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Gründächer - Lebendige Haut für das Haus

Gegenüber gewöhnlichen Dächern bieten Gründächer einen vielfältigen Mehrwert. Sie sind Lärmschutz und Wärmedämmung, verbessern die Luftqualität und schaffen in der sonst weitgehend versiegelten Stadtlandschaft Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Je nach Statik des Gebäudes lassen sich sogar Gemüsegärten und Gehölzpflanzungen realisieren.

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Praktischer Nutzen

Hohe Grundstückspreise führen besonders in Ballungsgebieten zu einer stetigen Nachverdichtung. Grünflächen werden da schnell zu einem Luxus, den sich nicht jeder Bauherr leisten mag. Eine intelligente und zugleich kostengünstige Möglichkeit der Stadt einen natürlichen Lebensraum zurück zu geben bietet hier die Begrünung der Dachfläche.

Gründächer übernehmen dabei genau die gleiche Funktion wie ebenerdige Grünflächen. Als natürlicher Filter reduzieren sie den Feinstaubgehalt in der Luft und im Sommer sorgen sie für ein kühles Mikroklima. Ein Effekt, der sich auch positiv auf die Temperaturen im Inneren des Gebäudes auswirkt. Indem sie Wärmeverluste reduziert, kommt die Dachbegrünung aber auch bei niedrigen Temperaturen zum Tragen.

Eine dämmende Wirkung besteht auch hinsichtlich des Schallschutzes. So verringert sich der Pegel nach innen sowie außen dringender Geräusche um bis zu 8 Dezibel, was im Bezug auf die menschliche Wahrnehmung fast einer Halbierung der Lautstärke entspricht.

Sonnen-Schutz

Da die Pflanzendecke die Material ermüdende UV-Strahlung aufnimmt, steigern Gründächer zudem die Haltbarkeit des Daches. So lässt sich die Lebenserwartung von Flachdächern mithilfe einer Dachbegrünung ohne Weiteres verdoppeln.

Eine wesentliche Schutzfunktion übernimmt die Vegetationsschicht auch hinsichtlich des Windschutzes. Insbesondere lose Dachabdichtungen werden durch Auflast der durchwurzelten Pflanzendecke vom Windsog abgeschirmt.

Bei starken Regenfällen entlasten Gründächer ferner die städtischen Entwässerungskanäle. Als Wasserspeicher geben sie den Niederschlag erst mit erheblicher Verzögerung ab und als Verdunstungsfläche führen sie einen Großteil der Feuchtigkeit der Atmosphäre direkt zu.

Auswahl der Vegetation

Auf einem Gründach lassen sich zwar nicht alle, aber doch sehr viele Wünsche realisieren. Von der einfachen Bedeckung mit Dickblattgewächsen (Sedum) über
Wildkräuter und Gräser bis hin zum Gemüse- und Gehölzgarten ist fast alles möglich. Der entscheidende Faktor ist hier die Höhe der Substratschicht. Berücksichtigt werden sollte allerdings, dass der Pflegeaufwand je nach Begrünungsart sehr unterschiedlich ausfällt.

Besonders pflegeleicht ist eine extensive Begrünung aus naturnaher Vegetation. Hier kommen besonders tolerante Pflanzen zum Einsatz, die keine besonderen Ansprüche an ihren Standort stellen, gut mit extremen Wetterbedingungen zurecht kommen und sich weitgehend selbst erhalten. Die einfachste Form dieser Begrünung ist ein dichter Sedumteppich.

Dem gegenüber steht die Intensivbegrünung mit Rasenfläche, Stauden, Gehölzen und Bäumen. Die Intensivbegrünung erfordert eine ständige Beobachtung und intensive Pflegemaßnahmen. Eine Grundvoraussetzung ist daher ein unmittelbarer Dachzugang.
Ein Kompromiss besteht in der einfachen Intensivbegrünung, bei der nur solche Gräser, Stauden und Sträucher eingesetzt werden, die geringe Ansprüche an ihren Standort stellen.

Aufbau des Gründaches

Der Boden einer Dachbegrünung setzt sich aus mehreren Schichten zusammen. Die unterste Lage ist die Wurzelschutzbahn, die verhindert, dass die Pflanzenwurzeln das Dach beschädigen. Sofern die Dachabdichtung durch die Bezeichnung "Wurzelfest nach FLL" zertifiziert ist, kann auf die Wurzelschutzlage verzichtet werden.

Als Nächstes folgt die Trenn- oder Gleitschicht. Diese hindert chemische Stoffe aus der Dachabdichtung daran, in die Vegetationsschicht zu gelangen. Zudem verringert sie die Scherbelastung zwischen den Schichten.

Auf die Trennschicht kommt eine Schutzmatte, die insbesondere während des Dachaufbaus dem Schutz der Wurzelschutzbahn vor mechanischen Belastungen dient. Die darüber verlegte Dränschicht dient der Entwässerung. Sie führt das Wasser aber nicht nur ab, sondern speichert es auch. Neben profiliertem Kunst- oder Schaumstoff setzt sie sich aus Kies, Lava, Ziegelbruch oder Blähton zusammen. Die darüber liegende Filterschicht besteht aus einem feinen Gewebe und soll die Verschlammung der Dränschicht verhindern. Sie sorgt zudem dafür, dass Nähr- und Huminstoffe nicht davongeschwemmt werden.

Zu guter Letzt kommt schließlich die Vegetationstragschicht, die das eigentliche Substrat der Dachbegrünung darstellt. Je nach Art der Begrünung kommen hier spezielle Mischungen zum Einsatz, die stets durchlässig und locker sein müssen. Die Wasserspeicherkapazität des Bodens wird dabei durch Beimischung von mineralischem Granulat erhöht.

Planung und Durchführung der Dachbegrünung

Der eine oder andere Leser mag sich bereits ausmahlen, wie er auf erhöhter Liegewiese die Beine lang macht oder neben der Dachterrasse das eigene Gemüse zieht. Ob eine Dachbegrünung möglich ist oder nicht, muss zuvor allerdings vom Statiker geprüft werden. Die nach DIN 1055 geregelte „Lastannahme für Bauten“ verlangt, dass als ständige Flächenlast ein vollständig mit Regenwasser gesättigter Boden samt Vegetation angenommen werden muss. Bei einer einfachen Begrünung mit bodenbedeckenden Pflanzen beträgt diese –abhängig von der Höhe der Vegetationsschicht– zwischen 60 und 150 Kilogramm je Quadratmeter.

Um die Genehmigung für ein Gründach zu erhalten, muss zudem sichergestellt sein, dass das Dach dicht ist, das Wasser ordnungsgemäß abgeführt werden kann und keine Schädigungen Dritter eintreten können. Interessierte sollte sich also zunächst durch einen der Fachverbände (FLL, BGL, FBB, DDV und BDLA) beraten lassen.

Übrigens: Wer kein Flachdach hat, sollte nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Dachbegrünungen lassen sich auch auf Schrägdächern mit einer Neigung von bis zu 35 Grad realisieren.

Fazit:

Gründächer sind eine Bereicherung für den Hausbesitzer, die Natur sowie das gesamte städtische Umfeld. Dachflächen erfahren damit eine zusätzliche Nutzung und bieten bislang ungeahnte Möglichkeiten. Dem Picknick in himmlischer Höhe steht somit nur noch der Treppenaufgang im Wege.

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