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Zaunbau - Was ist rechtlich zu beachten?

Zäune, Hecken und Mauern stellen häufig den Anlass für Streitigkeiten dar. Dabei sind vor allem zulässige Höhe, Gestaltung der Einfriedung, deren Platzierung sowie die Verteilung der Kosten häufige Streitpunkte.

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Notwendigkeit eines Zauns

Ob der Eigentümer eines Grundstücks dieses überhaupt einfrieden muss, hängt von dem Bundesland ab, in dem sich dieses befindet. So ist der Eigentümer lediglich in drei Bundesländern, nämlich Nordrhein-Westfalen, Brandenburg sowie Niedersachsen dazu verpflichtet. In Berlin, Schleswig-Holstein sowie Hessen ist eine Einfriedung in Form eines Zauns, einer Hecke oder aber einer Mauer nur dann zu errichten, wenn der jeweilige Nachbar dies ausdrücklich verlangt.

Allerdings werden die Kosten für die Einfriedung gleichermaßen auf beide Nachbarn verteilt, selbst dann, wenn lediglich ein Nachbar diese verlangt. Zudem können auch die Gemeinden eine Einfriedung von Grundstücken verlangen, wenn beispielsweise ein einheitliches Straßenbild entstehen soll. Auch die Baubehörden können Einfriedungen verlangen, wenn dies beispielsweise an öffentlichen Verkehrsstraßen aus Gründen der Sicherheit notwendig ist.

Höhe

Die Frage nach der erlaubten Höhe eines Zaunes lässt sich nicht pauschal beantworten, denn die Regelungen sind hier äußerst unterschiedlich. In vielen Gebieten innerhalb Deutschlands regelt ein Bebauungsplan der Gemeinde, ob überhaupt Einfriedungen zulässig sind und in welcher Weise diese zu gestalten sind. Außerdem besteht für die Gemeinden auch die Möglichkeit, spezielle Satzungen zu erlassen, welche konkret sowohl Art als auch zulässige Höhe zulässige Einfriedungen definieren.

Als Richtlinie für die Höhe eines Zauns gilt, dass solche Zäune, die der symbolischen Abgrenzung dienen, eine Höhe zwischen 40 Zentimetern und 90 Zentimetern haben sollten. Zäune mit einer Höhe im Bereich zwischen einem Meter und 140 Zentimetern sind gebräuchlich für Zäune sowie Weiden. Wenn Zäune einen Sichtschutz garantieren sollen, so sollten diese 170 Zentimeter bis 190 Zentimeter hoch errichtet werden. Zäune mit einer Höhe von zwei Metern und mehr werden schließlich als Sicherungszäune bezeichnet.

Gestaltung

Bei der Gestaltung der eigenen Grundstücksgrenzen ist grundsätzlich zu beachten, dass diese ortsüblich sein muss und somit zum jeweiligen Wohngebiet beziehungsweise zum jeweiligen Straßenzug passen. Dabei führt gerade diese Regelung häufig zu Streitpunkten, denn häufig hat sich in einem bestimmten Stadtgebiet überhaupt keine ortsübliche Einfriedung herausgebildet. In diesem Fall kann niemand verlangen, dass ein Zaun nicht errichtet oder gar wieder abgerissen werden soll, nur weil diese Art von Einfriedung in der Umgebung noch nicht zu finden ist.

Grundsätzlich kann ein Zaun in jeder Farbe und mit jedem Holzschutzmittel gestrichen werden, dies gilt selbstverständlich nur, solange es sich dabei um erlaubte Mittel handelt. Weiterhin ist aber zu beachten, dass der jeweilige Nachbar nicht über ein zumutbares Maß hinaus beeinträchtigt werden darf. Normalerweise handelt es sich bei den beim Streichen eines Zaunes auftretenden Gerüchen um lediglich kurzfristige Belästigungen. Wer die Umwelt schützen will, greift zu umweltfreundlichen Mitteln, die beispielsweise mit dem Blauen Engel ausgezeichnet wurden.

Platzierung

In vielen Fällen sind sich die Nachbarn nicht darüber einig, an welcher Stelle ein Zaun errichtet werden darf oder aber soll. Für den Fall, dass beide Nachbarn dazu verpflichtet sind, eine Einfriedung zu errichten, so muss diese auf der Grenze zwischen den beiden Grundstücken platziert werden. Unmittelbar auf einer Grundstücksgrenze errichtete Einfriedungen werden auch als Grenzeinrichtungen bezeichnet.

Hier müssen beide Nachbarn gemeinsam die anfallenden Kosten für den Unterhalt zahlen. Sowohl eine Errichtung als auch die Beseitigung einer solchen Grenzeinrichtung ist ausschließlich möglich, wenn der Nachbar zustimmt. Eine Grenzeinrichtung darf also weder einseitig gebaut noch einseitig entfernt werden.

Wenn die Pflicht zur Einfriedung des eigenen Grundstücks dagegen nur einen Nachbarn trifft, so muss die Einfriedung grundsätzlich entlang der Grundstücksgrenze auf dem eigenen Grundstück errichtet werden, wobei ein bestimmter Grenzabstand in der Regel nicht einzuhalten ist. In einigen Bundesländern gilt die Vorgabe, dass ein Zaun einen halben Meter von der eigenen Grundstücksgrenze zurückgesetzt werden muss.

Kosten

Derjenige, der dazu verpflichtet ist, eine Einfriedung zu errichten, muss grundsätzlich auch die Kosten für diese tragen. Wenn allerdings beide Nachbarn die Verpflichtung haben, eine Einfriedung zu errichten, so müssen diese sich in der Regel auch die dafür entstehenden Kosten teilen. Das Nachbarrechtsgesetz dagegen regelt, wer für eine Einfriedung bezahlen muss, wenn diese erst nachträglich erfolgt.

Fazit:

Bei der Errichtung einer Einfriedung sind zahlreiche Aspekte zu beachten. Für Gestaltung, Platzierung sowie Verteilung der Kosten existieren klare und eindeutige rechtliche Vorgaben, die Frage nach der erlaubten Höhe lässt sich dagegen nicht pauschal beantworten.

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