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Trend: Saatbälle

Wo diese Bombe hinfällt, wir nichts zerstört, sondern entsteht etwas Glück eine blühende Landschaft. Denn Seedbombs bringen alles mit, was sie brauchen, um selbst in einer unwirtlichen Gegend zu wachsen.

Saatbälle - Seedbombs

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Seedbombs und Guerilla Gärtner

Immer mehr so genannte Guerilla-Gärtner schleichen durch Deutschland. Meist im Schutz der Nacht treiben sie ihr Unwesen - bewaffnet mit Chrysanthemen, Stiefmütterchen und den sogenannten „Seedbombs“.

Sie haben es sich zur Mission gemacht, graue, betongeprägte Stadtumgebungen zu begrünen und zu verschönern. Aufgebrochene Stellen im Asphalt und brachliegende Baugebiete stellen für sie eine ideale Spielwiese für ihre Ideen dar.

Wer beim Schlendern durch die Stadt die Augen aufhält, entdeckt vielleicht hier und da kleine „Beete“ neben Bäumen, in denen friedlich Alpenveilchen neben Eisbergsalaten vor sich hingedeihen.

Schnelles und unkompliziertes Wachstum

Das Verwenden der „Seedbombs“ ist eine unkomplizierte Methode, um Samen zu pflanzen. Ein solcher Saatball besteht neben dem eigentlichen Samen aus Erde oder Kompost und aus Tonpulver. Sie können direkt auf dem Boden verstreut werden. Ein Einpflanzen oder Eingraben ist nicht nötig.

„Seedbombs“ bieten den Guerilla Gärtnern die Möglichkeit, einfach, schnell und auch kostengünstig große Flächen zu begrünen – ein Vorteil gegenüber dem aufwändigen Pflanzen von Setzlingen. Bei der Saatbombe schützt die Mixtur aus Erde und Ton die Samen vor Austrocknung durch das Sonnenlicht und verhindert, dass sie durch Wind oder Nässe verweht oder verwaschen werden.

Produktion

Zu ihrer Herstellung nimmt man 5 Teile Tonpulver, 3 Teile Erde bzw. Kompost und Saat nach Wahl. Mit ein wenig Wasser wird alles zu kleinen Kugeln geformt und ca. zwei Tage zum Trocknen ausgelegt. Während es in den USA bereits Saatbomben-Automaten gibt, die unseren Kaugummi-Automaten ähneln, ist der deutsche Guerilla Gärtner in der Regel noch auf seine Handarbeit angewiesen. Im Internet gibt es jedoch auch einige Bezugsquellen.

Geschichte

Guerilla Gardening ist kein neuer Trend. Schon in den 80er Jahren erlebte das wilde Bepflanzen von Stadtgebieten in Deutschland einen Boom - vor allem in Berlin. Die Motive der Guerilla Gärtner waren und sind vielschichtig - manche verstehen ihr Tun als Protest am Sozialsystem, andere lassen sich von ihrer ökologischen Überzeugung antreiben.

Seinen eigentlichen Anfang haben die illegalen Aktionen in den 70ern in New York genommen. Die Revival-Welle des Guerilla Gardening schwappt aktuell aus England zum europäischen Festland. Impulsgeber ist der Brite Richard Reynolds. Dem missfielen eines Tages die Straßen seiner Heimatstadt London so sehr, dass er sich mit Harke und Saatgut ausgerüstet ans Werk machte.

Die Illegalität seines Unternehmens war Reynolds bewusst. Daher wählte er die Nachtstunden für seine Aktionen. Heute, nach fünf Jahren der Untergrund-Gärtnerei, gibt er im Internet Tipps zum Guerilla Gardening und ruft zum weltweiten „Krieg“ auf. Auch ein Buch zum Thema hat er verfasst.

Revival

In London hat sich Guerilla Gardening zum echten Boom entwickelt. In Deutschland gibt es nur vereinzelt Aktionisten. Die meisten davon agieren – wie in den 80ern – in Berlin. Auch in der Bundesrepublik ist die wilde Gärtnerei verboten. Die Polizei sieht jedoch in der Regel über die wenigen Aktionen hinweg: Die kleinen Beete sind eher unauffällig. Noch sind die Städte nicht von Pflanzen überwuchert, die Bewegung könnte mehr Aktivisten gebrauchen.

Fazit:

Das Guerilla Gärtnern ist weitgehend unorganisiert. Im Internet werden nächtliche Pflanzaktionen („Digs“) aber oft angekündigt – spontanes Mitmachen ist dabei durchaus erwünscht.

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