst welkenden Farnwedel erst im Frühjahr abgeschnitten und entfernt werden, denn sie sind – zusammen mit dem Falllaub von Bäumen und Sträuchern – ein natürlicher Winterschutz.
Farne im Jahresverlauf
Farne lassen im Frühjahr gern auf sich warten. Doch dieses Warten lohnt sich, denn besonders in der Zeit des Austriebes überraschen sie mit besonderen Reizen.
Die Blätter der Farne, die Farnwedel, entrollen sich nach und nach und bringen in dieser Zeit fast grafische Strukturen in den Garten.
Je nach Gattung und Art, aber auch nach Alter der Pflanzen, unterscheiden sich die Wedel in Größe, Form und Farbe, so dass man allein durch das Pflanzen verschiedener Farne Abwechslung in eine Schattenpflanzung bringen kann.
Farne sind auch nicht „nur“ grün, denn neben verschiedenen grünen Schattierungen gibt es auch Farne mit rötlichen oder sogar silbern schimmernden Wedeln.
Einige Farne bekommen eine gelbe Herbstfärbung, andere sind winter- oder immergrün und damit auch in der Vegetationsruhe dekorativ.
Wuchsformen und Pflanzpartner
Allen Farnen gemein ist, dass die Farnwedel einer unterirdisch verlaufenden Sprossachse, dem Rhizom, entspringen.
Die Rhizome wachsen entweder dicht beieinander, so dass die Farne einen horstartigen, oft trichterförmigen Wuchs aufweisen, oder sie kriechen und verzweigen sich und bilden dann meist weit reichende Ausläufer, so dass schnell größere Bestände entstehen können.
Bei kleineren Gärten ist deshalb Vorsicht geboten, denn Ausläufer bildende Farne könne leicht zur Plage werden.
Farne sind für jede Gartengröße geeignet, denn es gibt sie in allen Ausführungen von klein über mittel bis hin zu groß.
Farne sind nicht nur miteinander, sondern auch mit anderen Schattenpflanzen gut zu kombinieren.
Besonders schön wirken sie mit Schattengräsern, Funkien oder Astilben.
Da sie relativ spät austreiben, kannst Du früh blühende Zwiebelpflanzen (Krokusse, Schachbrettblumen, Winterlinge, Frühlingsanemonen und viele andere) gut zwischen ihnen platzieren, so dass diese vor oder mit dem Austrieb der Wedel blühen.
Im Folgenden stelle ich Dir eine kleine Auswahl an Farnen vor.
Der Regenbogenfarn - Athyrium niponicum var. pictum (Syn. A. niponicum 'Metallicum')
Auffallend an diesem mittelgroßen Farn (bis 40 Zentimeter lange Wedel, manchmal länger) ist seine Färbung: Die gefiederten Wedel schimmern silbrig grün-rot. Dieser Farn sollte einen besonderen, nicht zu dunklen, Platz bekommen, an welchem er seine dezente, aber besondere Farbenpracht entfalten kann.
Der Rotschleierfarn - Dryopteris erythrosora
Die Wedel dieses Farns wachsen eher in die Breite als in die Höhe (50 Zentimeter Höhe) und sind besonders während des Austriebes rötlich-grün gefärbt.
Später verfärben sie sich zu einem kräftigen Grün. Der Rotschleierfarn ist teilweise wintergrün.
Der Königsfarn - Osmunda regalis
Ein Farn für Gärtner, die einen feuchten, lichtschattigen Standort mit einem eindrucksvollen Solitär bepflanzen wollen.
Der Königsfarn kann größer als 150 Zentimeter werden und benötigt torfhaltigen Boden.
Weicher Schildfarn, Filigranfarn - Polystichum setiferum
Dieser Farn, von dem es mehrere Sorten gibt, besticht durch seine besonders schön gefiederten Wedel. Er wird (je nach Sorte) bis 50 Zentimeter hoch und ist sehr dekorativ.
Der Hirschzungenfarn - Asplenium scolopendrium (Syn. Phyllitis scolopendrium)
Eine der Ausnahmen von der Regel, sowohl was das Aussehen als auch die Standortbedingungen angeht.
Die Wedel des Hirschzungenfarns sind ungeteilt, zungenförmig und glänzend; es gibt auch eine Sorte mit gewellten Wedeln ('Undulatum').
Dieser Farn benötigt einen schattigen Platz unter Bäumen in kalkreicher Erde.
Fazit:
Variantenreich, dekorativ und pflegeleicht – Farne sind ein Muss für jeden Gartenbesitzer, der schattige Bereiche in seinem Garten gestalten will.
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