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Qualitätsprüfung des Gartenbodens

Die Überprüfung der Bodenqualität im Garten gibt Dir Aufschluss über mögliche Mängel, die Deine Pflanzen beeinträchtigen könnten. Daher ist es ratsam, Proben vor dem Pflanzen zu entnehmen und kontrollieren zu lassen.

Qualitätsprüfung des Gartenbodens

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Wenn Du einen Garten erwerben oder neu anlegen willst, solltest Du unbedingt eine Qualitätsprüfung des Gartenbodens durchführen, damit Du Dich für die Anpflanzung der geeigneten Pflanzen entscheiden kannst und weißt, welche Düngung der Boden benötigt. Fällt die Qualitätsprüfung zu negativ aus, solltest Du allerdings von einem Kauf des betreffenden Grundstücks absehen.

Wildpflanzengesellschaft als Indikator

Am einfachsten lässt sich die Eignung eines Grundstücks als Gartenboden dadurch beurteilen, dass Du Dir die dort natürlich vorkommenden Wildpflanzen ansiehst. Manche Wildpflanzen sind regelrechte "Kalkanzeiger", während andere nur in sauren Böden gedeihen.

Mit einem Blick kannst Du so feststellen, ob der Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Das Vorkommen folgender Pflanzen deutet beispielsweise auf stark kalkhaltige Böden hin: Rundblättriges Hasenohr, Traubenhyazynthe, Küchenschelle, Leberblümchen und Stängellose Eberwurz-Silberdistel.

Im Gegensatz dazu wachsen diese Pflanzen nur auf sauren Böden, die keinen Kalk enthalten: Kleiner Sauerampfer, Hasenklee, Heidekraut, Heidelbeere, Besenginster, Drahtschmiele, Pillensegge, Adlerfarn, Waldreitgras und die Schmalblättrige Hainsimse.

Je nach dem Reaktionsgrad solltest Du uns unbedingt auf die Anpflanzung der für diese Bodenqualität geeigneten Gewächse halten. Grundsätzlich ist zwar eine Aufbesserung durch das Einbringen von Humus, Torf, Sand oder spezieller Dünger möglich - diese Stoffe werden jedoch schon nach wenigen Jahren aufgebraucht sein.

Außerdem findet eine solche Bodenaufbesserung gewöhnlich nur an der Oberfläche statt, weswegen Pflanzen mit tiefen Wurzeln stets in die nicht aufgebesserten Bodenschichten vordringen. So macht es zum Beispiel wenig Sinn, in einen extrem kalkhaltigen Boden Rhododendren zu setzen.

Die Qualitätsbestimmung durch Stichproben

Zur genaueren Qualitätsbestimmung lohnt es sich, an verschiedenen Stellen des Grunstücks Stichproben des Bodens zu nehmen. Hierzu hebst Du mit dem Spaten kleine Gruben bis in eine Tiefe von je einem Meter aus und siehst Dir das freigelegte Bodenprofil an.

Entlang der Grubenwände kannst Du die einzelnen Bodenschichten gut unterscheiden und feststellen, wie tief die Humusschicht reicht und auf welchem Material sie aufliegt. Wer sich das Graben ersparen will, der kann eine Bodenprobe auch mit einem speziellen Probenrohr in Form einer Rinne entnehmen, welches in den Boden geschlagen wird.

Das Bodenprofil kann dann durch eine Sichtprüfung des in der Rinne verbliebenen Bodenmaterials geklärt werden. Eine Humusschicht von nur 20 cm Mächtigkeit, die auf Geröll oder Kiesboden aufliegt, ist kein idealer Gartenboden, da die meisten Pflanzen ihre Wurzeln viel tiefer hinabtreiben.

Wollen wir diesen Boden dennoch bearbeiten, so müssen wir ihm viel Humus zuführen, bei Lehmboden auch Sand, die wir dann bis in mindestens zwei Spaten Tiefe einarbeiten müssen, zum Beispiel durch das so genannte Rigolen - eine schwere Arbeit, auf die wir gerne verzichten werden!

Eine Knetprobe des entnommenen Materials gibt auch dem Laien über die Festigkeit des Bodens und seinen Tongehalt Auskunft. Gleichzeitig können wir auf diese Weise feststellen, ob das Grundwasser bis in bodennahe Schichten vordringt. In solch einem Fall sollten wir von der Anpflanzung von Gewächsen, die keine nassen Füsse oder Staunässe mögen, wie etwa Rosen, Abstand nehmen.

Die Qualitätsbestimmung durch eine Bodenanalyse:

Das Nonplusultra der Qualitätsbestimmung ist die chemische Bodenanalyse, die von darauf spezialisierten Labors vorgenommen wird. Dazu benötigt das Labor Bodenproben von etwa 2 kg, von verschiedenen Stellen des Gartens.

Die physikalische Untersuchung erfolgt durch Ermittlung von Bodenfraktionen (Korngröße des Bodens) durch Schlämmen und Sieben, die Wasserkapazität und das Porenvolumen (Anteil der Hohlräume am Gesamtvolumen) durch geeignete physikalische Untersuchungen.

Die chemische Bodenanalyse erforscht besonders den Gehalt von kohlensaurem Kalk, Humus und Nährstoffen des Bodens. Sie erfolgt unter anderem durch ein Glühen des Bodens und das Messen des Glühverlustes. Spezielle chemische Reaktionen dienen dann der Bestimmung der einzelnen Nährstoffgehalte, so wird etwa der Kalkgehalt durch das Beträufeln einer kleinen Probe mit verdünnter Salzsäure festgestellt.

Fazit:

Wer an seinem Garten Freude haben und erfolgreich als Hobbygärtner tätig sein will, der muss den zu bearbeitenden Boden einer gründlichen Untersuchung unterziehen. Das Ergebnis sagt uns dann, welche Nährstoffe in nicht genügender Menge vorhanden sind und welche Pflanzen zum Anbau auf dem betreffenden Grundstück geeignet sind.

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