Allgemein

  Kommentare (0)

Kaminofen selbst anschließen?

Der günstige Weg zur gemütlichen Wärme ist, wenn man selbst einen Kaminofen anschließt. Allerdings ist das nötige Geschick dafür erforderlich.

Nachträglicher Einbau eines Kaminofens

Die Themen in diesem Artikel:

Diesen Artikel weiterempfehlen:

diesen Artikel weiterempgfehlen

Der Kaminofen nimmt als Feuerstelle in vielen Wohnungen eine zentrale Stelle ein und verleiht dem Zuhause ein Maximum an Behaglichkeit. Einige Jahrzehnte schien die Zentralheizung der Fortschritt schlechthin zu sein, heute werden jedoch gerade ältere Häuser im Zuge der allgemeinen Rückbesinnung wieder nachträglich mit einem Kaminofen ausgestattet. Meist macht dies der Ofenbauer. Doch wer Geld sparen möchte, ein wenig handwerkliches Geschick besitzt und zudem noch die gesetzliche Regelung beachtet, kann durchaus auch selbst Hand anlegen. Allerdings sollte man sich der Aufgabe gewachsen fühlen.

Kaminofen an bestehenden Mauerschornstein anschließen

Wenn bereits ein Schornstein besteht, sind einige Schritte zur Vorbereitung notwendig. Zuerst solltest Du das Rauchrohr auf den Anschlussstutzen des Ofens stecken, wahlweise von hinten oder von oben. Das so genannte Wandfutter schiebst Du auf dieses Rohr und rückst dann, am besten mit vereinten Kräften, den Ofen an die Stelle, an der er stehen soll. Das Wandfutter drückst Du nun fest an das Schornsteinmauerwerk und zeichnest um dieses die Öffnung, die herauszumeißeln ist an.

Entsprechend der gesetzlichen Regelung gilt es zu beachten, dass der Bodenbelag vor dem Ofen mindestens 50 und seitlich mindesten 30 Zentimeter aus nichtbrennbaren Stoffen wie Stein oder Fliesen besteht. Wahlweise kann die Fläche auch mit einer dicken Glasplatte abgedeckt werden. Entlang der angezeichneten Markierung bohrst Du nun einfach Löcher neben einander, so dass das Kreisinnere leicht heraus gestemmt werden kann.

Als nächstes wird ein spezieller Feuermörtel, den Du im Baumarkt oder Fachhandel erhältst angerührt und nach dem Anfeuchten des Mauerwerks mit einer Kelle im vorderen Bereich in die Öffnung geschmiert. Das Wandfutter wird jetzt vorsichtig in diese Öffnung gedrückt, so dass es gut sitzt.

Damit später zwischen Wandfutter und Kamin kein Rauch entweicht wird nun nochmals frischer Mörtel angerührt, jedoch so, dass er knetfähig ist und mit Handschuhen in den Spalt zwischen Wandfutter und Kamin gedrückt werden kann. Bereits am nächsten Tag ist der Mörtel ausgehärtet und somit der Anschluss fertig gestellt.

Kaminofen an einen dreischaligen Schornstein anschließen

Ein wenig aufwendiger ist das Anschließen eines Kaminofens an einen bestehenden dreischaligen Schornstein. Zunächst musst Du Dich in den Bauakten informieren welcher Schornstein bei Dir vermauert wurde. Entsprechend benötigst Du vom Baustoffhändler einen Anschlussstutzen aus Keramik oder Schamotte. Dazu gibt es den geeigneten Klebstoff mit dem der Stutzen am Innenrohr des Schornsteins befestigt wird.

Bei einem dreischaligen Schornstein empfiehlt es sich, ein Kernbohrgerät mit zwei Bohrkronen, eine 150 mm und eine 200 mm, sowie einer Staubabsaugung zu besorgen. Zunächst ermittelst Du die Mitte des Schornsteins und zeichnest die Höhe des Anschlusses an. Der Mantelstein, also die „äußere Schale“, wird mit der 200 mm-Bohrkrone aufgebohrt. Vorsicht ist hier geboten, damit man nicht mit zu viel Schwung das innen liegende Schamotterohr beschädigt.

Als nächstes bohrst Du mit dem 150 mm-Bohrer ein Loch in das Schamotterohr, auf das der Anschlussstutzen geklebt wird. Damit der Kleber besser hält, empfiehlt es sich, das Innenrohr zuvor etwas mit einem Winkelschleifer aufzurauen. Mit Latten und Schraubzwingen kann der Stutzen bis zum Aushärten des Klebers fixiert werden.

Gesetzliche Regelung

Damit es bei der Abnahme des Kaminofens zu keiner bösen Überraschung kommt und am Ende doch noch der Ofenbauer kommen muss, ist die gesetzliche Regelung, die so genannte Feuerungsverordnung (FeuVo) bei der Planung zu berücksichtigen. Besonders wichtig sind hier die Zusammenarbeit mit dem zuständigen Bezirksschornsteinfeger und die Abnahme der Anlage nach der Fertigstellung!

Einige der wichtigsten Punkte, die es zu beachten gibt, sollen hier kurz erwähnt werden.
So ist es notwendig, dass Brennbares entweder gut abgeschirmt werden muss oder so weit vom Ofen entfernt sein muss, dass dort eine Temperatur von maximal 85 °C auftreten kann. Worauf der Schornsteinfeger als erstes achtet, ist, dass keine Luft ansaugende Anlage, wie etwa Dunstabzug in der Küche, zeitgleich mit der Feuerstätte betrieben werden kann, beziehungsweise, dass eine Vorrichtung, etwa ein Relaisschalter, nur dann den Betrieb zulässt, wenn beispielsweise das Fenster geöffnet ist.

Fazit:

Wenn die Gegebenheiten günstig sind und alles zugänglich ist, wenn Du zudem etwas handwerkliches Geschick mitbringst, benötigst Du nicht unbedingt einen Ofenbauer. Einigermaßen problemlos ist der Anschluss bei einem einfachen gemauerten Kamin, wohingegen ein dreischaliger Schornstein schon etwas mehr Geschick und Aufwand erfordert. Wenn Du Dir nicht sicher bist, lohnt sich auch eine Rücksprache mit zum zuständigen Bezirksschornsteinfeger, der auch die Abnahme der Anlage übernimmt.

Hast Du eine Frage zu diesem Artikel oder Thema, dann stell sie hier »
    weiterempfehlen drucken
  •   Kommentare(0)
  • Kommentar schreiben
Es wurde noch kein Kommentar zu diesem Artikel abgegeben!
Hast Du eine Frage zu diesem Artikel oder Thema? Dann schreib doch den ersten Kommentar!

Deine Frage / Dein Kommentar

Name:
Fragen / Kommentar:
 
 
Artikel per E-Mail weiterempfehlen
(ein Link zu diesem Artikel ist in der E-Mail automatisch enthalten)

absenden schließen
Zum Shop