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Der ökologische Garten

Wer beim Lebensmittel Einkauft auf "Bio" achtet weiß, dass in einen Öko-Garten weder Pestizide noch synthetische Düngemittel gehören. Wie aber verbessert der Biogärtner seinen Boden und mit welchen Mitteln rückt er ungebetenen Gästen auf die Pelle?

Das Öko-Paradies

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Kunstdünger bringt nur kurzfristig Erfolg

Kurzfristig mag Kunstdünger sehr attraktiv erscheinen. Die darin enthaltenen Salze sind leicht löslich und ermöglichen den Pflanzen eine schnelle Nährstoffaufnahme. Ihr Wachstum wird dementsprechend beschleunigt.

Langfristig ist solches „Doping“ allerdings wenig empfehlenswert.

Da die Pflanzen ohne Mühe an Nährstoffe gelangen vernachlässigen sie ihr Wurzelwachstum, ernähren sich einseitig und werden anfälliger für Krankheiten. Parallel dazu reduziert sich die Zahl der im Boden lebenden Mikroorganismen und die Humusbildung wird spürbar gebremst.

Lieber zum Naturprodukt Humus greifen

Humus aber ist der Garant für eine nachhaltige Bodenfruchtbarkeit.

Er speichert Wasser und Mineralien, setzt totes Material in Nährstoffe um und fördert die Durchlüftung des Bodens. Nicht umsonst bezeichnet ihn so mancher Naturfreund als „das Gold des Gärtners.“

Der gesunde Boden

Eine Verbesserung des Bodens erreicht man am schnellsten durch die Verwertung von Gartenabfällen.

Diese können kompostiert oder als Mulchschicht auf die Beete gestreut werden.

Tipp: In Kombination mit Mulch-Vlies kann Unkrautwachstum verhindert werden.

Mulch verbessert den Boden nicht nur, indem er sich in Humus verwandelt und die Abwehrkräfte der Pflanzen stärkt; er bildet zudem eine Haut, die das Erdreich vor Austrocknung, Wind und Kälte schützt.

Neben ohnehin anfallenden Abfällen wie Laub und Grasschnitt ist auch die Gründüngung hervorragend zum Mulchen geeignet.

Natürliche Bodenverbesserer

Unter Gründüngung versteht man die Aussaat von sogenannten Schmetterlingsblütlern (Leguminosen).

Diese sind in der Lage den in der Luft enthaltenen Stickstoff zu binden, der nach ihrem Absterben im Boden verbleibt. Allgemein bekannte Schmetterlingsblütler sind Wicken, Lupinen, Luzerne, Bohnen, Erbsen und Klee.

Die Fruchtbarkeit magerer Böden lässt sich insbesondere mit Hilfe von Pferde-, Rinder-, und Geflügelmist steigern. Da frischer Dung sehr scharf ist, empfiehlt es sich allerdings ihn zu kompostieren und nicht unmittelbar in die Bete zu geben.

Tierische Düngemittel wie Hornspäne, Blut- und Knochenmehl können hingegen direkt auf die Beete gestreut werden.

Im Dreiklang versorgen sie die Pflanzen mit allen wichtigen Nährstoffen. Der Gartenhandel bietet sie daher auch als „Vollwertdünger“ im richtigen Mischverhältnis an.

Unkräuter und andere ungebetene Gäste

Ein jeder Gärtner kennt die kleinen Plagegeister, die immer dort zuschlagen, wo gerade ein neues Beet angelegt worden ist.

Wer allerdings meint, dass sich Giersch und Blattlaus wieder mal den falschen Platz ausgesucht haben, irrt gewaltig. Pflanzen und Tiere gedeihen immer dort besonders gut, wo sie ideale Lebensbedingungen vorfinden. Dies gilt für erwünschte Arten ebenso wie für die Unerwünschten.

Der richtige Standort

Pflanzen können nicht weglaufen. Aus diesem Grund haben sie im Lauf der Evolution sehr unterschiedliche Abwehrmechanismen entwickelt.

Ob sich eine Pflanze erfolgreich gegen Schädlinge zu wehr setzt kann hängt allerdings ganz erhebliche von ihrer Widerstandskraft ab. Hat sie gegenüber dem Wildkraut das Nachsehen oder wird fortlaufend von Fressfeinden bedroht, so ist das ein Indiz dafür, dass sie sich an ihrem Standort nicht besonders wohlfühlt.

Die Gründe können sehr unterschiedlich sein: Eine sonnenliebende Pflanze steht zu schattig, eine Trockenheit bevorzugende zu nass, eine Kalk mögende auf saurem Boden. Wer Pflanzen zum Erfolg verhelfen will, muss sich daher zu aller erst mit ihren Bedürfnissen befassen.

Gute Nachbarn

Neben dem Standort spielt auch die Vergesellschaftung unterschiedlicher Pflanzenarten eine wichtige Rolle.

Gute Nachbarn informieren sich mit Hilfe von Botenstoffen über Schädlingsbefall, hindern Pilzsporen an der Keimung und setzten sich gemeinsam gegen Wildkräuter zur Wehr.

Gute Partnerschaften ergeben sich beispielsweise zwischen Möhren, Dill und Zwiebeln sowie Tomaten, Spinat und Radieschen. Ringelblumen, Lilien und Sonnenhut halten Fadenwürmer von Rosengewächsen fern; Knoblauch tötet Pilze und Bakterien ab.

Werden die Pflanzen trotz aller Maßnahmen doch mal von Läusen befallen, so kann man sie mit Brennnesseljauche kräftigen und die Läuse mit etwas Seifenlauge besprühen. Gegen Spinnmilben hilft auch Schachtelhalmbrühe.

Fressfeinde: Marienkäfer verspeisen Blattläuse

Dass das Wohlergehen einer Pflanze vom Standort sowie ihren Nachbarn abhängig ist, zeigt, dass sich der Bio-Gärtner am Vorbild der Natur orientieren sollte.

Pflanzen tauchen selten unabhängig voneinander auf. Meistens trifft man sie in Form von Gesellschaften an, deren Zusammenleben sich über Jahrtausende hinweg entwickelt hat.

Je größer die Artenvielfalt, desto gefestigter ist in der Regel auch das Ökosystem. So zählen etwa Blattläuse zum Hauptnahrungsmittel des Marienkäfers.

Bietet der Garten einen vielfältigen Lebensraum, so kommen mit großer Wahrscheinlichkeit beide Arten vor. Findet der Marinekäfer hingegen schlechte Bedingungen vor, können sich die Läuse ungebremst verbreiten.

Insbesondere bei Gehölzen sind daher einheimische Gewächse zu bevorzugen. Während der aus Nordamerika stammende Lebensbaum hierzulande einer biologischen Einöde gleicht, dient die heimische Stieleiche vielen Hundert Arten als Lebensraum und Ernährer.

Wer mag, kann seinem Garten auch freien Lauf lassen. Über die Jahre siedeln sich dann jene Kräuter und Wildblumen an, die sich dort besonders wohl fühlen. Im Gärtner selbst wird dann vielleicht die Erkenntnis reifen, dass Giersch ein gesundes Wildgemüse ist, dessen Heilkräfte seit vielen Jahrhunderten bekannt sind.

Fazit:

Ein wenig Arbeit bleibt dennoch: Einmal jährlich muss auch der Naturgärtner die Sense bemühen.

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