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Der Schorfpilz: Vorbeugung und Bekämpfung

Der Schorfpilz schädigt Äpfel und andere Obstsorten durch das Entstehen großflächiger, verschorfter Wunden auf der Schale der Früchte. Er wird durch feuchte Witterung begünstigt und kann durch Vorbeugung in seinem Auftreten zumindest gehemmt werden. Bekämpft wird der Schorfpilz durch das Entfernen befallener Triebe und den Einsatz von Fungiziden.

Schorfpilz - vorbeugen und bekämpfen

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Was ist der Schorfpilz?

Der Schorfpilz (Venturia) gehört zu den Schlauchpilzen. Die von ihm verursachte Pilzkrankheit wird besonders bei Äpfeln häufig beobachtet, wobei auch Birnen, Pfirsiche und Kirschen sowie einige andere Gewächse befallen werden können.

Gründe für das Entstehen des Schorfpilzes

Wie bei allen Pilzschädlingen wird sein Auftreten durch warme und feuchte Witterung sehr begünstigt, während er in trockenen Jahren selten aufkommt.

Der Befall durch den Schorfpilz ist die Folge einer Infektion durch die Sporen des Pilzes. Diese Sporen haben auf befallenen Blättern des Vorjahres überwintert und werden bei genügender Feuchtigkeit im Frühjahr durch den Wind auf die neu austreibenden Blätter verbracht, die sie sofort infizieren, wobei die ersten sichtbaren Symptome oft erst nach drei Wochen auftreten können. Von dort werden sie dann bei Regen durch Spritzwasser weiter verbreitet und befallen die heranwachsenden Früchte.

Wie äußert sich der Befall durch den Schorfpilz?

Vom Schorfpilz befallene Früchte und Blätter bekommen großflächige, braun verschorfte und rissige „Wunden“ auf der Oberfläche, die sich rau und trocken anfühlen. Die vom Schorfpilz geschädigten Blätter entwickeln umfängliche Nekrosen, die sich in matten, olivgrünen Flecken äußern, die später eine braune bis schwarze Färbung annehmen und schließlich abfallen. Befallene Früchte können zwar bedenkenlos verzehrt werden, ihre Lagerfähigkeit leidet jedoch sehr, da die geschädigte Schale Keimen eine ideale Angriffsfläche bietet. Besonders bei Äpfeln tritt der Schorfpilz weltweit so häufig auf, dass er im Erwerbsgartenbau ein erhebliches Problem darstellt und rigoros zu bekämpfen ist.

Resistente Obstbaumsorten

Der Befall durch den Schorfpilz ist sortenabhängig. So gelten zum Beispiel Apfelsorten, die aus dem Wildapfel Malus floribunda gezüchtet wurden, als resistent gegen den Schorfpilz. Dazu zählen unter anderen die Sorten Florina, Liberty, Reanda, Remo, Retina, Rewena und Topaz.

Befall durch Schorfpilz vorbeugen

Die beste Methode ist immer noch der Anbau resistenter Obstbaumsorten, die uns viel Arbeit und Ärger ersparen und gleichzeitig die chemische Bekämpfung überflüssig machen. Wer also neue Obstbaumpflanzungen vornehmen will, der sollte tunlichst auf solche resistenten Sorten ausweichen.

Vorbeugenden Maßnahmen

Da der Schorfpilz, wie soeben erwähnt, auf abgefallenen Vorjahresblättern überwintert, ist das Zusammenharken und Entfernen des alten Laubes eine der wichtigsten und effektivsten Maßnahmen zur Vorbeugung, die außerdem nichts kostet.

Das Auslichten der Baumkronen sorgt für eine gute Belüftung und höhere Sonneneinstrahlung in der Krone selbst. Dadurch können Blätter und Früchte schneller abtrocknen und bieten somit dem Schorfpilz, der für seine Verbreitung auf Feuchtigkeit angewiesen ist, keine idealen Bedingungen mehr. Es ist immer wieder erstaunlich, wie hilfreich ein Schnitt der Baumkronen im Kampf gegen den Schorfpilz sein kann.

Neben diesen mechanischen Methoden helfen vorbeugende Spritzungen mit pilzhemmenden Mitteln, die schon ab dem zeitigen Frühjahr in regelmäßigen Abständen vorgenommen werden sollten. Ökologisch vertretbar ist das Spritzen mit Schwefelbrühe und Kupferoxychlorid. Bewährt hat sich auch die aus dem Weinbau bekannte Bordelaiser Brühe, die aus Kupfersulfat, gelöschtem Kalk und Wasser besteht und für ihre fungizide Wirkung bekannt ist.

Bekämpfung des Schorfpilzes

Befallene Äste müssen unbedingt entfernt werden: sie sind bis weit ins gesunde Holz zurückzuschneiden. Die abgeschnittenen Zweige sollten nicht kompostiert werden, da das warme und feuchte Klima im Komposthaufen die ideale Umgebung zur Verbreitung des Schorfpilzes ist. Um dem vorzubeugen, müssen die Zweige entweder verbrannt oder über den Hausmüll entsorgt werden. Nachdem alle befallenen Zweige abgeschnitten wurden, ist das Schneidwerkzeug unbedingt gewissenhaft zu desinfizieren, damit durch dieses keine weitere Ansteckungsgefahr entsteht.

Als letzte Maßnahme ist das Spritzen mit Fungiziden zu erwägen, wie sie auch gegen Mehltau zum Einsatz kommen. Da das Obst zum menschlichen Verzehr gedacht ist, sind hier jedoch bestimmte Wartezeiten vor der Ernte einzuhalten.

Fazit:

Der Schorfpilz als weit verbreitete Pilzkrankheit an unseren Obstbäumen ist am besten durch vorbeugende Maßnahmen einzudämmen. Die Anpflanzung resistenter Sorten, das Entfernen des Vorjahreslaubes und der auslichtenden Kronenschnitt sind ebenfalls sehr hilfreich. Befallene Teile des Obstbaumes sind gründlich zu entfernen und zu vernichten. Schwefel und Bordelaiser Brühe verhindern ein Ausbreiten des Schorfpilzes effektiv, wenn sie regelmäßig gespritzt werden.

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