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Abwechslungsreich und farbenfroh: Die Rosskastanie in unseren Gärten

Kastanien sollen bei Venenschwäche, Durchblutungsstörungen und bei Prellungen helfen, außerdem sollen Kastanienpräparate eine entzündungshemmende Wirkung haben.

Vom Balkan nach Paris, der Weg der Kastanie

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Vom Balkan nach Mitteleuropa

Die Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum), auch Balkan-Rosskastanie genannt, ist mit ihrer teils beeindruckenden Größe ein sehr auffälliger und dominanter Baum. Nachdem sie während der Eiszeit nach Südosteuropa verdrängt wurde, gelangten die ersten Samen der Rosskastanie im 16. Jahrhundert nach Wien und Paris. Von dort aus verbreitete sie sich rasch in den Parks, Alleen und Gärten in ganz Mitteluropa und ist in unseren Breiten mittlerweile fest eingebürgert. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Rosskastanie war zunächst unbekannt, bis 1879 in Nordgriechenland und 1907 auch in Bulgarien Exemplare an ihrem natürlichen Standort entdeckt wurden.

Farbenfroh im jährlichen Wandel

Die Rosskastanie ist ein schnell wachsender, sommergrüner, bis 30 Meter hoher Baum, deren kurzer Stamm eine große, voluminöse und dichtverzweigte Krone trägt. Der Stamm alter Bäume kann durchaus einen Durchmesser von 1 Meter erreichen. Auffallend sind die bis zu 25 Zentimeter langen und 10 Zentimeter breiten Fiederblättchen, die im Sommer kräftig grün und im Herbst gold- bis braungelb gefärbt sind. Charakteristisch sind auch die bis zu 3 Zentimeter großen, dunkelbraun bis rötlichen und klebrigen Winterknospen.

Die Borke ist bei jungen Bäumen zunächst glatt und hellbraun bis braun, im späteren Alter erscheint sie uns häufig gräulich mit grobrissigen, abblätternden Schuppen.

Die Blütezeit der Rosskastanie reicht von April/Mai bis - je nach Witterung in den Juni hinein. Die aufrechte, länglich rispenartige Blüte wird bis zu 30 Zentimeter hoch und erstrahlt in hellem Sonnenlicht in einem klaren Weiß. In ihrer Mitte befindet sich ein zunächst gelbes und später orangerotes Saftmal. Während das gelbe Mal von Hummeln und Bienen beflogen wird, die hier Nektar vorfinden, haben die dunklen Male ihre Funktion verloren.

Ab September/Oktober trägt die Rosskastanie ihre Früchte. In einer grünen, ungefähr 5 - 7 Zentimeter großen, stacheligen Fruchtkapsel befindet sich ihr bei Bastlern und Kindern begehrter Same, die Kastanie. Nicht zu verwechseln ist dieser mit dem Samen der Ess- bzw. Edelkastanie (Castanea sativa), der Marone. Der Verzehr des Samens der Rosskastanie ist für den Menschen ungenießbar und leicht giftig, die Früchte sind jedoch ein beliebtes Wildfutter.

Geringe Ansprüche an Boden und Standort

Das Wurzelsystem der Rosskastanie findet sich gut auf nährstoffreichen, tiefgründigen, feuchten Auen-, Sand- und Lehmböden zurecht. Ihre Ansprüche an den pH-Wert liegen in der Regel im schwach sauren bis alkalischen Bereich.

Die Rosskastanie bevorzugt sonnige bis absonnige Standorte und kann einer vorübergehenden Trockenheit gut trotzen. Empfindlich reagiert sie jedoch auf Bodenverdichtungen und Spätfrost. Mit diesen Eigenschaften ist sie (fast) jedem Gartenfreund ein treuer Schattenspender im Sommer und bietet einen imposanten Anblick in den Wintertagen.

Was der Kastanie jedoch gefährlich werden kann…

Beobachtet man bereits im Sommer eine Braunfärbung und das Welken bzw. Abfallen der Blätter der Rosskastanie, so ist die Rosskastanienminiermotte (Cameraria ohridella), auch Balkan-Miniermotte genannt, häufig der Auslöser dieser Symptome. Als Kleinschmetterling aus der Familie der Miniermotten fressen sich die Larven während ihrer verschiedenen Reifestadien durch das Blattwerk und die Triebe. So hinterlassen sie Jahr für Jahr Schäden, die nach dem Stören der Wachstumsphasen zu einer verkürzten Lebenszeit des Baumes führen können.

Ein zunehmendes Problem ist der Nectria-Stammkrebs (Nectria galligena), der neben Buchen auch oft die Rosskastanie befällt. Begünstigt durch feuchte Witterungsverhältnisse dringen Schaderreger über kleine Wunden in den Baum ein. Als Schadbilder sind mehrjährige, bis metergroße Krebswucherungen am Stamm sowie im Bereich der Geschwüre kleine, rote und kugelige Pilzfruchtkörper zu beobachten.

Durch diese Fruchtkörper lässt sich der Nectria Stammkrebs Nectria galligena von anderen Krebsarten unterscheiden. Eine Infektion schwächt den erkrankten Baum, Holzfäule kommt mit einer erhöhten Astbruchgefahr einher. Im frühen Stadium kann das Herausschneiden der Wucherung mit sofortiger Versiegelung durch einen Fachmann ein Ausbreiten des Krebses verhindern. Befallenes Astwerk sollte entfernt und verbrannt werden.

Bei Gicht und Rheuma - Kastanien in der Hosentasche?

Wirtschaftlich gesehen hat die Rosskastanie bei uns nur einen geringen Stellenwert. Das Holz ist grobfaserig und findet als Blindholz (minderwertiges Holz, das als nicht sichtbares Konstruktionsholz dient) in Tischlereien und als Schnittholz Verwendung.

Wesentlich vielfältigere Möglichkeiten bietet Kastanie im medizinischen Bereich. Während Kastanienbestandteile unterstützend bei der Behandlung von chronischer Venenschwäche, Durchblutungsschäden und Muskelprellungen eingesetzt werden können, haben Kastanienpräparate eine entzündungshemmende Wirkung.

Fazit:

Bekannt ist auch, dass Kastanien eine große Hitze entwickeln können. Glaubt man der Mythologie, wurden sie früher zur Linderung von Gicht oder Rheuma eingesetzt - ob das bloße Tragen der Samen in der Hosentasche wirklich zur Besserung beigetragen hat, ist nicht überliefert. Sicher ist jedoch, dass, wer die Kastanie in seinem Garten vorfindet, sich ganzjährig an einem widerstandsfähigen und abwechslungsreichen Baum erfreuen kann.

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Nadine Neuburg ist Experte für Bäume
Studentin der Forstwirtschaft (B.Sc.) Nadine Neuburg
aus Göttingen
Experte für Bäume
  • Naturschutz
  • Umweltschutz
  • Ressourcenschutz
Nadine sammelte während eines Australienaufenthaltes viele prägende Eindrücke vom Land und der Kultur. Sie studiert Forstwirtschaft und engagiert sich im Umweltschutz.

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