Gartentrends

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Vertikale Gärten

Gerade in den Städten ist der Platz für Pflanzen knapp. Warum nicht die Fassaden nutzen um ein grünes Umfeld zu schaffen, dachte sich der findige Tropenbotaniker Patrick Blanc und fing an, seine Pläne zu realisieren.

Horizontale Gärten in der Vertikalen

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Auch dort, wo es wenig Platz und kaum freies Land gibt, möchten Menschen im Grünen leben. Vertikale Gärten machen es möglich. Sie werden nicht nur auf der Fensterbank, auf der Terrasse oder auf dem Balkon angelegt, sondern dienen auch der Fassadenbegrünung.

Durch vertikale Gärten dienen Häuserwände in urbanen Landschaften als Lebensraum für verschiedenste Wild- und Kulturpflanzen. Im Grunde sind alle übereinander oder auf mehreren Etagen wachsenden Pflanzungen vertikale Gärten. Ihr Vorteil ist minimaler Platzbedarf.

Das Vorbild aller vertikalen Gärten

Für den französischen Tropenbotaniker Patrick Blanc sind vertikale Gärten ein Weg, aus den Häuserfassaden der Städte Europas üppig blühende, grüne Wände werden zu lassen. Viele der Pflanzen, mit denen Blanc triste Mauern zum Leben erweckt, bringt er von seinen wissenschaftlichen Expeditionen mit, die ihn durch die Regenwälder der Erde führen.

Schon immer beobachtete er auf seinen Reisen Pflanzen, die an Felswänden wachsen und fast ohne Erde auskommen. Das brachte ihn auf die Idee, vertikale Gärten zu schaffen. Er entwickelte ein Konzept, um immergrüne Pflanzungen auf senkrechten Wänden anzulegen und ließ es sich patentieren.

Eine Idee, die schnell Freunde findet

Zunächst begrünte Patrick Blanc sein eigenes Haus in Paris. Nach mehreren Präsentationen des vertikalen Gartens auf verschiedenen Gartenausstellungen gewann der Botaniker viele Mitstreiter, die ihm bis heute dabei helfen, immer mehr Gebäude europäischer Städte zu begrünen.

Dazu gehören die französische Designerin Andrée Putman sowie die Architekten Jaques Herzog, Pierre de Meuron und Jean Nouvel, der das vom ihm entworfene nationale französische Museum für außereuropäische Kunst mit einem vertikalen Garten versah.

Fassaden schonende Begrünung

Wer in Eigeninitiative eine kahle Betonwand in eine grüne Oase verwandeln will, kann dazu das von Herrn Blanc entwickelte System verwenden. Nach dessen Konzept werden Häuserwände so begrünt, dass eine Zerstörung der Mauern und Gebäude ausgeschlossen ist.

Die Pflanzen werden in eine Schicht aus synthetischem Filz gesetzt. Das Gießwasser fließt von oben herunter und die Pflanzen nehmen sich davon so viel, wie sie brauchen. Auf diese Weise können Pflanzen, die viel Feuchtigkeit benötigen, neben solchen wachsen, die mit weniger zufrieden sind. Ihre Wurzeln werden nicht von Erde umgeben, sondern haben Luftkontakt. Der Garten wird mehrmals am Tag automatisch bewässert. Die dazu verwendetet Technik ist einfach erklärt.

Technische Voraussetzungen für den Bau eines vertikalen Gartens

Vertikale Gärten legt man auf einem Stahlrohrgerüst an. Dieses wird mit einem Abstand vor die Hauswand gesetzt, der eine gute Hinterfüllung beispielsweise mit Dämmstoffen ermöglicht. Auf das Gerüst werden dünne PVC-Platten montiert, die später die weiteren Schichten sowie die Pflanzen trägt. Auf die Platten wird eine Bahn Kunststoffgewebe gelegt.

Darüber klebt oder tackert man das Pflanz- und Bewässerungsvlies. Dieses Vlies sollte etwa drei Millimeter dick und mit großen und kleinen Löchern versehen sein.
Als Untergrund für vertikale Gärten sind auch versiegelte Böden einsetzbar.

Funktionsweise und Durchführung der Bewässerung

Am unteren Ende des vertikalen Gartens befindet sich ein Auffangbecken für das ablaufende Gießwasser. Dieses Becken dient gleichzeitig als Wasser-Vorratsbehälter. Bewässert wird drei bis fünf Mal am Tag. Das Wasser befindet sich im ständigen Kreislauf. Es wird von unten nach oben gepumpt und läuft von dort wieder herab. Je nach Größe des Gartens werden aufgrund der Verdunstung und des Verbrauchs durch die Pflanzen täglich lediglich bis zu fünf Liter neues Wasser benötigt.

Die für das Bewässerungssystem verwendeten Rohre sollten aus einem Material bestehen, das bei Frost nicht so schnell platzen kann. Das Rohr leitet das Gießwasser zu und verläuft dann quer oberhalb des Gartens. In diesem Abschnitt muss in das Rohr aller 10 Zentimeter ein Loch gebohrt werden, das ausreichend groß ist, um einen Bewässerungsstrahl hindurchzulassen.

Besonderheiten bei der Bepflanzung

Die vertikalen Gärten können bis zu 40 Pflanzen je Quadratmeter aufnehmen. Diese werden mit wenig oder keiner Erde in das Vlies gesetzt, das später sehr stark und großflächig von Wurzeln durchwachsen wird. Auf diese Weise können sogar Sträucher von beträchtlicher Größe in der Wand gehalten werden.

Fazit:

Begünstigt durch die Kombination aus ständiger Wasserversorgung und guter Durchlüftung entstehen mit den vertikale Mini-Ökosysteme, deren Vorteile geringer Wasserverbrauch bei gleichzeitiger Begrünung urbaner Flächen sind.

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DufteBlüte sagt am 10.11.2010 13:17
Wohne ja zur Zeit in Berlin und finde die Idee mit den vertikalen Gärten echt gut. Gibt es denn Ausflugstipps, wo man sich sowas mal live ansehen kann?

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