Gewächshaus im Garten

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Gewächshaus selber bauen? Pro und Kontra Eigenbau

Fertige Gewächshäuser gibt es in allen Größen zu kaufen, dennoch überlegt der handwerklich versierte Gartenfreund vielleicht den Eigenbau eines Gewächshauses, das speziell auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Gewächshaus: Eigenbau oder Fertig-Modell?

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Ein solches Vorhaben will jedoch gut geplant werden, zumal die Baumaterialien nicht gerade billig sind und viel handwerkliches Können vorausgesetzt wird.

Grundlegende Überlegungen

Als Gartenfreunde wollen wir an unserem Gewächshaus möglichst lange Freude haben. Da es uns für lange Jahre begleiten wird, sollte gründlichst überlegt werden, ob wir uns an den Selbstbau wagen oder doch lieber ein Gewächshaus nehmen, das in seinen Grundzügen bereits gefertigt wurde.

Denn für dessen Anschaffung gibt es gute Gründe: ein fertiges Gewächshaus sieht eigentlich immer gut aus, ist dicht und durch die Verwendung moderner Materialien relativ leicht. Im Handel sind unzählige Formen und Ausführungen erhältlich, weswegen praktisch alle Sonderwünsche erfüllt werden können.

Andererseits ist ein solches Fertiggewächshaus natürlich nicht unter den eigenen Händen gewachsen sein Besitzer läuft Gefahr, ein identisches Gewächshaus im Garten des Nachbarn zu sehen.

Entscheidungshilfen: Eigenbau oder Fertig-Modell?

  • Durch den Selbstbau eines Gewächshauses sparst Du kein Geld - im Gegenteil, meist ist Weg sogar mit höheren Kosten verbunden als der Fertigkauf.
  • Es ist gar nicht leicht, ein Gewächshaus wirklich dicht zu bekommen: irgendwo tropft es fast immer. Bei einem Kaufgewächshaus kannst Du reklamieren, beim Eigenbau musst Du Dir an die eigene Nase fassen!
  • Der Selbstbau erfordert eine genaue Kenntnis der Baumaterialien, statische Grundkenntnisse und vor allem viel Zeit - es dauert immer länger als geplant!
  • Für fertige Gewächshäuser sind Sonderausstattungen, wie Schattierungs-, Lüftungs- und Beregnungssystem optional erhältlich, die beim Selbstbau-Gewächshaus nur sehr aufwändig herzustellen sind.

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Wenn Du Dich trotzdem für den Selbstbau entscheidest, dann halte Dich bitte an folgende Grundschritte der Bauanleitung

  • Ein stabiles Fundament sorgt für die notwendige Standfestigkeit. Da im Gewächshaus sowieso Beete angelegt werden, muss es keine komplette Fundamentplatte sein. Ein Streifenfundament unter der Seitenwänden oder gar ein Punktfundament unter den Trägern genügt. Dies muss jedoch bis in eine frostsichere Tiefe von wenigstens 60 - 80 cm geführt werden. Die hierzu angelegten Baugruben werden eingeschalt und bis zur Hälfte mit Schotter verfüllt, worauf dann der Fertigbeton kommt, am besten gleich mit den zu den Trägern passenden Ankern.
  • Der Korpus des Gewächshauses kann aus Holz-, Aluminium- oder Eisenprofilen erstellt werden. Am einfachsten lässt sich Holz verarbeiten, es sollte aber unbedingt kesseldruck-imprägniert sein, da es sonst zu schnell fault. Besser ist Aluminium, das allerdings den Nachteil hat, dass Du als Laie wahrscheinlich kein Aluminium schweißen kannst und deshalb auf reine Schraubverbindungen angewiesen bist. Das ideale Material sind verzinkte Eisenprofile, die einfach zu verschweißen und für hohe Belastungen verwendbar sind. Idealerweise verwendest Du T-Profile, in welche die Stegdoppelplatten eingelegt werden können. Der Abstand der Profile sollte nicht mehr als höchstens 60 cm betragen, damit sich die Stegdoppelplatten nicht durchbiegen. Das Dach sollte eine Neigung von wenigstens 30% haben, damit Wasser und Schnee leicht ablaufen.
  • Die "Verglasung" erfolgt heute meist durch Stegdoppelplatten, die ein geringes Gewicht haben, leicht zu verarbeiten und in hohem Maße UV-beständig sind. Der Preis dieser Platten richtet sich nach ihrer Dicke: je dicker, desto besser die Dämmwirkung, aber auch desto teurer! Die Stegdoppelplatten werden in vorgefertigte Aluminiumprofile mittels Gummidichtungen, oder in Holz- und Eisenprofile mit speziellen Dichtungsmassen, die es in den handelsüblichen Kartuschen gibt, eingelegt und abgedichtet.
  • Ein Problem sind stets die Lüftungsfenster und die Tür, die gerade beim Selbstbau sehr schwer abzudichten sind. Ein genaues Maßnehmen sorgt für größtmögliche Dichtigkeit bei gleichzeitig leichtgängiger Bedienung. Die Dachfenster können entweder einzeln über Stellstäbe oder im Verbund über Seilzüge bedient werden. Dasselbe gilt für Schattierungsmatten: sie laufen in Schienen an der Unterseite des Daches und werden entweder von Hand bedient oder - ganz modern - über Motoren, die sich zu bestimmten Uhrzeiten oder ab einer gewissen Helligkeit automatisch einschalten.
  • Besonders bei größeren Ausführungen ist der Korpus so stabil zu gestalten, dass man auch einmal auf das Dach steigen kann, um es zu säubern oder um Wartungsarbeiten auszuführen!

Fazit:

Ein Selbstbau-Gewächshaus macht jede Menge Arbeit und stellt Dich immer wieder vor nicht vorherzusehende Probleme, die dann ad hoc gelöst werden müssen. Damit eignet sich die Selbstbau-Alternative nur für den Heimwerker, der wirklich über eine umfangreiche Erfahrung im Holz- und Metallbau verfügt und zudem alle benötigten Werkzeuge und Materialien zur Hand hat. Alle anderen Gartenfreunde sind gut beraten, sich ein fertiges Gewächshaus im Handel zu kaufen.

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Andrej Schlothauer. sagt am 22.02.2011 12:15
kan ich das gewächshaus
mit gewächshaus folie
abdecken.
Doreen von Gartenwelt.de sagt am 22.02.2011 17:38
Hallo! Kannst Du die Frage bitte genauer stellen? Soll das Gewächshaus neu gebaut werden oder soll auf ein Gewächshaus mit Glas- oder Plastikwänden zusätzlich Folie aufgebracht werden?
A. Schlothauer. sagt am 23.02.2011 15:26
ich habe ein neues gewächshaus gebaut,aus holz
latten 60X60cm.Und etzt möchte ich wiessen
welche gewächshaus folie besser ist anti-tau
gewächshausfolie SSPR-5: oder Gitterfolie für
garten und welches länger helt.Danke.

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Doreen von Gartenwelt.de sagt am 24.02.2011 14:11
Hallo! Offensichtlich handelt es sich um ein Mini-Gewächshaus. Wenn es recht lange halten soll, ist die Gitterfolie mechanisch am strapazierfähigsten, also auch länger haltbar als die SSPR-5.

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