Weihnachtliche Meisterwerke

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Schnitzkunst aus dem Erzgebirge - Schwippbögen zu Weihnachten

Der Schwippbogen hat eine jahrhundertreiche Tradition. Im Laufe dieser vielen Jahre hat er sich gewandelt, weiterentwickelt und wurde zunehmend detaillierter gestaltet. Im Folgenden wird durchleuchtet, wann der Schwippbogen das erste Mal in der Geschichte auftrat und wieso er sich so großer Beliebtheit erfreut.

Schwippbogen - erzgebirgische Kunst

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Der erste Schwippbogen

Der erste Schwippbogen tauchte im Jahre 1740 in Johanngeorgenstadt auf und bestand aus Metall. In einem Museum in Johanngeorgenstadt steht heute noch ein Schwippbogen aus dem Jahr 1778, welcher von einem Schmied namens Johann Teller gefertigt wurde.

Entstehung von Schwippbögen

Über die Entstehung dieser Bögen ist man sich uneinig, es gibt viele Theorien darüber. Am Wahrscheinlichsten ist es, dass die Bergmänner aus dem Erzgebirge den Grundstein für die Schwippbögen legten. So hängten sie ihre fackelnden Grubenlampen halbkreisförmig zur Weihnachtszeit an eine Wand und symbolisierten damit den Eingang zur Grube.

Eine weitere Theorie besagt, dass der Schwippbogen den Himmelsbogen darstellen soll. Die ersten Schwippbögen, die man gefunden hatte, waren nämlich durch Sonne, Sterne und den Mond gekennzeichnet.

Der Name: Schwippbogen

Der Schwippbogen bekam seinen Namen aufgrund seiner Bogenform. Architektonisch bezeichnet man einen freistehenden Bogen als Schwebebogen und so leitete sich "Schwippbogen" später ab. Andere Bezeichnungen für Schwippbogen sind Lichterbogen oder Lichterkranz.

Die Bedeutung der Lichter

Die Lichter, welche am Schwippbogen angebracht sind, bezeichnen das Sehnen der Bergleute nach Tageslicht. Diese bekamen oft wochenlang kein natürliches Licht zu Gesicht und erfreuten sich über die Bögen in den Fenstern ihrer Familien. Aufgrund dieser Beleuchtung fanden die Bergleute wieder sicher zurück in ihr Heim.

Auch die Motive im Inneren der Bögen zeigen das Leben der Bergarbeiter und charakterisieren oft die Haupteinnahmequellen des Erzgebirges im 18. und 19. Jahrhundert: Bergbau, Schnitzen und Klöppeln.

Der Ruhm des Schwippbogens

Als der Zweite Weltkrieg ausgestanden war, konzentrierte man sich auf die Schwippbogenherstellung aus Holz. Vorher wurden die Bögen nämlich aus Metall hergestellt.
Nach einer sehr erfolgreichen Ausstellung in Schwarzenberg im Erzgebirge feierte der Schwippbogen seinen Durchbruch. Er verbreitete sich rasant und wurde bald als eine Art Markenzeichen für das schöne Erzgebirge.

Doch nicht nur die Erzgebirgler rissen sich nach den begehrten Lichterbögen. Bald kam es in der ehemaligen DDR zu einem regelrechten Boom: Die Produktionsstätten kamen jedoch nicht nach und so schnitzten sich die meisten Arbeiter ihren eigenen Schwippbogen.

Berühmter Riesen-Schwippbogen

Im Erzgebirge haben sich viele Betriebe auf die Herstellung von Schwippbögen spezialisiert.
Ein sehr berühmter Schwippbogen stammt aus der Schmiede von Müller Kleinkunst und ist mit seinen 1,05 Metern von beeindruckender Größe. Die Dresdner Frauenkirche und die Dresdner Altstadt schmücken das Innere dieses 9-flammigen, preisgekrönten Lichterbogens.

Doch das "Innenleben" eines Schwippbogens ist mit den Jahren sehr variabel geworden. So wird beispielsweise die Weihnachtsgeschichte detailgetreu und liebevoll dargestellt. Auch andere religiöse Themen wurden aufgegriffen und in die Bögen mit eingearbeitet.

Beleuchtet werden die Bögen nach Wunsch und Belieben. Häufig spenden elektrische Glühbirnen dem Bogen Licht, seltener verbreitet sind die Bögen mit echten Kerzen. Grund hierfür ist die Gefahr des versehentlichen Umstoßens. Bei den kleinen Glühbirnen geschieht nichts, doch Kerzen brennen und können ein verheerendes Feuer auslösen.

Der Schwippbogen ist überall zu Hause

Der Schwippbogen stammt zwar aus dem Erzgebirge, doch mittlerweile ist er auf der ganzen Welt zu Hause. Seht euch um bei einem Spaziergang in der Weihnachtszeit durch die Gassen von München oder Hamburg. Lichterbögen schmücken nahezu jedes Fenster, sie leuchten und schicken warme, behagliche Strahlen raus in die kalte Winterluft.

Erzgebirgische Volkskunst

Der Schwippbogen hat im vergangenen Jahrhundert viele Fans und Liebhaber gefunden. Durch ihn wurde die erzgebirgische Volkskunst berühmt und geschätzt.

Heutzutage produzieren die Firmen im Erzgebirge lange nicht mehr nur Schwippbögen. Viele Betriebe haben sich auf die Fertigung und Produktion von traditionellen Holzspielzeugen spezialisiert.

Im Laufe der Zeit ergaben sich für die Volkskunst zwei verschiedene Zweige: zum einen die Herstellung der "Weihnachtskunst", zum anderen die Herstellung von Spielzeug.
Zur Weihnachtskunst zählen, wie bereits erwähnt, nicht nur Schwippbögen, sondern auch Holzpyramiden, Weihnachtssterne, Engel und vieles mehr. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Kosten für einen Schwippbogen

Die Preise für original erzgebirgische Schwippbögen variieren von 50 Euro bis hin zu 300 Euro. Für jeden Geldbeutel ist etwas dabei und Ihr dürft nicht vergessen: Jedes einzelne Teil wurde mit sehr viel Liebe zum Detail angefertigt und bemalt.

Fazit:

Zur Weihnachtszeit gehört der Schwippbogen in jedes Fenster, denn er leuchtet nicht nur nach draußen, sondern wärmt die Herzen der im Schein Spazierenden.

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