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Laub verbrennen – darf man das?

Viele Freizeitgärtner entsorgen die herbstlichen Laubberge, indem sie sie anzünden. Das lästige Blattwerk löst sich damit ja schließlich in Luft auf. Aber ist das legal oder besteht die Gefahr, dass ein missgünstiger Nachbar schon an einer anonymen Anzeige schreibt?

Laub verbrennen – ist das eigentlich erlaubt?

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Das juristische Kuddelmuddel

Gesetz, die für die ganze Bundesrepublik Deutschland gelten, sind hier Mangelware. Was in Bayern gestattet ist, kann also in Mecklenburg-Vorpommern verboten sein. Diese Regelungen finden sich in den "Pflanzenabfallverordnungen" der einzelnen Bundesländer. Aber selbst die einzelnen Gemeinden und Gartenvereine folgen oft eigenen Richtlinien.

Im Bundesimmissionsschutzgesetz ist lediglich festgelegt - und da ist sich Deutschlands Regierung einig - dass ökologische Nachteile möglichst vermieden werden sollen. Das geschieht beispielsweise dadurch, dass nur Pflanzenteile, niemals aber Feststoffe verbrannt werden dürfen. Holz darf nicht lackiert und muss naturbelassen sowie luftgetrocknet sein. Der Lebensraum und die Nester von Vögeln wie Kleintieren dürfen, nach dem Landesnaturschutzgesetz, nicht vom Feuer bedroht werden. Bedenke, dass ein Laubhaufen auch die potentielle Winterbehausung eines Igels sein kann.

So richtig interessant wird es aber, wenn wir den Blick von den Vogelnestern auf unseren Nachbarn wenden. Der hat längst nicht so viele Möglichkeiten, sich gegen störende Düfte von Deinem Grundstück zu wehren. Das Bürgerliche Gesetzbuch sagt aus, dass die bestimmte Emissionen geduldet werden müssen, wenn sie "ortsüblich" sind. Und gerade in ländlichen Regionen sind Gerüche aller Art ortsüblich.
Aus Höflichkeit und zu Deiner Sicherheit solltest Du vor Ort noch einmal sicher gehen, wie die regionale Gesetzeslage ist, was die Satzung des Kleingartenvereins sagt und ob der Nachbar einverstanden ist.

Zu beachtende Vorschriften

Trotz dieser großen rechtlichen Unterschiede und Komplikationen, gibt es einige grundlegende Vorschriften, die in beinahe allen Kommunen der Bundesrepublik gelten.

Über allem kommunalen Recht steht das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz mit dem Denkprinzip: "Die Verwertung von Abfällen hat grundsätzlich Vorrang vor deren Beseitigung." Also wird eine Kompostierung des Laubs bevorzugt, was durchaus sinnvoll ist. Als Alternative dazu bieten sich die Verwertungsanlagen des Landes an. Aber dazu später mehr.

Für den Fall, dass das Laub dennoch verbrannt werden soll, gibt es einige Bedingungen, denen Ihr häufig begegnen werdet.

  • es darf  keine anderen Möglichkeiten zur Entsorgung geben, also keine lohnende Stelle für einen Komposthaufen
  • für die Umgebung und für Nachbarn darf keine Gefahr bestehen
  • die verbrannten Abfälle dürfen nur vom eigenen Grundstück stammen

Zeitgemäße Alternativen

In unserer Zeit spielt Umweltschutz zurecht eine wichtige Rolle. Und die Verbrennung ist keineswegs eine umweltfreundliche Art und Weise Laub zu entsorgen. Auch aus Sicht der Abfallwirtschaft ist es nicht sinnvoll. Auch das unscheinbare, lästige Laub ist schließlich verwertbar. Die Blätter enthalten zahlreiche Nährstoffe, die durch eine Kompostierung wieder gewonnen werden können. Du erhältst hochwertigen Dünger, statt stinkendem Qualm und klimaschädlichen Abgasen. Ebenso kann sich kein Nachbar über jenen Gestank beschweren. Gerade wenn Ihr leidenschaftliche Gärtner seid, werdet ihr diese Aufwertung Eures Bodens zu schätzen wissen.

Oft hört man an dieser Stelle die Widersprüche: "Komposthaufen locken Ratten an!" oder "In meinem Garten ist nicht genügend Platz für einen Komposthaufen." Ein Komposthaufen, der nur aus Laub besteht, lockt allerdings keine Ratten an. Andernfalls gibt es immer noch die Möglichkeit einer Biotonnen. Die Gebühren sind klein im Vergleich zum Schaden für die Umwelt und den Kosten einer möglichen Anzeige, durch Nachbarn.

Fazit:

So einfach es Euch auch erscheint, Laub einfach zu verbrennen. Ökologisch besser durchdacht und auch gehaltvoller ist ein Komposthaufen. Wer sich aber vor Ratten fürchtet kann auf eine Biotonne zurückgreifen. Wenn Du das Laub trotzdem lieber mit dem Streichholz aus der Welt schaffen willst, dann informiere Dich über die genauen Vorschriften bei der Gemeinde.

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werner1 sagt am 24.12.2010 13:08
Lasst doch das scheinheilige Gequatsche vom Umweltschutz.

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