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Bäume richtig pflanzen

Der Gartenwelt.de-Experte zeigt, worauf es beim Einpflanzen von Bäumen ankommt.

Bäume richtig pflanzen

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Heute will ich meine kleine Serie rund um den Baum mit wichtigen Tipps zur Pflanzung von Bäumen fortsetzen. Im letzten Beitrag habe ich Euch ja erzählt, worauf es beim Kauf und der Auswahl des richtigen Baumes ankommt. Doch damit habt Ihr erst einen Teil von eurem Projekt erfolgreich erledigt.

Der nächste und möglicherweise sogar der wichtigere, nämlich das richtige Pflanzen, wartet ja noch auf euch! Die Pflanzung eines Baumes ist viel mehr als einfach nur „Loch“ graben, Baum rein, zuschütten und fertig! Mit der Pflanzung entscheidet sich vielmehr, ob der Baum richtig anwächst und über lange Jahre eine Zierde für euren Garten werden kann.

Es ist so ähnlich wie beim Kochen, selbst mit den besten Zutaten kann es bei falscher Zubereitung mit dem guten Essen einfach nichts werden! Wie es geht und worauf Ihr achten müsst, damit nichts schief geht, werde ich euch in diesem Beitrag verraten.

Kurze Zwischenlagerung

Nehmen wir mal an, dass Ihr euch euren Baum der Wahl in der Baumschule gekauft habt und ihr zusammen mit euren neuen Schützling heil zu Hause angekommen seid. Der Standort steht auch schon fest und es muss eigentlich nur noch gepflanzt werden.

Manchmal kann es ja auch vorkommen, dass der neue Baum oder der neue Strauch aus Zeitgründen erst noch einige Tage auf das Einpflanzen warten muss. In dem Fall ist es wichtig, dass es eurem Bäumchen an nichts fehlt! Bei Containerpflanzen ist das in der Regel weniger ein Problem als bei ballierten Gehölzen oder sogar wurzelnackten Pflanzen.

Aber egal wie eure Pflanze „unten rum“ so ausgestattet ist, sorgt bitte für ein möglichst schattiges, nicht zugiges Plätzchen. Falls ihr in sehr zeitigem Frühjahr oder im späten Herbst pflanzen wollt, müsst ihr euch vor möglichen Frostschäden in acht nehmen.

Am besten deckt ihr den Ballen oder das nackte Wurzelwerk mit Sackleinen oder anderen atmungsaktiven Geweben ab und haltet es gleichmäßig feucht.

Loch ist nicht gleich Loch

So, jetzt aber zum eigentlichen Thema des Artikels, dem Pflanzen! Bevor ihr euren Baum in den Boden bringt, solltet ihr das Erdreich um den zukünftigen Standort optimal vorbereiten. Dazu gehört neben dem Abstechen der Grasnarbe beim Ausheben des Pflanzloches auch das Entfernen von Fremdkörpern wie zum Beispiel Bauschutt aus dem Erdreich.

Sollte der Boden stark verdichtet sein, so muss er zusätzlich gelockert werden. Habt ihr sehr schweren Boden (lehmiger oder schluffiger Boden) auf eurem Grundstück, der zu starker Vernässung neigt, muss er mit Sand, Kies oder anderen gut wasserleitenden Materialien gemischt werden, damit eure Pflanze später nicht „ertrinkt“.

Bei besonders nährstoffarmen Böden kann die Erde noch mit Kompost, Langzeitdünger (Hornspäne oder Ähnlichem) versetzt werden. Aber seid mit dem Dünger eher sparsam, ein gewisser Nährstoffmangel in der Anwachsphase fördert die Bildung von Wurzelmasse und erleichtert das Anwachsen!

Das Pflanzloch sollte mindestens das 1,5-Fache vom Durchmesser des Wurzelballens haben, damit wird das Ausbreiten der Wurzeln erleichtert. Auch den Grund des Pflanzloches solltet ihr mit gut wasserleitenden Substraten ausgelegen, um eine gute Drainage zu erreichen.

Damit die Pflanze nicht zu tief gepflanzt wird und es somit zu Fäulnis oder anderem Krankheitsbefall kommen kann, ist es ganz wichtig, die Tiefe des Pflanzloches so auszulegen, dass circa 10 Zentimeter vom Stammansatz aus dem Boden hervorstehen. Die Wurzelanläufe müssen also noch sichtbar sein! Wenn der Boden nämlich später nachsackt, besteht bei dieser Methode keine Gefahr, dass ihr zu tief gepflanzt habt!

Die Technik

Wenn ihr das Pflanzloch fertig ausgehoben und vorbereitet habt, die passende Pflanzerde bereitliegt, könnt ihr euch daran machen, die Pflanze endlich ins Loch zu stellen. Ihr tragt das Gehölz vorsichtig zum Pflanzloch, ohne den Ballen zu beschädigen und geht folgendermaßen vor:

  • Bei Drahtballierung wird der Draht durch Aufkneifen an 3-4 Stellen gelockert.
  • Möglichst durch vorsichtiges Herunterklappen von Draht und Ballentuch eine Störung des Auswurzelprozesses vermeiden.
  • Abgestorbene oder beschädigte Äste oder Triebe vor dem Pflanzen abschneiden.
  • Ein leichtes Aufrauen von schweren Lehmballen erleichtert die Verbindung von Wurzelballen und Pflanzerde. Das ist besonders bei leichten Sandböden wichtig!
  • Bei wurzelnackten Gehölzen solltet Ihr einen Wurzelschnitt machen, um die Wurzelbildung zu fördern. Kürzt dazu die Hauptwurzeln um ca. ein Drittel ihrer Länge ein.
  • Die Pflanze vorsichtig in das Pflanzloch stellen und wie gewünscht ausrichten und langsam mit dem eventuell verbesserten Oberboden verfüllen. Zur Vermeidung von Hohlräumen vorsichtig rütteln (dabei unbedingt eine Bodenverdichtung vermeiden).
  • Den aufgefüllten Boden vorsichtig antreten.
  • Einen Gießrand anhäufeln und bedarfsgerecht wässern

Um die Pflanze in der Anwachszeit zu stützen und gegen Windwurf zu sichern, müsst ihr sie noch entsprechend verankern. Zwar gibt es unterirdische Ankersysteme für Straßenbäume und für Bäume in besonders hochwertigen Parkanlagen, in denen aus optischen Gründen keine Pfosten erwünscht sind.

Diese sind aber für den Hobbygärtner schwer einzubauen und ohnedies sehr teuer. Deswegen beschreibe ich hier nur die klassische, oberirdische Methode mit druckimprägnierten Rundhölzern! Für kleine Bäume (Stammumfang 14-16 Zentimeter) reicht in der Regel eine Verankerung bestehend aus ein bis zwei Pfählen in Windrichtung.

Bei größeren Bäumen sollten es schon drei bis vier Pfähle sein, welche am oberen Ende jeweils durch Latten verbunden sind (so genanntes „3-Bockgerüst“ bzw. „4-Bockgerüst“). Beim Einschlagen der Pfähle dürft ihr weder die Wurzeln noch den Ballen beschädigen!!

An den Pfählen lässt sich nun der Jungbaum optimal mit Seilen aus Kokosfasern oder speziellen Kunststoffen fixieren. Dabei solltet ihr nicht zu fest schnüren, um Verletzungen der Rinde zu vermeiden. Sehr junge Bäume sind am Stamm relativ sonnenempfindlich.

Bei starker Sonneneinstrahlung kann die Rinde durch Spannungsdifferenzen im Stamm einreißen. Diese großen Rindenschäden enden oft langfristig tödlich für den Baum. Um den Stamm davor zu schützen, könnt ihr ihn entweder mit weißer Kalkfarbe streichen oder mit Bastmatte umwickeln.

Fazit:

Es sind einige Vorbereitungen nötig, um einen Baum einzupflanzen. So müssen Steine entfernt und der Boden muss mit Dünger und Humus präpariert werden.

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Sebastian Steinhof ist Experte für Gartenbau
Dipl. Ing. Gartenbau Sebastian Steinhof
aus Berlin
Experte für Gartenbau
  • Gartenbau
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Sebastian beschäftigt sich als ausgebildeter Ingenieur gerne mit Schädlingen oder dem richtigen Schnitt von Pflanzen. Er behält als Profi den Überblick, liebt es aber auch, sich in Details zu vertiefen.

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