Gartentrends

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Urban Gardening und Guerilla Gardening

In den Städten gibt es zu viele Brachflächen, dachten sich einige Aktivisten und begannen ihre Umgebung zu begrünen. Erfahre mehr über den Urbanen-Trend.

Die Gärtner der Großstadt

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Auf dem Feld wachsen Kartoffeln, an der Seite ist ein Beet mit Kräutern angelegt, weiter hinten wachsen Bohnen, der Duft von frischer Erde steigt einem in die Nase. Mitten auf dem Land, könnte man meinen. Wenn da nicht die Autos wären, die auf der zweispurigen Straße hinter dem Zaun vorbeirauschen.

Ein Garten mitten in der Stadt und nicht ein abgeschotteter Garten auf privatem Gelände, sondern ein Gemeinschaftsgarten – da, wo vorher eine kahle Brachlandschaft war.

Der Anfang: Community Gardens in den USA

Solche Gärten findet man mittlerweile in vielen deutschen Städten zwischen Flensburg und München. Urban Gardening heißt der Trend, der in den USA seinen Anfang nahm. Hier legte man “Community Gardens” an, Gärten voll mit Kräutern und anderen Nutzpflanzen, die von Bedürftigen geerntet wurden.

Sich selbst in der Stadt mit Gemüse und Obst zu versorgen, das ist auch ein Antrieb für die heutigen Städter, die zu Harke und Schaufel greifen. Daneben ist es oft der Wunsch, den Lebensraum Stadt mit den versiegelten Asphaltflächen zurückzugewinnen, ein Stück Natur in die Wohngegend zu holen. Und andere Gleichgesinnte zu treffen, um gemeinsam einen Garten anzulegen: das Gegenmodell zu den Schrebergärten, in denen jeder alleine seine Parzelle bewirtschaftet.

Werde zum Großstadtgärtner

Möchtest Du zum Großstadtgärtner werden, informiere Dich über Projekte in Deiner Stadt. Für Bewohner der Hauptstadt ist zum Beispiel der Prinzessinengarten eine erste Anlaufstation, ein Nachbarschaftsgarten, der auf einer 6.000 Quadratmeter großen Fläche in Berlin-Kreuzberg angelegt ist. Die Stiftung Interkultur betreibt in ganz Deutschland Gärten, die Deutsche gemeinsam mit Menschen aus aller Welt pflegen.

Für welchen Gemeinschaftsgarten Du dich auch entscheidest: Hier kannst Du mit Gleichgesinnten Pflanzen säen, die richtige Pflege lernen und Obst oder Gemüse ernten. Für viele Gartenliebhaber in der Großstadt erfüllt sich damit ein Traum, gemeinsam können Sie zudem Erfahrungen austauschen: Welcher Dünger ist für welche Pflanze geeignet? Macht ein Folientunnel bei Kartoffeln Sinn?

“Samenbomben” für die Großstadt

Wer nicht gleich einen ganzen Garten betreuen möchte, sät heimlich Pflanzen an geeigneten Orten in der Großstadt aus. Guerilla-Gärtner säen Blumen auf dem Mittelstreifen der Stadtautobahn oder Gemüse auf einem schmalen Randstreifen vor dem Wohnhaus. Guerilla Gardening, so die Bezeichnung, gab es bereits im New York der siebziger Jahre, in Berlin fanden, meist als Protestaktionen, die ersten wilden Aussaaten während der achtziger Jahre statt.

Neu belebt hat Guerilla Gardening ein Engländer. Richard Reynolds hat mit seinem Buch ein “botanisches Manifest” begründet. Seine Internetseite guerillagardening.org gilt als die Anlaufstelle für wilde Großstadtgärtner aus aller Welt.

Kauftipp: "Guerilla Gardening: Ein botanisches Manifest" von Richard Reynolds

Guerilla-Gärtner: Illegal, aber meist geduldet

Wer unter die Guerilla-Gärtner gehen will, benötigt nicht viel. Einen Blick für freie Flächen in der Stadt, auf denen sich etwas anpflanzen ließe und, wer es bequem mag, fertige Samenbomben aus dem Laden. Diese Samenbomben sind kleine Kügelchen aus Erde, Ton und den jeweiligen Pflanzensamen. Damit begrünen die Piratengärtner auch schwierig zu erreichende Orte, das Aussäen erfolgt quasi im Vorbeigehen oder -fahren.

Ansonsten nimm Samen oder Blumenzwiebeln, Blumenerde, Harke und Schaufel sowie Handschuhe. Schon können Sie brachliegende Ecken Ihrer Stadt begrünen. Allerdings: Guerilla-Gardening ist in Deutschland illegal, es drohen Bußgelder für das wilde Begrünen. Kleinere Aktionen werden jedoch von den Behörden meist toleriert.

Zudem gilt: Nicht alles, was schön anzuschauen ist, ist gut für die Umwelt. So ist die Forsythie mit ihren gelben Blüten keine heimische Pflanze, für Insekten ist sie nutzlos. Dies gilt für viele Sommerblumen. Wer Obst oder Gemüse zum Verzehr anbaut, sollte zudem in Erfahrung bringen, ob der Boden nicht möglicherweise mit Giftstoffen verseucht ist.

Auch mag manche Brachfläche kein schöner Anblick sein. Oft sind solche Flächen in der Stadt jedoch Rückzugsraum für Tiere wie Reptilien oder Amphibien.

Um sicher zu gehen, dass die Guerilla-Gartenarbeit ökologisch sinnvoll ist, sollten sich wilde Gärtner an einen Umweltverband wie den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) wenden.

Fazit:

Als Gartenliebhaber in der Großstadt betreust Du am besten einen Gemeinschaftsgarten, um die Natur zurück in die Großstadt zu holen. Guerilla-Gardening begrünt ebenfalls den städtischen Raum, doch nicht jede wilde Aussaat macht ökologisch Sinn. Wer sich unter die Piratengärtner begibt, sollte sich zudem bewusst sein, dass das wilde Begrünen offiziell in Deutschland verboten ist.

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