Erziehungsschnitt

Erziehungsschnitt oder Aufbauschnitt

Der Erziehungsschnitt wird bei jungen Bäume angewandt, um das Wachstum zu fördern, die Verzweigung zu lenken und zur Vermeidung von Fehlentwicklungen. Dabei werden Leitäste sowie die Stammverlängerung jährlich um ein bis zwei Drittel zurückgeschnitten.

Bei stark treibenden Bäumen wird etwas weniger, bei schwach treibenden stärker zurückgeschnitten. Falls in einem Jahr mal gar kein Neutrieb sein sollte bzw. er ausgelieben ist, schneidet man sogar bis ins vorjährige Holz zurück.

Das Schnittziel besteht darin, die spätere Krone so zu formen, dass alle Fruchtäste genügend Licht und Sauerstoff für eine reiche Ernte bekommen.

Bei Jungbäumen sind Konkurrenztriebe, (besonders s.g. Zwiesel bis 4–5 cm Durchmesser zu entfernen, über 4–5 cm sind diese einzukürzen.
Bitte achte beim Schneiden der Triebe, dass Du mit der Schere kurz über einer Blattknospe ansetzt. Baumkronen (oder auch die Leitäste der Kronen) immer so schneiden, dass eine s.g. Saftwaage entsteht, d.h. gegenüberliegende Äste immer symetrisch (gleich lang) schneiden.

Dabei sollten die einzelnen Äste in einem Winkel von 45 Grad vom Stamm stehen, denn dann werden die Früchte am Ast optimal versorgt.
Äste, die z.B. beim Apfelbaum nach unten wachsen, werden mit Nährstoffen unterversorgt, diese können mutig abgeschnitten werden.
Zu steile Äste kann man etwas herunterbiegen und mit Seilen die richtige Form geben, denn wie zu Anfang bereits erwähnt, geht es ja um das Formen der Baumkrone.

Wichtig: Alle Triebe, die den Leitästen (sollten im optimalen Fall drei bis vier Stück sein) Sauerstoff und Licht nehmen, musst Du am Ansatz abschneiden.
Die später Obst tragenden und gesunden Seitentriebe kürzt Du um etwa 2/3 ihrer Länge. Dies fördert das Dickenwachstum der Leitäste, welche später dann mehr Seitentriebe und damit Blüten tragen können.

Goldene Regel: Je stärker der Rückschnitt, desto stärker der Austrieb.

Triebe, die sich gegenseitig behindern können, und überzählige Äste schneidest Du am Ansatz mit der Schere ab.
Das gleiche gilt für zu kräftige Triebe auf den Astoberseiten.

Viele Äste musst Du direkt am Ansatz mit der Säge abschneiden. Wenn der Durchmesser der dabei entstehenden Schnittstellen größer als 40 mm ist, solltest Du diese mit einem s.g. Wundverschlussmittel behandeln. Dadurch wird verhindert, dass sich Pilze einnisten, welche den Baum und die Früchte schädigen können.

Auch mehrere Fruchtholztriebe an einem Ast konkurrieren untereinander, sie nehmen sich gegenseitig das Licht. Deshalb den Ast mutig ausdünnen.

Wachsen einzelne Triebe nach unten, solltest Du sie wegschneiden (Gleiches Prinzip wie bei den Ästen).

Letzter Tipp: Auch mmer die Baumscheibe freihalten, denn ebenso wichtig wie das Schneiden ist in den ersten Jahren das Offenhalten der Baumscheibe, sowie die Düngung (u.a. mit Kompost). Zur Arbeitsersparnis kann die Baumscheibe auch alternativ mit einer Lage Mulch freigehalten werden, wobei sich allerdings Wühlmäuse unter der Mulchschicht einnisten könnten.

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