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Schneedecke im Garten: einfach liegen lassen?

Der letzter Winter war bereits recht hart. Dieser soll noch härter werden. Sibirische Temperaturen und eine meterdicke Schneedecke werden erwartet. Doch was Fans weißer Weihnacht und Wintersportbegeisterte in Entzücken versetzt, dem sehen Gartenliebhaber mit gemischten Gefühlen entgegen.

Schneedecke im Garten entfernen?

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Wer kein Profi-Gärtner ist, ist sich zumeist nicht sicher, welche Auswirkung die ungewohnte Schneelast auf die Pflanzen im Garten hat. Isoliert sie vor der Kälte oder erdrückt sie die Beete? Sollte man die Schneedecke vorsichtshalber besser entfernen?

Warum es unter dem Schnee nicht kalt ist

Zur Beruhigung kann vorab festgehalten werden: Den meisten Pflanzen schadet die weiße Pracht nicht.

Im Gegenteil, den meisten tut sie sogar richtiggehend gut: beispielsweise den Bäumen im Garten.

Taut tagsüber unter Einwirkung der Wintersonne der Schnee an Zweigen und Nadeln leicht an und friert durch die kälteren Nachttemperaturen wieder, so sorgt diese hauchdünne Eisschicht für einen Schutz vor Frost und Wind.

Auch der wertvolle Gartenboden freut sich über Schnee. Da die Wärmeleitfähigkeit von Neuschnee nämlich nur ungefähr zehn Prozent von der eines nassen Bodens beträgt, gibt ein schneebedeckter Boden auch nur zehn Prozent der Wärme ab, die ihm ohne schützende Schneedecke verloren gehen würden.

Das Thermometerexperiment

Der Temperaturunterschied unter dem isolierenden Schnee und kurz darüber verblüfft selbst gestandene Gärtner immer wieder.

Mit einem Bodenthermometer lässt sich ein einfacher Test selbst durchführen. Aber nicht wundern, wenn die Abweichung der Temperatur unter dem Schnee zu jener darüber bis zu fünfzehn Grad beträgt!

Ein Beispiel: Herrschen über der Schneedecke bibberkalte minus dreißig Grad, ist es in vierzig Zentimeter Schneetiefe lediglich minus 18 Grad kalt. Ein Effekt, den sich übrigens auch draußen überwinternde Tiere zunutze machen, etwa Schneehühner. Sie graben sich richtiggehende Schneehöhlen, und durch die Fähigkeit des Schnees zur Isolation plus die eigene Körperwärme bringen sie es auf eine Höhlentemperatur von null Grad. Erfrierungen wird es nicht geben, solange genügend Schnee liegt.

Ohne Schnee ist es kälter!

Viel schlimmer als Schnee für die Tiere wie auch für den Gartenboden sind die gefürchteten Kahlfröste, also Kälte ohne Schnee, bei der zusätzlich ein eisiger Wind weht.

Hier friert der Boden komplett durch und im Extremfall sterben Pflanzen ab. Eine Schneeschicht – und hier gilt: je dichter, desto besser – isoliert und schützt den wertvollen Boden vor einem Übermaß an Kälte.

Fehlt die schützende Schneedecke, kann man sie simulieren: Mit den Zweigen alter Weihnachtsbäume oder ganz allgemein mit Laub (hier aber bei Nässe Vorsicht vor Fäule) und Reisig sollten alle empfindlichen Gewächse zugedeckt werden, allem voran bereits ausgetriebene Blumenzwiebeln und alle Neupflanzungen vom Herbst.

Schnee entfernen bei Sensibelchen

Rosen und Hortensien gehören zu den Sensibelchen, denen die Schneedecke zusetzen kann. Hat man sie allerdings vorbeugend winterfest in Vliese eingepackt, sollte man von diese im Falle von Schneefall den Schnee entfernen. Die Winterpracht nämlich bleibt auf den engmaschigen Vliesen bevorzugt liegen und belastet die Pflanzen mit ihrem Gewicht. Gerade Hochstammpflanzen mit relativ dünnen Stämmen wie etwa Hochstammrosen laufen dann Gefahr, zu brechen. Auch die Immergrünen wie beispielsweise Kirschlorbeer haben hier ein erhöhtes Risiko.

Gräser wie Bambus oder Chinaschilf, die unter der Last des Schnees umgeknickt sind, sollten jetzt keinesfalls geschnitten werden. Die Schnittstellen würden Frost und Feuchtigkeit nur den Weg durch die hohlen Stängel bahnen und die Pflanze schädigen. Sieht man hingegen junge Zweige oder auch Äste, die sich unter der Schneelast schon gen Boden neigen, hilft ein beherztes Zupacken und Schütteln.

Fazit:

Alles in allem kann wohl ein eindeutiges Urteil pro Schneedecke gesprochen werden. Die Ausnahmefälle, wo er schaden kann, lassen sich mit einem Minimum an Sachkenntnis beseitigen. Und das Allerbeste: lästiges Schneeschippen steht definitiv nicht an!

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