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Wärmedämmung mit Wohlfühl-Effekt

Wenn die Kanzlerin verkündet, dass Vermieter es in Zukunft leichter haben sollen, die Kosten für Wärmedämmungsmaßnahmen an ihre Mieter weiterzureichen, dann sollte diese Botschaft auch beim privaten Hausbesitzer ein bisschen Betroffenheit auslösen. Schließlich kann bei soviel öffentlichem Modernisierungseifer auch das eigene Häuschen schnell außer Mode kommen.

Wärmedämmung mit Wohlfühl-Effekt

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Wer über eine Wärmedämmung für das eigene Heim nachdenkt, schreckt zunächst vor den hohen Kosten zurück. Nicht selten ist von Summen zwischen 50 und 100 tausend Euro die Rede. Selbst mit Blick auf steigende Energiepreise muten solche Beträge zunächst unverhältnismäßig hoch an. Über einen Zeitraum von 20 Jahren betrachtet verschiebt sich dieses Bild allerdings.

Ein Vier-Personenhaushalt, der im letzten Jahr Öl oder Gas im Wert von 2.000 Euro verbraucht hat, würde bei einer Preissteigerung von acht Prozent jährlich in bereits 20 Jahren 8.630 Euro für die gleiche Menge bezahlen. Mit einer guten Wärmedämmung hingegen könnte während dieser Zeit eine Heizkostenersparnis von bis zu 70 tausend Euro zusammenkommen.

Nun drückt der Schuh allerdings im Jetzt und Hier, und auch der günstigste Kredit muss eines Tages zurückgezahlt werden. Eine überlegenswerte Alternative ist deshalb die schrittweise Sanierung. Doch gerade die muss besonders sorgfältig geplant werden.

Die Planung - Wie gehe ich vor?

Die Wirksamkeit einer Dämmmaßnahme ist von Gebäude zu Gebäude unterschiedlich. Daher sollte jedes Haus zunächst von einem Energiebrater besichtigt werden. Sobald ein Gesamtkonzept zur vollständigen Dämmung vorliegt, kann auch eine schrittweise Durchführung einzelner Maßnahmen geplant werden.

Ohne ein gründlich ausgearbeitetes Gesamtkonzept besteht die Gefahr, dass spätere Maßnahmen erschwert werden. Beispielsweise kann ein zu kurzer Dachüberhang einer Außendämmung im Wege stehen.

Zwar ist grundsätzlich auch eine Innendämmung möglich, die hat gegenüber einer Außendämmung allerdings deutliche Nachteile. Ihre Dämmwirkung ist schlechter und Räume kühlen nach dem Abschalten der Heizung schneller aus. Bei der Außendämmung kommt hier der „Kachelofen-Effekt“ zum Tragen. Die Wand strahlt die gespeicherte Wärme noch eine Zeitlang in den Raum zurück.

Außerdem verringert sich bei einer Außendämmung die Wohnfläche nicht und die hinter der Dämmung liegenden Wasserleitungen sind vor Frost geschützt. Sinnvoll ist die Innendämmung eigentlich nur bei schwach beheizten Räumen wie dem Keller.

Unbedingt vermieden werden müssen bei jeder Art von Dämmung in jedem Fall undichte Stellen an Fugen und Übergängen. Anschlussfehler führen zu sogenannten Wärmebrücken, die zur Kondenswasserbildung neigen und somit Schimmel hervorrufen.

Das Wärmedämmverbundsystem

Das sogenannte Wärmedämmverbundsystem (WDVS) beschreibt alle Schichten, aus denen sich die Wanddämmung zusammensetzt. Die unterste Schicht besteht aus Mörtel oder Baukleber und sorgt dafür, dass die darauf folgenden Dämmplatten an der Wand haften. Zur Verstärkung der Dämmstoffhaftung können zusätzlich Tellerdübel eingesetzt werden.

Als Nächstes kommt die sogenannte Armierung, die sich aus Armierungsmörtel sowie Armierungsgewebe zusammensetzt. Die Armierung beugt der Rissbildung vor und bildet den Untergrund, auf den als Schlussbeschichtung Putz oder Farbe aufgetragen werden.

Als erste Einzelmaßnahme bietet sich im Bereich der Fassade in vielen Fällen eine Neuverglasung an. Sofern die Fensterrahmen dicht sind und keine Materialermüdung aufweisen, können die alten Fenster meist problemlos durch eine moderne Dreifachverglasung ersetztet werden. Grundsätzlich sollten im Rahmen von Einzelmaßnahmen allerdings immer die jeweils größten Wärmelöcher zuerst gestopft werden.

Ein neues Raumklima entsteht

Eine wesentliche Eigenschaft moderner Dämmtechnik ist ihre „Luftdichtigkeit“. Während der Luftaustausch bei ungedämmten Gebäuden durch viel kleine Fugen und Spalten gegeben ist, müssen gedämmte Gebäude „künstlich beatmet“ werden. Dazu lassen sich die Fenster regelmäßig öffnen, oder, und dies ist bei Neubauten Standard, eine fest im Gebäude verankerte Lüftungsanlage übernimmt die Versorgung.

Besonders für Allergiker und in der Nähe von verkehrsreichen Straßen zahlen sich Lüftungsanlagen aus. In ihrer Eigenschaft als Filter halten sie die Räume frei von Pollen, Abgasrückständen und Lärm. Ihre Gewohnheiten brauchen die Hausbewohner aufgrund einer Lüftungsanlage nicht zu ändern. Offene Fenster stören ihren Betrieb nicht.

Dass sich das Raumklima im Zuge einer gut durchgeführten Wärmedämmung positiv entwickelt, macht sich auch im Sommer bemerkbar. Dann wird es im Inneren des Gebäudes nicht so schnell warm. Bei großen Glasflächen mit südlicher Ausrichtung ist allerdings darauf zu achten, diese ausreichend zu verschatten.

Günstiger Kredit von der KfW

Die günstigsten Darlehen zur energetischen Sanierung werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergeben. Laufzeiten und Höhe des Kredites sind dabei vom Alter des Gebäudes sowie den Maßnahmen abhängig. Bei Gebäuden, die um 1900 errichtet wurden, sind die Laufzeiten sowie das Darlehen am höchsten, dafür müssen in der Regel alle Gebäudeteile energetisch saniert werden.

Auskunft über die Kreditvergabe erteilt die KfW. Ebenso ein Ansprechpartner ist die Hausbank, über die die Darlehen der KfW auch vergeben werden.

Hilfe in Fragen der Energieberatung erhält man für gewöhnlich bei örtlichen Energiebeauftragten oder der Architekten- und Ingenieurskammer.

Fazit:

Kurzfristig erscheinen die Kosten für eine Wärmedämmung abschreckend. Langfristig gesehen macht sich die Investition in jedem Fall bezahlt.  Wichtig ist immer eine gründliche Planung. Sofern ein Gebäude in mehreren Schritten gedämmt werden soll, kann damit Fehlentscheidungen vorgebeugt werden.

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